Aus dem Rat: Kontaktcafé in der Schießgrabenstraße, neues Bürger-Gutachten und Maja Lucht als nächste Stadtbaurätin
Am 12. Februar 2026 tagte wieder der Rat der Hansestadt. Der Bürger:innenrat übergab dem Rat sein Gutachten zu konsumfreien Orten für Kinder in der Innenstadt. Maja Lucht wurde einstimmig als neue Stadtbaurätin und Nachfolgerin von Heike Gundermann gewählt. Und schließlich soll in der Schießgrabenstraße ein Kontaktcafè als Anlaufstelle für Menschen in schwieriger Lage eingerichtet werden.
Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg – Am: 13.02.2026
Online: https://www.hansestadt-lueneburg.de – Foto: Hansestadt Lüneburg. Übergabe des Bürger-Gutachtens.
- YouTube – Hansestadt Lüneburg: Ratssitzung am 12. Februar 2026
Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Empfehlungen des Bürger:innenrates 2025 zu Aufenthaltsorten für Kinder in der Innenstadt und die Anmietung von Räumen für ein Szenecafé in der Hansestadt.
I. Rat beschließt die Einrichtung eines Kontaktcafés in der Schießgrabenstraße
Menschen in besonderen Notlagen bekommen in Lüneburg eine neue Anlaufstelle: Bei der Sitzung am 12. Februar 2026 beschloss der Rat mit großer Mehrheit, in der Schießgrabenstraße ein Kontaktcafé einzurichten. Den Wunsch gab es in der Stadt bereits lange. Mit dem Beschluss schuf der Rat jetzt eine rechtliche Grundlage. Gleichzeitig bekam die Stadtverwaltung den Auftrag, mit dem Eigentümer der Immobilie einen neuen Mietvertrag abzuschließen. Die Hansestadt hatte zuletzt bereits Räume in dem Gebäude in der Schießgrabenstraße angemietet, um unbegleitete geflüchtete Jugendliche unterzubringen.
Präventive sozialpolitische Maßnahmen
„Neben ordnungspolitischen Maßnahmen braucht es in der Innenstadt auch präventive sozialpolitische Maßnahmen. Dafür haben wir jetzt eine Lösung gefunden“, sagt Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. „Wir wollen insbesondere Menschen in schwierigen Lagen an dieser Stelle passgenaue Hilfe und Beratung anbieten.“ Ein umfassendes Konzept dazu ist in Arbeit.
Derzeit wird im Auftrag der Verwaltung an einer Studie zur Lüneburger Szene gearbeitet. Sobald voraussichtlich im Sommer 2026 daraus Ergebnisse vorliegen, sollen diese in die Ausgestaltung des Kontaktcafés einfließen. Dies soll im Sommer den Betrieb aufnehmen.
Vier Stockwerke und Nutzfläche von rund 650 Quadratmetern
Die Hansestadt strebt eine Mietdauer von drei Jahren mit der Option auf eine Verlängerung an. Das Gebäude verfügt über vier Geschosse vom Keller bis zum Dachgeschoss und eine Nutzfläche von insgesamt 650 Quadratmetern. Nach entsprechenden Renovierungsarbeiten soll im Erdgeschoss das Kontaktcafé entstehen.
Geplant ist, dass es an Werktagen jeweils für einige Stunden geöffnet ist und von pädagogischen Fachkräften betreut wird. Ein breites Hilfsangebot soll die Menschen vielfältig und wirkungsvoll unterstützen. In den oberen Stockwerken könnten Menschen in besonderen Notlagen vorübergehend ein Zuhause finden – als Übergang zu einer dauerhaften Unterkunft und angelehnt an das „Housing First“-Konzept.
II. „Konsumfreie Orte für Kinder in der Innenstadt“: Bürger:innenrat übergibt Gutachten an den Stadtrat
Foto: Hansestadt Lüneburg. Von links: Eva Kern, Koordinatorin des Bürger:innenrats, Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch, die Mitglieder des Bürger:innenrats 2025, Tommy Ziegler, Josefina Budzisch und Franziska Hartmann und – ganz rechts – Bürgermeisterin Jule Grunau mit dem aktuellen Bürgergutachten am 12. Februar 2026.
In der Ratssitzung am 12. Februar 2026 übergab der Bürger:innenrat offiziell sein Gutachten an den Rat der Hansestadt Lüneburg. Es enthält neun Empfehlungen mit konsumfreien Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in der Innenstadt.
