Theater Lüneburg. Foto: Lüne-Blog.

Theater Lüneburg: Premieren und Extras im Februar 2026

Um die Geschichte der NS-Zeit – und unseren Umgang damit – geht es im Theater Lüneburg im Februar 2026. Premiere hat das Theaterstück „Amsterdam“ am 14. Februar 2026 im Großen Haus. Das Begleitprogramm spannt den Bogen bis zu den Morden in Hanau 2020. Das Recherche-Projekt „Anfang – kein Ende“ steigt tief ein in die Lüneburger Geschichte und Gesellschaft.


Mitteilung von: Theater Lüneburg – Online: https://www.theater-lueneburg.de/ – Foto: Lüne-Blog


I. Premieren im Februar 2026

Das Theater Lüneburg ist ein Dreispartentheater mit eigenen Ensembles für Schauspiel, Musiktheater und Ballett. Als Spielstätten dienen das Große Haus mit 542 Sitzplätzen, das Studio T.NT, das mit rund 110 Sitzplätzen aktuell in der ehemaligen Buchhandlung Lünebuch am Markt untergebracht ist, und das Junge Theater T.3 mit 140 Sitzplätzen. Rund 500 Veranstaltungen lockten in den vergangenen Spielzeiten jeweils mehr als 100.000 Besucher:innen an.

T.3: „Anfang – kein Ende“ – 13. Februar 2026

Ein Lüneburger Rechercheprojekt zum ersten Bergen-Belsen-Prozess und dem letzten großen Auschwitz-Prozess um Oskar Gröning. Der Bergen-Belsen-Prozess von September bis November 1945 fand in der damaligen – heute längst abgerissenen – MTV-Turnhalle in der Lindenstraße statt, nahe dem heutigen Theaterstandort. Die Angeklagten waren 45 mutmaßliche Täter:innen aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen. Elf Angeklagte wurden zum Tode verurteilt.

Siebzig Jahre später fand in Lüneburg ein anderer, ein letzter Prozess gegen einen NS-Täter statt. Oskar Gröning, „der Buchhalter von Auschwitz“, war der Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen angeklagt. Wie wurden diese Prozesse in der Stadtgesellschaft wahrgenommen? Was passierte in Lüneburg in den Jahrzehnten zwischen beiden Prozessen? Zeitzeug:innen beider Prozesse, Expert:innen, Bürger:innen und Politiker:innen sollen zu Wort kommen.

Großes Haus: „Amsterdam“ – 14. Februar 2026

Eine junge Frau ist um der Arbeit willen aus Israel nach Amsterdam gekommen. Eines Tages wird ein Briefumschlag unter ihrer Wohnungstür durchgeschoben, darin eine seit 1944 unbeglichene Gasrechnung. Die junge Frau macht sich auf die Suche nach dem eigentlichen Adressaten. Wer hat in ihrer Wohnung gewohnt, in der NS-Zeit und danach? Die Suche nach der Geschichte hinter der Gasrechnung führt die junge Frau zu Fragen, die sie und ihre eigene Identität direkt betreffen. 

Es sind viele Stimmen, die in diesem Text sprechen, viele Perspektiven, die das Geschehene und das Heute betrachten. „Maya Arad Yasur gelingt es, die Spannung des Stücks mit humorvollen Elementen und der Aufarbeitung von Geschichte zusammenzubringen. Dabei zeigt sie uns eindrücklich, wie schnell eine vermeintlich offene Gesellschaft an ihre Grenzen stößt.“ (Aus der Jury-Begründung des Stückemarktpreises des Berliner Theatertreffens 2018)

Großes Haus: „Mr. & Mrs. Musical“ – 27. Februar 2026

Das „Traumpaar des Musicals“, Navina Heyne und Thomas Borchert, bringen mit ihrer großartigen Gesangsperformance jeden Saal zum Kochen und erobern mit Leidenschaft und Vielseitigkeit jedes Zuschauer-Herz. Die beiden Entertainer verwöhnen mit Songs aus Die Eiskönigin, Tanz der Vampire, Mamma Mia, Elisabeth, Das Phantom der Oper und mehr. Am Flügel begleitet Eva Pankoke.

T.3: „Leonce und Lena“ nach Georg Büchner – 28. Februar 2026

Puppentheater für Erwachsene: „Heiraten? König werden?“ Nein! – Der junge Prinz Leonce ist sich sicher: Nur als Narr kann man der Narrheit der Welt begegnen. Als er eine fremde Prinzessin heiraten soll, entschließt er sich zur Flucht. Unterwegs trifft er Lena – eine junge Frau, die ebenfalls alles hingeworfen hat. Von der Polizei verfolgt, von Krankheiten geplagt, schrieb Georg Büchner (1813-1837) im Exil diese leichte, helle Komödie – im Puppentheater erzählt als ein Marionettenspiel, ein Narrenstück, das mit dem Entsetzen Spott treibt.

