Kampagne der Polizei: „Sich sicher fühlen im öffentlichen Raum“ – Vortrag für Frauen am 8. und 12. Mai 2026
Eine neue Präventionskampagne in Lüneburg, Lüchow-Dannenburg und Uelzen appelliert an das Einfühlungsvermögen von Männern: Sie können wesentlich beitragen, dass sich Frauen im öffentlichen Raum sicherer fühlen. Vorträge und ein WenDo-Kurs sollen Frauen bestärken bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Mitteilung von: Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen – Am: 15./17.04.2026
Online: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/59488/6255849 – Foto: PI Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen.
I. Präventions-Kampagne der Polizei: „Ansichtssache – Sicher fühlen im öffentlichen Raum“ gestartet
Grafik: PI Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Zwei Plakatmotive der Polizeilichen Kriminalprävention „AnsichtsSache“.
Wie sicher man sich im öffentlichen Raum fühlt, ist sehr individuell und hängt auch zusammen mit der Umgebung und der An- oder Abwesenheit bestimmter Personen. Tatsächlich weist die polizeiliche Kriminalstatistik für den Landkreis Lüneburg einen Rückgang der registrierten Straftaten von sogar 11 Prozent auf – deutlich über dem Rückgang im Landesdurchschnitt in Niedersachsen von gut 4 Prozent.
Bei der Vorstellung der Ergebnisse am 17. März 2026 hatte die Leiterin der Polizeiinspektion, Leitende Polizeidirektorin Stefanie Lerche, den Start der Präventions-Kampagne „Ansichtssache – Sicher fühlen im öffentlichen Raum“ in allen drei Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen bereits angekündigt. Sie weiß: „Beeinflusst auch durch einen starken, oft unreflektierten Social-Media-Konsum und Halbwahrheiten haben viele Menschen auch in unserer Region das Gefühl, nicht sicher zu sein – ohne genau zu wissen, warum. Hier wollen wir noch besser werden.“
- Lüne-Blog: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 für Lüneburg: Weniger Kriminalität, Aufklärungsquote angestiegen – 21.03.2026
Fast 10 Prozent weniger Straftaten, deutlich weniger Fahrrad-Diebstähle, eine höhere Aufklärungsquote – bei der Polizeinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen freut man sich über die positive Entwicklung.
Kampagne in drei Landkreisen appelliert an Einfühlungsvermögen von Männern
Die Plakatkampagne „AnsichtsSache“ beleuchtet Alltagssituationen aus verschiedenen Perspektiven. Denn was für die einen alltäglich und harmlos erscheint, kann andere verunsichern. Rücksicht und kleine Verhaltensänderungen können das Sicherheitsgefühl Ihrer Mitmenschen im Alltag stärken. Sieben verschiedene Plakatmotive zeigen Alltagssituationen und Handlungsideen dazu.
- Ein Beispiel: Du joggst gerne und läufst gerade deine bekannte Route. Eine Frau läuft nur wenige Meter vor dir. Es dämmert bereits und nur wenige Menschen sind unterwegs. Es ist gut möglich, dass die Frau vor dir von den gleichmäßigen Schritten, die sie hinter sich hört, beunruhigt ist. Wenn du das vermeiden möchtest, hast du mehrere Möglichkeiten:
– Wechsle die Straßenseite. Auch wenn es nicht der „logische“ Weg ist, lässt du der anderen Person damit etwas mehr Freiraum. Versuch Abstand zu halten. Lass dich zurückfallen oder kündige mit Worten an, dass du ein bisschen schnell bist und jetzt überholen wirst.
– Die Person vor dir biegt in deinen üblichen Weg ab. Ändere deine Route leicht ab. Laufe noch ein Stück weiter, vielleicht entdeckst du ja eine neue Route für dich. - Oder: Du hängst mit deinen Freunden ab. So eine Gruppe kann aber Einzelne verunsichern.
Mit den folgenden Tipps nehmt ihr Rücksicht auf andere:
– Bildet kein Spalier, wenn andere an euch vorbeigehen wollen. Macht aus der Gruppe heraus keinen Spaß über andere. Behaltet Kommentare oder Meinungen für euch, wenn davon andere betroffen sein könnten.
