Foto: Lüne-Blog. Firmensitz von Yanfeng in Lüneburg, Lüner Rennbahn.

Yanfeng schließt Standort Lüneburg: Linke und MIT fordern mehr Einsatz von Stadt, Land und Bund

Nach Jungheinrich will nun auch der Autozulieferer Yanfeng das Werk in Lüneburg mit rund 230 Mitarbeitenden bis 2027 schließen. Linke und MIT fordern mehr Anstrengungen für den Erhalt von Betrieben in Lüneburg und auf Landes- und Bundesebene – mit unterschiedlichen Akzentsetzungen.


Mitteilung von: Marianne Esders, Die Linke Lüneburg – Am: 22.01.2026
Online: https://www.dielinke-lueneburg.de/ – Foto: Lüne-Blog.


Die Linke: Yanfeng und Jungheinrich – Standorte schließen heißt Existenzen zerstören

Foto: Lüne-Blog. Firmensitz von Yanfeng in Lüneburg, Lüner Rennbahn.

Die bekannt gewordene Schließung des Yanfeng-Standorts in Lüneburg und die Verlagerung und der Personalabbau bei Jungheinrich haben Folgen für die gesamte Region. Marianne Esders, Ratsmitglied der Partei Die Linke in Lüneburg, erklärt dazu: „Die Schließung des Yanfeng-Werks und der Stellenabbau bei Jungheinrich sind ein schwerer Schlag für die Beschäftigten und für unsere Region insgesamt. Sie zeigen einmal mehr, dass Gewinninteressen von Konzernen über die Zukunft der Menschen vor Ort gestellt werden.“

„Wer hier über Jahre Gewinne erwirtschaftet hat, darf Beschäftigte und Standorte nicht einfach entsorgen. Lüneburg kann und darf nicht zur Wegwerfstation industrieller Arbeitskraft werden“, fordert Esders. „Mit jedem Werk, das schließt, bricht ein Stück der wirtschaftlichen und sozialen Kraft unserer Region weg – mit gravierenden Folgen für Beschäftigte, Zulieferer, Kommunen und ganze Familien.“

Struktur- und Transformationshilfen gefordert

Deutlich weist Esders darauf hin, dass der bisherige Einsatz der Stadtspitze zu kurz greift: „Dass die Oberbürgermeisterin Kontakt mit der Unternehmensleitung aufgenommen hat, mag ein erster Schritt sein – er reicht aber bei Weitem nicht aus.“

Esders fordert: „Die Stadt muss klar an der Seite der Beschäftigten stehen. Auch das Land Niedersachsen und die Bundesregierung müssen sich massiv für den Erhalt der Standorte einsetzen, statt den Strukturwandel dem freien Markt zu überlassen. Es braucht konkrete Industrie-, Struktur- und Transformationshilfen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue Perspektiven zu schaffen.“

OB Kalisch soll alle Akteure – insbesondere Betriebsräte – einbeziehen

Denn, betont Esders: „Eine sozial-ökologische Transformation der Industrie kann nur gelingen, wenn sie mit den Beschäftigten und nicht gegen sie gestaltet wird. Ich erwarte von der Oberbürgermeisterin, dass sie alle relevanten Akteure – insbesondere die Betriebsräte – an einen Tisch holt und gemeinsam mit Bund und Land um jeden Arbeitsplatz kämpft.“

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Yanfeng-Aus ist nächster Tiefschlag: CDU-Mittelstandsunion MIT warnt vor weiterem Substanzverlust


Mitteilung von: Patrick Pietruck, MIT Lüneburg – Am: 22.01.2026
Online: https://www.mit-lueneburg.de/aktuelles/ 


Die angekündigte Schließung des Yanfeng-Werks an der Lüner Rennbahn ist ein weiterer schwerer Schlag für den Industriestandort Lüneburg. „Nach dem Ende des Eisenwerks und der Verlagerung bei Jungheinrich verlieren wir nun auch bei Yanfeng hunderte Arbeitsplätze – das ist mehr als ein Einzelfall, das ist ein alarmierender Trend“, erklärt Patrick Pietruck, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU (MIT) Lüneburg.

Die MIT sieht mit großer Sorge, dass Lüneburg zunehmend industrielle Substanz verliert. „Wenn dieser Trend anhält, droht unserer Region eine wirtschaftliche Erosion. Wir brauchen dringend eine Rückbesinnung auf die wirtschaftliche Stärke als Grundlage für Wohlstand, Beschäftigung und soziale Sicherheit“, so Pietruck.

Politik muss Wirtschaft ernst nehmen: Vor Ort

Die MIT fordert eine aktivere Wirtschaftspolitik vor Ort und nennt speziell zügigere Genehmigungsprozesse – etwa bei Bau- und Gewerbeanträgen –, eine stärkere Relevanz wirtschaftlicher Belange in der Verwaltung und eine professionell geführte Ansiedlungspolitik. Auch die zügige Umsetzung der A39 ist aus Sicht der MIT von zentraler Bedeutung für die Anbindung und Attraktivität des Standorts Lüneburg. „Wer Wirtschaft nur mitläuft, braucht sich nicht wundern, wenn die Arbeitsplätze gehen“, mahnt Pietruck.

… und in Bund und Land

Gleichzeitig richtet die MIT deutliche Erwartungen an die Landes- und Bundespolitik: Weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Unternehmenssteuern und spürbar niedrigere Energiepreise für alle Unternehmen, nicht nur für Großunternehmen. „Die Rahmenbedingungen für den Mittelstand müssen endlich wieder stimmen – sonst wandert nicht nur Produktion ab, sondern die Zukunft ganzer Regionen“, so Pietruck weiter.

Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) ist der parteipolitische Wirtschaftsverband der CDU. Der MIT-Kreisverband Lüneburg vereint Geschäftsführer und leitende Angestellte regionaler Unternehmen. Auf Bundesebene war der Verband zuletzt im Gespräch wegen eines Antrags, das „Recht auf Lifestyle-Teilzeit“ abzuschaffen.

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