Die Vorschläge betreffen unter anderem den Schrangenplatz, die Außenfläche des entstehenden Jugendzentrums Stadtmitte, Indoor-Spielräume und den Wandrahmpark. Zusätzlich bringt der Bürger:innenrat Ideen ein wie ausleihbare Spielekisten, ein Jugendcafé oder einen Jugend-, Innovations- und Bildungshub. Verbunden sind die Vorschläge mit konkreten Maßnahmen und Hinweisen auf ihre Bedeutung. Die Empfehlungen werden nun in den Fachausschüssen weiter beraten.
Der Bürger:innenrat, bestehend aus 30 ausgelosten Lüneburger:innen, tagte von September bis November 2025 an sechs Terminen im Rathaus. Fachliche Impulse kamen unter anderem vom städtischen Innenstadt-Team, vom Jugendforum und aus der Grünplanung. Zusätzlich besuchte die Gruppe mit der „Spielerei“ ein Beispiel für einen konsumfreien Ort für Kinder in Lüneburg.
Themensammlung für 2026
Noch bis Sonntag, 22. Februar 2026, können Lüneburger:innen Themenvorschläge für den nächsten Bürger:innenrat einreichen – persönlich im Dialograum in der Grapengießerstr. 47, über den Briefkasten am Rathaus (Eingang A) oder online. Die Vorschläge werden im Anschluss fachlich geprüft und in der interfraktionellen Arbeitsgruppe beraten. Zwei Mitglieder des Bürger:innenrates 2025 und ein Mitglied der vorangegangenen Gruppe wirken dabei mit. Die endgültige Entscheidung über das nächste Thema trifft der Rat.
- Hansestadt Lüneburg: Bürger:innenrat
Alle Informationen zum Bürger:innenrat und Formular für Themenvorschläge für die nächste Runde. Hinweis: Die Vorschläge können auch formlos und persönlich eingereicht werden. - Hansestadt Lüneburg: Bürgergutachten „Konsumfreie Orte für Kinder in der Innenstadt“ (PDF-Datei)
III. Einstimmig gewählt: Maja Lucht wird Lüneburgs neue Stadtbaurätin
In der Sitzung am 12. Februar 2026 wählte der Rat die bisherige Leiterin der Gebäudewirtschaft, Maja Lucht, einstimmig zur neuen Stadtbaurätin. Die 49-Jährige wird auf die langjährige Amtsinhaberin Heike Gundermann folgen, die Ende Mai in den Ruhestand geht.
Lucht: Verwaltung als verlässliche Partnerin von Politik und Stadtgesellschaft
Lucht dankte Rat und Verwaltung für das Votum und das Vertrauen: „Lüneburg ist wunderschön. Als Stadtbaurätin möchte ich die Identität dieser Stadt bewahren und zugleich mutig weiterentwickeln.“ In ihrer Vorstellungsrede skizzierte sie ihr Verständnis von Verwaltung als verlässliche Partnerin von Politik und Stadtgesellschaft. „Gute Stadtentwicklung gelingt dauerhaft nur im Dialog. Ich stehe für respektvolle Zusammenarbeit, klare Kommunikation und Verlässlichkeit.“ Dabei würdigte Lucht auch die Arbeit ihrer bisherigen Vorgesetzten Heike Gundermann: „Du hast mich gefordert und gefördert. Ich bin daran fachlich und persönlich gewachsen. Danke für dein großes Engagement für diese Stadt.“
Amtszeit beginnt am 1. Juni 2026
Die gebürtige Lüneburgerin ist Diplom-Verwaltungswirtin und seit vielen Jahren in der Stadtverwaltung tätig. Dort hat sie unterschiedliche Stationen durchlaufen und Verantwortung in verschiedenen Bereichen übernommen. Derzeit leitet sie die städtische Gebäudewirtschaft mit gut 100 Mitarbeitenden. Im Auswahlverfahren setzte sich Lucht unter vielen Bewerberinnen und Bewerbern durch.
Nach einstimmiger Empfehlung des Verwaltungsausschusses schlug Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch sie dem Rat zur Wahl vor. „Ich freue mich über das klare und berechtigte Votum des Rates und auf die gute Zusammenarbeit – dann in neuer Funktion“, erklärte Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. Die achtjährige Amtszeit von Maja Lucht beginnt am 1. Juni 2026.

Foto: Hansestadt Lüneburg. Nach der Wahl im Rat am 12.02.2026 ernannte Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch (rechts) Maja Lucht zur künftigen Stadtbaurätin.

Foto: Lüne-Blog. Anwesen Schießgrabenstr. 17, Lüneburg, Vorderfront. Im Erdgeschoss soll hier das Kontaktcafè seinen Ort finden.
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