II. Besondere Veranstaltungen

Theatercafé – Samstag, 7. Februar 2026

Ein idealer Einstieg: Etwa einmal im Monat stellen die Dramaturg:innen des Theaters Lüneburg kommende Premieren vor und geben Einblicke in das aktuelle Geschehen. Auch die Künstler:innen ergreifen das Wort. Das Theatercafé findet jeweils statt um 15:30 Uhr an wechselnden Orte im Theater (Foyer Großes Haus, Junge Bühne T.3, Großes Haus). Der Eintritt ist frei, die Türen sind ab 14:30 Uhr geöffnet. Im Foyer des Großen Hauses gibt es ein gastronomisches Angebot.

Zu „Amsterdam“: Veranstaltungsreihe „Humanistisch bleiben“ – ab 15. Januar 2026

Das Begleitprogramm zum Theaterstück „Amsterdam“ widmet sich dem Konzept der Versöhnung und thematisiert dabei auch das Recht auf Unversöhnlichkeit. Kann Kunst Verständigung erleichtern? „Mit Expert:innengesprächen, Lesungen und kleinen Performances begeben wir uns auf die Suche nach den Worten dazwischen, den Ambivalenzen und Zwischentönen unserer Zeit.“ Der Titel der Reihe ist angelehnt an das Buch „Wie man nach einem Massaker humanistisch bleibt in 17 Schritten“ von Maya Arad Yasur.
Eine Kooperation mit der Leuphana Universität und der Halle für Kunst Lüneburg e.V. Der Eintritt ist frei.

  • 18. Februar 2026: Humanistisch bleiben 2 – Alles auf Anfang
    Alles auf Anfang. Wie lässt sich die Gegenwart so einrichten, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholt?
    Auf der Suche nach einer neuen Erinnerungskultur. Lesung und Gespräch mit Max Czollek.
  • 19. Februar 2026: And now Hanau
    Am 19.02.2020 erschoss in Hanau ein polizeibekannter Rechtsextremist neun Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Am fünften Jahrestag des Verbrechens gedenken wir der Opfer. Szenische Lesung mit Mitgliedern des Schauspielensembles Lüneburg. Kostenlose Zählkarten sind an der Theaterkasse erhältlich, um Spenden wird gebeten.
  • 19. März 2026: Humanistisch bleiben 3 – „Ist das ein Mensch?“
    Als Begleitprogramm zur Produktion „Amsterdam“ widmet sich der Abend dem Konzept der Versöhnung und thematisiert dabei auch das Recht auf Unversöhnlichkeit. Lesung mit Texten von Primo Levi, Rumi, Umberto Eco u. a.

Öffentliche Theaterführung – Samstag, 21. Februar 2026

Was machen Theatermenschen tagsüber? Und wie sieht es auf und hinter der Bühne des Lüneburger Theaters aus, in Schneiderei, Maske und Ballettsaal? Dies und mehr erfährt man bei einer einstündigen Theaterführung, die hinter die Kulissen blicken lässt. Karten gibt es online oder direkt an der Theaterkasse.

Theater trifft Kino – Sonntag, 22. Februar 2026

Das SCALA-Programmkino schafft die Möglichkeit, Filme im Kino zu sehen, die mit den Produktionen des Theaters zusammenhängen. Spannend, denn Theater und Film gehen auf sehr unterschiedliche Art und Weise mit denselben Stoffen um. Die Filme sind im Rahmen einer sonntäglichen Matinee zu sehen. Die Termine liegen jeweils nach den Premieren der betreffenden Produktionen im Theater, sodass ein Vergleich auch möglich ist. Im Anschluss kann man mit Mitarbeitenden von SCALA und des Theaters über Kunstmittel und Erzählweisen austauschen.

III. Theater Lüneburg: Extras

  • Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn
    Für viele Produktionen im Großen Haus gibt es eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn eine Einführung im Theaterfoyer.
  • Premierenfeiern
    Die Premiere ist ein ganz besonderer Abend. Feiern Sie mit: Nach dem Schlussapplaus lädt das Theater herzlich zur Premierenfeier ein.

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Theater Lüneburg. Foto: Lüne-Blog.

Theater Lüneburg. Foto: Lüne-Blog

Lünepedia: Theater Lüneburg

Die Ursprünge des Theaters finden sich in der frühen Nachkriegszeit. Am 1. Oktober 1961 konnte das Theater seinen neuen (und jetzigen) Standort An den Reeperbahnen 3, in der Altstadt von Lüneburg, eröffnen. Das Theater wurde von nun an „Lüneburger Stadttheater“ genannt. Während der Corona-Pandemie war der Spielbetrieb zeitweise eingestellt.

Neben der Hansestadt Lüneburg wurde 1975 der Landkreis Lüneburg zweiter Gesellschafter. Mit Wirkung vom 1. Januar 2022 ist der Landkreis Lüneburg mit 74,9 Prozent Hauptgesellschafter. Der Gesellschaftsanteil der Hansestadt beträgt damit nunmehr 25,1 Prozent. Finanziert wird das Theater durch Gelder vom Land Niedersachsen, vom Landkreis und der Hansestadt. Der Gesamtetat beträgt rund 10 Millionen Euro. Der Anteil der Einspieleinnahmen liegt bei etwa 25 Prozent und damit über dem Bundesdurchschnitt.

Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Theater_Lüneburg

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