Foto: Hansestadt Lüneburg. Der Behindertenbeirat Lüneburg: Vorsitzende Daniela Laudan (Mitte) und die stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Jonasson und Miriam Ihnen.

Behindertenbeirat Lüneburg zum 5. Mai 2026: Barrieren mit Sprühkreide markiert

Wie barrierefrei ist Lüneburg? Vom Kopfsteinpflaster, das mit Rollstuhl kaum überwindbar ist, bis hin zu Stufen und fehlenden Zugängen gibt es hier jede Menge Barrieren und Hürden. Am Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, dem 5. Mai, markiert der Behindertenbeirat Lüneburg mit Sprühkreide deutlich sichtbar Hindernisse im privaten Wirtschaftsbereich. 


Mitteilung von: Behindertenbeirat Lüneburg – Am: 02.05.2026
Online: https://behindertenbeirat-lueneburg.de/ – Foto: Hansestadt Lüneburg.


Beirat für Menschen mit Behinderungen: Sprühkreide-Aktion zeigt fehlende Barrierefreiheit

Foto: Hansestadt Lüneburg (Archiv). Der Behindertenbeirat Lüneburg im Februar 2022: Vorsitzende Daniela Laudan (Mitte) und die stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Jonasson und Miriam Ihnen.

Wie barrierefrei sind Geschäfte und Arztpraxen in Lüneburg? Mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion in der Lüneburger Innenstadt macht der Beirat für Menschen mit Behinderungen auf Hürden und Hindernisse im privaten Wirtschaftsbereich aufmerksam. Graffiti mit Sprühkreide zeigen an, wo Menschen mit Behinderungen täglich an selbstbestimmter Teilhabe gehindert werden. Die gut sichtbaren Markierungen zeigen konkret an, wo Zugänge fehlen oder Stufen den Weg versperren. 

Aktion zum 5. Mai – Protesttag zur Gleichstellung von Behinderten

Die Aktion findet statt am 5. Mai 2026, dem europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Der erinnert an das Recht auf Teilhabe und Barrierefreiheit – verankert als Menschenrecht und im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Die Aktion antwortet auch auf den aktuellen Entwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes. Darin ist vorgesehen, dass Maßnahmen zum Abbau von Barrieren in der Privatwirtschaft pauschal als „unzumutbar“ eingestuft und unterlassen werden können. Wenn möglich, sollen mobile Individuallösungen gefunden werden. Aus Sicht des Beirats ein problematisches Signal.

Teilhabe verankert als Grundrecht der Bundesrepublik

„Barrierefreiheit darf kein freiwilliges Angebot sein, sondern ist Voraussetzung für echte Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe“, erklärt der Beirat. „Wenn wirtschaftliche Interessen über die Rechte von Menschen gestellt werden, wird Inklusion ausgebremst.“ Ziel der Aktion ist es, die Perspektive von Menschen mit Behinderungen in den öffentlichen Diskurs zu bringen und ein Bewusstsein für bestehende Missstände zu schaffen.

Der Beirat fordert klare gesetzliche Regelungen, die Barrierefreiheit auch im privaten Sektor verbindlich stärken. „Teilhabe ist kein Luxus, sondern ein grundlegendes Recht. Eine inklusive Gesellschaft misst sich daran, wie sie mit den Bedürfnissen aller Menschen umgeht.“

Mehr Information und Kontakt

Der Beirat für Menschen mit Behinderungen hat zehn Mitglieder und wurde am 11. November 2021 für 5 Jahre gewählt. Der Beirat arbeitet ausschließlich ehrenamtlich. Ziel ist es, die Möglichkeiten der Selbstbestimmung und Eigenständigkeit von Menschen mit Behinderung zu fördern, die gleichberechtigte Teilhabe am Leben nach Artikel 3 Abs. 3 Satz 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland sicherzustellen und gemeinsam mit der Hansestadt und dem Landkreis Lüneburg auf die Umsetzung von Barrierefreiheit laut der UN-Behindertenrechtskonvention hinzuwirken.

  • Behindertenbeirat Lüneburg: https://behindertenbeirat-lueneburg.de 
    E-Mail: info@behindertenbeirat-lueneburg.de
  • AG Lüneburg zu Fuß: Wie Furten für mehr Barrierefreiheit sorgen können – 05.05.2025
    Für reihenweise Aha-Erlebnisse sorgte die Aktion „Altstadt für Alle!“ neben dem Lüneburger Marktplatz am 4. Mai 2025. Mit Rollator, Trolley oder Rollstuhl entdeckten die Teilnehmenden, wie sich das Kopfsteinpflaster anfühlt. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, so ein Teilnehmer im Nachhinein. „Wie man da durchgerüttelt wird!“ Fußweg-Furten – glatte Überwege an Kreuzungen und Einmündungen – können hier Abhilfe schaffen.

Barrierefreiheit im öffentlichen Raum

Die AG Lüneburg zu Fuß setzt sich ein für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Das bedeutet: Barrierefreie und ausreichend breite Gehwege, gut begehbare Oberflächen und sichere Überwege. 

AG Lüneburg zu Fuß: Fotomontage. Ein Überweg, wie hier gezeigt, wäre eine enorme Hilfe, um von der Bäckerstraße aus den Platz Am Sande zu überqueren. Es würde auch für Sicherheit sorgen, wenn Taxen und Busse wissen, dass sie hier auf zu Fuß Gehende achten müssen.

AG Lüneburg zu Fuß: Fotomontage. Ein Überweg, wie hier gezeigt, wäre eine enorme Hilfe, um von der Bäckerstraße aus den Platz Am Sande zu überqueren. Es würde auch für Sicherheit sorgen, wenn Taxen und Busse wissen, dass sie hier auf zu Fuß Gehende achten müssen. Solche Furten sollten an zentralen Übergängen im Bereich der Innenstadt geschaffen werden.

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