Lüchow-Dannenberg: Jugendforum nimmt Stellung zu Mobilität, Rechtsextremismus und Chancengleichheit
Bessere Busverbindungen, ein günstigeres Deutschlandticket, begrünte Sitzplätze an der Jeetzel und mehr Aufklärung über Politik: Darüber diskutierten 43 Schüler*innen in Lüchow bei einem zweitägigen Jugendforum Anfang August 2026. „Bei den Jugendforen erleben sie, wie die politischen Gremien arbeiten und werden gestärkt, sich aktiv zu beteiligen“, so Landrätin Dagmar Schulz, die die anschließende Sitzung leitete. Sie zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Jungen und Mädchen.
Mitteilung von: Landkreis Lüchow-Dannenberg – Am: 10.08.2026
Online: https://www.luechow-dannenberg.de/ – Foto: Ulrichw, Pixabay. Präsentation in einem Seminar, Symbolbild.
Zweitägiges Jugendforum an der Jeetzel-Oberschule: Jugendliche proben Demokratie
Bessere Busverbindungen, ein günstigeres Deutschlandticket, begrünte Sitzplätze an der Jeetzel und mehr Aufklärung über Politik: Das sind einige Themen, über die 43 Schüler*innen der 9. Klasse der Jeetzel-Oberschule und der 11. Klasse des Gymnasiums Lüchow im Rahmen des zweitägigen Jugendforums Anfang August 2026 diskutierten. Kreisjugendpfleger Matthias Niebuhr, der mit seinem Team das Jugendforum organisierte, ist es wichtig, die demokratischen Möglichkeiten der Kommunalpolitik aufzuzeigen: „Dass junge Menschen sich real beteiligen können.“
Sammeln von Themen und Vorbereitung von Kurzvorträgen am ersten Tag
Am ersten Tag sammelten die Jugendlichen Themen und Ideen: Was stört? Was brauchen sie oder hätten sie gern anders? Auf großen Pinnwänden wurden die Ergebnisse festgehalten. In Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Jungen und Mädchen intensiv mit den gesammelten Themen und Wünschen. Sie erarbeiteten Plakate und bereiteten kurze Präsentationen vor. Dabei ging es um Themen wie Mobilität, Freizeitgestaltung, der Umgang mit Social Media, Chancengleichheit durch mehr Schülerrabatte oder Zukunftsperspektiven.
Zweiter Tag: Information, Debatte und Abstimmung unter Leitung von Landrätin Dagmar Schulz
Am zweiten Tag wurden die Anliegen in einer simulierten Ratssitzung vorgetragen und diskutiert. Anschließend wurde abgestimmt. „Ich bin beeindruckt, wie klar diese jungen Menschen ihre Anliegen vorgebracht haben, dazu in den Austausch gegangen sind und Beschlüsse gefasst haben“, berichtet Landrätin Dagmar Schulz. Sie hatte die simulierte Ratssitzung mit Rede, Gegenrede und Abstimmungen geleitet.
Hilke Sonderhoff, Leiterin der Jeetzel Oberschule, sieht als wichtige Erfahrung auch, „dass der Austausch, das gemeinsame Gespräch und Kompromisse suchen ganz wichtig sind, um gute Lösungen zu erreichen.“ Es sei eine gute Kooperation, wenn Jugendliche der Oberschule gemeinsam mit den etwas älteren Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums im Jugendforum arbeiten.
