
Gewalt in der Pflege: Seniorenbeirat Lüneburg begrüßt Hilfetelefon – weitere Unterstützung nötig
Der Seniorenbeirat begrüßt die Einrichtung des Hilfetelefons zur Gewalt in der Pflege – als ersten Schritt. Denn um pflegende Angehörige wirklich zu unterstützen, müsste vor Ort auch eine Verhinderungs- und Kurzzeitpflege geschaffen werden. Eine Tagespflege ist auch wichtig, damit Frauen einer existenz- und alterssichernden Beschäftigung nachgehen können, weist der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen hin.
Mitteilung von: Seniorenbeirat der Hansestadt Lüneburg – Am: 17.07.2025
Online: https://www.hansestadt-lueneburg.de/– Foto: Übereinander gelegte Hände einer Seniorin. Beispielfoto (Pixabay).
Seniorenbeirat Lüneburg: Hilfetelefon ist nur der erste Schritt
Der Beirat für Seniorinnen und Senioren (SBR) der Hansestadt Lüneburg begrüßt die Einrichtung des Hilfetelefons zur Gewalt in der Pflege. Doch das könne nur ein erster Schritt sein, weist die Vorsitzende Sibylle Bollgöhn hin.
Die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt zu und die Ressourcen werden knapper. Die Zahl der Menschen, die zu Hause gepflegt werden müssen, wächst. Diese Care-Arbeit findet im Stillen statt. In großer Mehrzahl sind es Ehefrauen, Töchter und Schwiegertöchter, die sich dieser Herausforderung annehmen. Wird diese Herausforderung zur Überforderung, braucht es konkrete Hilfen wie z. B. das Hilfetelefon. Aber: „Wenn ich den Hörer vom Hilfetelefon abhebe, müssen neben dem ‚offenen Ohr‘ auch nachhaltige Angebote vorhanden sein“, so Bollgöhn.
Einrichtung für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege erforderlich
Denn Angehörige brauchen auch Pausen, sie müssen wieder Kraft schöpfen und sich erholen können. Hier ist die Kommune gefordert. Sie sollte Plätze in der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege vorhalten. Leider sucht man diese in Lüneburg vergeblich.
Das konstatiert auch der vom Landkreis Lüneburg in Auftrag gegebene Pflegebericht (2025). Er kommt zur Empfehlung, Einrichtungen zur Kurzzeit- und Verhinderungspflege unter Umständen durch die Kommune einzurichten und zu betreiben. Aus Sicht des Seniorenbeirats ist dies dringend geboten. Der Seniorenbeirat setzt große Erwartungen auf die Regionale Pflegekonferenz und die Umsetzung der Empfehlungen des Pflegeberichtes. Die Veröffentlichung des Pflegeberichts ist für September 2025 geplant, nachdem er politisch beschlossen wurde.
- Lüne-Blog: Gewalt in der Pflege: Runder Tisch leistet Hilfe – Kontakt per E-Mail oder Telefon – 19.07.2025
Grob anfassen, beschimpfen, bedrohen, vernachlässigen – Gewalt in der Pflege hat viele Gesichter und ist ein Dauerthema. Grund ist meist, dass Pflegende überlastet sind. Der „Runde Tisch gegen Gewalt in der Pflege“ des Lüneburger Kriminalpräventionsrats bietet Betroffenen Hilfe per Telefon oder E-Mail. - Hansestadt Lüneburg: Seniorenbeirat der Hansestadt
- Landkreis Lüneburg: Regionale Konferenz für Alter und Pflege (ReKAP)
Die nach dem Niedersächsischem Pflegegesetz vorgeschriebene Pflegekonferenz soll die Vernetzung aller Akteure in der Pflege fördern. Sie sichtet Handlungsfelder, um die pflegerische Versorgung zu sichern und weiterzuentwickeln. Die Landkreise übernehmen dabei eine moderierende und vernetzende Funktion. Die Regionale Konferenz für Alter und Pflege (ReKAP) tagt zweimal jährlich und bei Bedarf. - „Wir pflegen!“ – Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger e.V.: https://wir-pflegen.net/
Selbsthilfe und Interessenvertretung für pflegende Angehörige – mit vielen Informationen und regelmäßigen Onlinetreffs zum Austausch.
