Hansestadt: Bildungspakt 2040 für gezielten Ausbau der Bildungslandschaft – SPD: In die Umsetzung gehen
Statt mit einem „Teufelskreis“ aus Bau- und Instandsetzungsmaßnahmen auf akute Bedarfe zu reagieren, soll eine auf demografischen Daten basierende Planung für den gezielten Ausbau der Lüneburger Bildungslandschaft sorgen. Schulentwicklungsplanung gemeinsam mit dem Landkreis soll helfen, die Infrastruktur bedarfsgerecht und wirtschaftlich zu erneuern. Mit fünf Bauvorhaben soll schon vorab gestartet werden. Keine weiteren Planungen, „sondern endlich Umsetzung“, fordert der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Dißelmeyer.
Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg – Am: 30.01.2026
Online: https://www.hansestadt-lueneburg.de – Foto: Pixabay. Klassenzimmer, Symbolbild.
Bildungspakt 2040: Signal für die Zukunft der Lüneburger Bildungslandschaft
Die Verwaltung hat dem Rat der Hansestadt einen Grundsatzbeschluss als Bildungspakt vorgeschlagen. Dieser Pakt von Politik und Verwaltung soll Modernisierung und bedarfsgerechten Ausbau von Schulen und Kitas langfristig sichern. Für die Verwaltung soll es der Auftrag sein, die notwendigen Ressourcen einzuplanen und sicherzustellen.
Schulentwicklung auf Daten-Grundlage bedarfsgerecht planen
Am 28. Januar 2026 haben Schul-, Bau- und Finanzausschuss der Hansestadt in einer gemeinsamen Sitzung über die Vorlage beraten. „Vor allem im Schulbau gibt es gravierende Investitionsrückstände“, machte Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch zu Beginn der Debatte deutlich. „Der Bildungspakt soll gewährleisten, dass die Bildungslandschaft nicht nur bedarfsgerecht, sondern auch wirtschaftlich ausgebaut wird: Weg vom isolierten Projektdenken, hin zur Systemsteuerung mit dynamischen Masterplänen.“ Grundlage soll eine datenbasierte Schulentwicklungsplanung sein. Auf dieser Basis sollen die Vorhaben dann nach transparenten Kriterien priorisiert werden.
Mit fünf Bauvorhaben schon vorab starten
Die Verwaltung schlägt gleichzeitig vor, einige Projekte vorzuziehen. Dabei handelt es sich um Maßnahmen, die nicht auf die Ergebnisse der Schulentwicklungsplanung warten können: an der IGS Kreideberg, der Oberschule Am Wasserturm, den Gymnasien Herderschule und Johanneum sowie der Hermann-Löns-Grundschule. Hierzu will die Verwaltung noch im Laufe dieses Jahres Masterpläne in den Fachausschüssen vorstellen.
Finanzierung durch Fördermittel und Beteiligung des Landkreises sichern
Zum Bildungspakt gehört auch ein Finanzierungskonzept. Die Maßnahmen sollen vor allem durch Fördertöpfe von Bund und Land sowie die Beteiligung des Landkreises Lüneburg gesichert werden. Die Verwaltung schlägt vor, 20 Millionen Euro der Bundes-Fördermittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität für die bauliche Infrastruktur von Bildung in Lüneburg einzusetzen.
Mit dem Bildungspakt setzt die Verwaltung auch einen Ratsbeschluss aus dem Oktober 2025 um: Der Rat hatte einstimmig beschlossen, dass der Antrag der SPD, Mittel aus Infrastruktur- und Investitionsprogrammen von Bund und Land in die Lüneburger Bildung zu investieren, in den Bildungspakt 2040 einfließen soll.
Schulausschuss: Einstimmige Empfehlung – Finanzausschuss: Ablehnung
Die Mitglieder des Schulausschusses sprachen dem Rat der Hansestadt einstimmig eine Empfehlung für den Bildungspakt aus. Auch vom Schulelternrat und von der Lehrervertretung gab es deutliche Zustimmung zu dem Pakt. Der Finanzausschuss stimmte knapp mehrheitlich dagegen. Der Bauausschuss gab keine Empfehlung ab.
