
VVN-BdA: Kriegsverbrechen in Lüneburg – Gedenken der Opfer am 12. April 2025
Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, Deutschland wurde vom Nationalsozialismus befreit. Der 12. April 2025 steht im Zeichen des Gedenkens an die ermordeten Menschen des Räumungstransports aus dem KZ-Außenlager Wilhelmshaven in Lüneburg. Zwei Veranstaltungen in Lüneburg erinnern daran.
Mitteilung von: VVN/BdA Lüneburg – Am: 31.03.2025
Online: https://vvn-bda-lueneburg.de/ – Foto: Lüne-Blog
VVN-BdA: Kriegsverbrechen in Lüneburg – Erinnerung an die Opfer am 12. April 2025
Im Frühjahr diesen Jahres stehen viele Veranstaltungen zur Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus im Mittelpunkt. Die Befreiung durch die alliierten Truppen jährt sich zum 80. Mal – und ebenso das Massaker an Menschen des Räumungstransports aus dem KZ-Außenlager Wilhelmshaven in Lüneburg.
„Am nächsten Tag, …, 12.4., wurde gemeldet: Alle erschossen.“ – 80 Jahre nach dieser Meldung, wahrscheinlich durch die Lüneburger Polizei, steht der 12. April 2025 im Zeichen des Gedenkens an die in Lüneburg Ermordeten. Dies Kriegsverbrechen ist Thema von zwei Veranstaltungen am Samstag, 12. April 2025.
- Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA): https://vvn-bda-lueneburg.de/
Gedenken der Opfer auf dem Ehrenfriedhof – 12. April 2025, 14:00-16:00 Uhr
Rund um den 7. April 1945 haben Nationalsozialisten etliche KZ-Häftlinge nahe des Bahnhofsgeländes im Tiergarten ermordet. Bis zum 12. April 1945 fanden hier insgesamt 256 Menschen den Tod. An der Gedenkstätte „Ehrenfriedhof – Opfer der KZ-Häftlingstransporte 1945 im Tiergarten“ findet am Samstag, 12. April 2025, von 14:00 bis 16:00 Uhr eine Gedenkveranstaltung statt.
Neben Grußworten von Bürgermeisterin Christel John und Dirk Garvels vom DGB gibt es Beiträge von Vertretenden der Amicale de Neuengamme aus Frankreich und den Niederlanden, von Bernd Bruhn von VVN/BdA, von den Falken, Jusos und der Grüne Jugend. Die Gedenkstunde ist musikalisch gerahmt und endet mit einer Kranzniederlegung.
- VVN/BdA Lüneburg: Gedenkveranstaltung am 12.04.2025 – Flyer und Programm (PDF-Datei)
„Spurensuche – 6 Tage im April“ Szenische Lesung – 12. April 2025, 20:00 Uhr
Eine szenische Lesung mit Video und Audio-Projektionen findet am Samstag, 12. April 2025 um 20:00 Uhr statt im „mosaique“ in der Katzenstr. 1 in Lüneburg. Das Stück beruht auf der Broschüre „Kriegsverbrechen in Lüneburg“ der Geschichtswerkstatt Lüneburg e.V. und den dort enthaltenen Beschreibungen der damaligen Situation am Lüneburger Bahnhof in den Tagen zwischen dem 7. und 12. April 1945. Enthalten sind Zeugenaussagen von Beteiligten.
Den Beteiligten ist es wichtig, einen Bezug herzustellen zwischen diesem größten Kriegsverbrechen in Lüneburg im Rahmen der Shoa und dem Jetzt und Hier. Denn „das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen“, wie der amerikanische Schriftsteller William Faulkner in einem Stück schrieb. Gedenken hat nur seinen Sinn, wenn wir aus der Geschichte für unser gegenwärtiges und zukünftiges Tun lernen: „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“
- Geschichtswerkstatt Lüneburg: https://lg.geschichtswerkstatt-lueneburg.de
- Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA): https://vvn-bda-lueneburg.de/
Hintergrund: Der KZ-Ehrenfriedhof in Lüneburg
256 KZ-Gefangene, größtenteils antifaschistische Widerstandskämpfer der belgischen und französischen Résistance, wurden in den Tagen vom 7. bis 12. April 1945 auf dem Lüneburger Güterbahnhof erschossen oder erschlagen. Täter waren die Marinesoldaten der Wachmannschaft des Transportzuges. Gedeckt und vertuscht wurde dieses Verbrechen von den Spitzen der örtlichen nationalsozialistischen Stadtadministration.
Die britische Militärverwaltung verfügte im Herbst 1945 die Einrichtung eines Ehrenfriedhofs für die Ermordeten jener Tage. In den 1950er Jahren ließen die damals Verantwortlichen der Stadt Lüneburg den Friedhof zu einem ungepflegten Rhododendronpark verkommen. Er wurde seines Charakters als Ehrenfriedhof für die dort bestatteten Opfer der Naziherrschaft beraubt.
Nach langjähriger Umgestaltung wurde der Ehrenfriedhof der Opfer der KZ-Häftlingstransporte 1945 im Tiergarten Lüneburg am Sonntag, 23. April 2023, feierlich eingeweiht.
- Lüne-Blog: Erinnerungskultur in Lüneburg: Einweihung des Ehrenfriedhofs am 23. April 2023 – 15.04.2023
- Hansestadt Lüneburg: https://www.80jahrefrieden.de
Lüneburg erinnert an den Mai 1945 und die Befreiung vom Nationalsozialismus mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Aktionen. Am 18. Mai 2025 ist auf dem Marktplatz ein großes Friedensfest mit vielen Aktionen geplant.

Hansestadt Lüneburg: Weg zum Ehrenfriedhof
Lünepedia: Nationalsozialismus in Lüneburg
Die Herrschaft der Nationalsozialisten von 1933 bis 1945 hatte schwerwiegende Folgen für Lüneburg. Viele jüdische Bürger*innen, körperlich oder geistig eingeschränkte Menschen, politische Gegner und andere Personengruppen, die auf Grund der nationalsozialistischen Ideologie verfolgt wurden, unterlagen den Verbrechen.
Als Hauptstadt des Gaus Ost-Hannover war Lüneburg von regionaler Relevanz. Durch den Bergen-Belsen-Prozess und den Selbstmord Heinrich Himmlers gewann Lüneburg auch an überregionaler Bedeutung.
Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Nationalsozialismus_in_Lüneburg
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