Gegen niedrige Frauenrenten: VdK fordert verlässliche Betreuung für Kinder und Pflegebedürftige
Mitteilung von: Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen e.V. – Am: 18.07.2025 – Online: https://niedersachsen-bremen.vdk.de/
Bei nur 682 Euro lag die durchschnittliche Frauenrente 2023 im Landkreis Leer. „Die heutigen Rentnerinnen hatten damals noch keine Kitas und mussten länger zuhause bleiben, um ihre Kinder zu betreuen“, erläutert Gunda Menkens, Landesfrauenvertreterin beim Sozialverband VdK, Studienergebnisse des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft und des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos. „Es ist ein Trauerspiel, dass Frauen, die gearbeitet und Kinder großgezogen haben, im Alter mit so einer geringen Rente über die Runden kommen müssen.“
Forderung: Verlässliche Ganztagsbetreuung für Kinder – ausreichend Tagespflegeplätze für Pflegebedürftige
Der Grund für die niedrigen Altersrenten ist, dass diese Frauen sich häufig um Familie, Kinder und Angehörige gekümmert haben, als unbezahlte Sorge-Arbeit. Doch daraus sollte die Landespolitik jetzt dringend lernen. Damit sich Familien- und Berufsleben vereinbaren lassen, sollte Niedersachsen eine verlässliche Ganztagsbetreuung für Kinder und ausreichend Tagespflegeplätze für Pflegebedürftige gewährleisten.
Dann müssen Frauen keine Minijobs mehr annehmen, sondern können einer existenz- und vor allem auch alterssichernden Beschäftigung nachgehen – ohne später beim Staat um Unterstützung bitten zu müssen. Denn schon jetzt ist mehr als jede fünfte Frau über 65 in Niedersachsen von Altersarmut betroffen. Und es müssen nicht noch mehr werden!
Männer aufgerufen, sich an Sorgearbeit mit zu beteiligen
„Wir nehmen aber zusätzlich auch die Männer in die Pflicht: Ihre Renten sind in Leer doppelt so hoch, und auch im übrigen Niedersachsen liegen sie mit durchschnittlich 1397 Euro deutlich über dem Betrag der Frauen.“ Grund: Die Männer sind meist ununterbrochen erwerbstätig. Sie reduzieren kaum ihre Arbeitszeit, um unbezahlte Sorgetätigkeiten der Familie zu übernehmen. „Wir fordern daher auch ein gesellschaftliches Umdenken, damit eine gleichberechtigte Aufteilung dieser Aufgaben auch in den Köpfen der Menschen selbstverständlich wird“, so die Forderung des VdK.
Mehr Information und Kontakt
- VdK Niedersachsen-Bremen: https://niedersachsen-bremen.vdk.de/
- VdK Kreisverband Lüneburg: https://niedersachsen-bremen.vdk.de/vor-ort/kv-lueneburger-heide/
Lünepedia: Seniorenbeirat
Der Beirat für Seniorinnen und Senioren in der Hansestadt Lüneburg (SBR) ist ein alle fünf Jahre per Wahl neu besetztes Gremium zur Interessenvertretung der Senior*innen der Hansestadt Lüneburg. Er besteht seit 1978, ist ehrenamtlich, selbstständig und überparteilich.
Der Seniorenbeirat setzt sich für die Belange älterer Menschen in der Stadtgesellschaft ein, berät bei Fragen, Wünschen oder Beschwerden. Er vertritt die Anliegen der Älteren in Planungen der Lüneburger Verwaltung und ist unter anderem in mehreren Gremien vertreten. Er ist in Kontakt mit den Fraktionen und Ratsmitgliedern, der Stadtspitze und kooperiert mit den Fachbereichen der Verwaltung. Darüber hinaus arbeitet der Seniorenbeirat mit anderen Akteuren der Seniorenarbeit zusammen und fördert die Begegnung zwischen Jung und Alt.
Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Seniorenbeirat
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