Entscheidung bei der Ratssitzung im März 2026
Eine Entscheidung wird der Rat voraussichtlich im März 2026 fällen. Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch hofft, dass sich bis dahin alle Fraktionen einig werden: „Die Stadt braucht ein klares Votum für die Zukunft der Lüneburger Bildungslandschaft.“
- Hansestadt Lüneburg – Bürgerinfo: Schulausschuss 28. Januar 2026 – Tagesordnung und Unterlagen
- Hansestadt Lüneburg – Bürgerinfo: Bildungspakt Lüneburg – Beschlussvorlage BV/12248/25
- Hansestadt Lüneburg: Stadt plant langfristigen Bildungspakt und investiert 2025/2026 rund 45 Millionen Euro in Schulen und Kitas – 26.11.2024
Ein langfristiger und nachvollziehbarer Fahrplan zu Bildung und Sanierungsbedarf ist das Ziel des Bildungspakts 2040. Bis der Bildungspakt 2040 auf den Weg gebracht ist, geht es natürlich regulär weiter. Für 2025/26 ist ein Gesamtbudget in Höhe von rund 41,5 Mio. Euro für bauliche Maßnahmen an Schulen eingeplant. - NDR: Gegen den Trend: Weniger Schüler in Nordostniedersachsen – 02.02.2026
Das Land rechnet insgesamt mit steigenden Schülerzahlen. In Lüneburg, Uelzen und Seevetal (Landkreis Harburg) gehen die Schülerzahlen aber tendenziell zurück. Das berechnen die Kommunen anhand von Geburtenzahlen und Meldedaten.
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SPD-Ratsfraktion Lüneburg: Bildungspakt der Oberbürgermeisterin ist „Mogelpackung“
Mitteilung von: SPD-Ratsfraktion Lüneburg – Am: 28.01.2026 – Online: https://spd-lueneburg.de/
Scharfe Kritik übt die SPD-Ratsfraktion Lüneburg am von der Verwaltung vorgestellten Bildungspakt. „Der sogenannte Bildungspakt ist bislang nichts weiter als eine Mogelpackung. Viel Ankündigung, wenig Inhalt – und das nach mehr als einem Jahr Wartezeit“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Dißelmeyer.
Bereits am 1. Oktober 2025 war ein SPD-Antrag einstimmig beschlossen worden, der die Verwaltung klar beauftragt, Bundes- und Landesmittel gezielt und zügig in die Lüneburger Bildungsinfrastruktur zu investieren. Darin enthalten sind konkrete Sanierungs- und Neubauprojekte – von der Oberschule am Wassersturm über das Johanneum bis hin zum Sportpark Bilmer Berg.
SPD: Direkt mit Umsetzung der Projekte beginnen
„Es braucht keinen Beschluss des Beschlusses, sondern endlich Umsetzung“, so Dißelmeyer weiter. Offene Fragen gebe es mehr als genug: „Wo ist das finanzielle Gesamtkonzept? Wo die Priorisierung der Maßnahmen? Wo die Abstimmung mit dem Innenministerium? Und warum fehlt bis heute ein Nachtragshaushalt?“
Besonders kritisch sieht die SPD den Zeitverzug. „Wenn ein Konzept seit 2024 angekündigt wird und wir 2026 immer noch über Grundlagen reden, dann ist das schlichtweg schlechtes Management“, sagt Dißelmeyer. Die SPD macht zugleich deutlich: Sie steht zu einem Bildungspakt und verweist dabei auf die SPD-Anträge zur Ausstattung und Sanierung der Schulen und Kitas aus den Jahren 2024 und 2025.
- SPD-Ratsfraktion Lüneburg: https://spd-ortsverein-lueneburg.de/spd-stadtratsfraktion/
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