– Verhält sich jemand von euch daneben, ist aufdringlich oder belästigend? Dann solltet ihr einschreiten.
– Benötigt ihr Unterstützung? Dann ruft die Polizei unter 110.
… und gibt Tipps für Frauen: Gemeinsam seid ihr stärker!
Frauen haben manchmal das Gefühl, draußen nicht sicher zu sein. Insbesondere nachts fürchten sie sich, hinauszugehen – ohne genau zu wissen warum. Es gibt jedoch Möglichkeiten, sich stärker und sicherer zu fühlen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die folgenden Tipps können dabei unterstützen.
- Wenn du ausgehst oder nachts von einer Veranstaltung nach Hause gehen möchtest, verabrede dich schon im Vorfeld mit Freunden oder Freundinnen, dass ihr möglichst große Teile der Wegstrecke gemeinsam zurücklegt.
- Mach dich mit der Notruftaste deines Handys vertraut, so dass du in einer Notsituation sofort einen Notruf absetzen kannst
- Hol dir Hilfe von anderen: Sprich Personen an, die ebenfalls draußen unterwegs sind, wenn du dich unsicher fühlst. Frage sie, ob du dich für eine Weile zu ihnen gesellen kannst, bis die unangenehme Situation vorbei ist oder die Personen, die dich beunruhigt haben, nicht mehr vor Ort sind. Du kannst auch in ein Lokal oder einen Laden gehen. Sei auch du aufmerksam, wenn andere Menschen sich unsicher fühlen könnten, und biete ihnen Unterstützung an.
- Der öffentliche Raum ist für alle da, auch für dich. Nutze ihn selbstbestimmt. Eine aufrechte Körperhaltung vermittelt Selbstbewusstsein. Um dieses Selbstvertrauen im öffentlichen Raum zu erlernen oder zu verfestigen, könntest du einen Selbstbehauptungskurs besuchen. WenDo Kurse (Selbstbehauptung für Frauen und Mädchen) sind sehr zu empfehlen. Es geht darum, die individuellen Fähigkeiten zu stärken.
- Ruf im Notfall die Polizei unter 110.
II. Einladung: Vortrag „Wie Frauen sich schützen“ am 8. und 12. Mai 2026 in Lüneburg
Das Präventionsteam der Polizeiinspektion in den Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen bietet wieder Termine für die Vortagsreihe „Wie schützen sich Frauen?“ an. Viele Frauen denken, dass sie in Gewaltsituationen, z. B. bei verbalen und körperlichen Übergriffen, anzüglichen Bemerkungen oder Herabwürdigungen und ähnlichen Situationen keine Chance zur Gegenwehr haben. Untersuchungen zeigen das Gegenteil: Frauen, die sich wehren, sind häufig sehr erfolgreich! Der Vortrag informiert über drohende Gefahren, wie Täter vorgehen und wie man sich behaupten und verteidigen kann.
Die nächsten Vorträge „Wie schützen sich Frauen?“ finden in Lüneburg am Freitag, 8. Mai 2026, von 10 bis 12 Uhr und am Dienstag, 12. Mai 2026, 18 bis 20 Uhr statt. Referentin ist Polizeihauptkommissarin Kathrin Richter, Beauftragte für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Die Veranstaltungen finden alle im Behördenzentrum, Auf der Hude 2, in Lüneburg statt. Das Präventionsteam der Polizeiinspektion Lüneburg plant auch einem zweitägigen Grundkurs WenDo „Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen“.
- Anmeldung unbedingt erforderlich über die Polizei Lüneburg: Frau Springer, Telefon 04131 607 2103
Hinweis: Die Zahl der Plätze ist begrenzt!
Hilfe finden bei Gewalterfahrung
Förderverein Kriminalprävention Lüneburg e.V. – Runder Tisch gegen Gewalt in der Familie: Hilfe bei Gewalterfahrung- Frauenhaus Lüneburg (mit Frauenberatungsstelle Frauen informieren Frauen FIF): Frauenhaus Lüneburg

Grafik: Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Plakatmotiv der Polizeilichen Kriminalprävention „AnsichtsSache“: Spazierengehen mit dem Hund – in zwei Perspektiven.
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