Jugendforum stärkt Beteiligung – Jugendliche bereits in Fachausschüssen vertreten
„Das Jugendforum hat gezeigt, dass die Schülerinnen und Schüler ihr Lebensumfeld selbst mitgestalten wollen und es ist unser Auftrag, ihnen die Möglichkeit dafür zu bieten. Bei den Jugendforen erleben sie, wie die politischen Gremien arbeiten und werden gestärkt, sich aktiv zu beteiligen. Die Zusammenarbeit der beiden Schulen ist dabei ein besonderer Wert“, so Landrätin Dagmar Schulz. „In dieser Wahlperiode hatte wir schon in einigen Fachausschüssen zwei Sitze zur Beteiligung von Jugendlichen mit Antrags- und Rederecht vorgesehen. Diese aktive Teilnahme musste aber gut vorbereitet werden, damit es gelingen kann.“
Blick auf die Themen: Mehr Aufklärung zum aktuellen Geschehen
Besonders wichtig war den Heranwachsenden mehr Aufklärung zu jugendrelevanten Themen. Das Thema Rechtsextremismus zum Beispiel wird nach dem Lehrplan erst in höheren Klassenstufen behandelt. Die Heranwachsenden kommen aber schon sehr viel früher damit in Berührung. Um sich eine eigene Meinung bilden zu können, wäre hier eine frühere Information wichtig. Die Schulen und der Kreisjugendpfleger wollen das gemeinsam aufgreifen. So soll es Expertenvorträge zu Social Media, Rassismus und Rechtsextremismus für die Schülerinnen und Schüler und die Eltern geben.
Mobilität vor Ort mit unterschiedlichen Zuständigkeiten
Die Jugendlichen erfuhren auch: Wer zuständig ist, ist unterschiedlich. Je nach Anliegen sind die Stadt, der Landkreis oder auch der Bund in der Verantwortung. Der Schulbusverkehr, organisiert vom Landkreis, war ein wichtiges Thema für die Jungen und Mädchen. Ein Schüler wünschte sich eine bessere Busverbindung nach Küsten – idealerweise im Halbstundentakt, andere fragten nach einem zusätzlichen Schulbus nach der vierten Stunde. Auch diese Anregungen und Ideen der Jugendlichen werden aufgegriffen und im Kreishaus weiterbearbeitet.
Einen günstigeren Preis für das Deutschlandticket, wie ihn die Jugendlichen wünschten, beschließt der Bund. Das geht über die Zuständigkeit des Landkreises hinaus. Aber die ehrenamtlichen Politiker*innen im Kreistag haben bereits 2023 auf Vorschlag der Landrätin beschlossen, dass im Wendland alle Schüler*innen, Auszubildenden und Freiwilligendienstleistenden kostenlos Bus fahren können.
Chancengleichheit und Teilhabe
Chancengleichheit und Teilhabe-Möglichkeit war ein weiteres wichtiges Thema. Damit auch Jugendliche mit kleinem Geldbeutel teilhaben können, forderten die Teilnehmenden Rabatte für Schüler*innen – für Sportangebote, im Schwimmbad, im Cafe, in Buchhandlungen oder beim Führerschein. Auch mehr Freizeitangebote, Jugenddiscos, Open-Air-Festivals und Schüler- bzw. Jugendtreffpunkte wurden gewünscht.
Jugendforen im Landkreis Lüchow-Dannenberg
Die Jugendforen im Landkreis werden von der Kreisjugendpflege angeboten und organisiert. In einer ersten Runde gab es zunächst Jugendforen in den drei Samtgemeinden und anschließend ein landkreisweites im VERDO. Die Ergebnisse dieser ersten Runde wurden evaluiert. Um junge Menschen besser zu erreichen, sollen Jugendforen auch zukünftig in enger Kooperation mit den Schulen stattfinden.
- Landkreis Lüchow-Dannenberg: Jugendpflege
Der Landkreis Lüchow-Dannenberg fördert in der Jugendpflege die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Grundlage hierfür ist das Kinder- und Jugendhilfegesetz, das auch den präventiven Charakter der Jugendarbeit hervorhebt. - Kreisjugendring Lüchow-Dannenberg: Deine Events, News & Vereine für Kids und Jugendliche!
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- Im Gespräch: Landrätin Dagmar Schulz und Schüler*innen vom Gymnasium Lüchow – 19.11.2026
Lokalpolitik auch für Jugendliche: In allen Fachausschüssen des Kreises würden zwei Plätze für junge Menschen als beratende Mitglieder bereitgehalten. Ziel sei, Jugendliche in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen, erklärte die Landrätin Dagmar Schulz (Lüchow-Dannenberg) Anfang November 2023 im Gespräch mit Schüler*innen des 13. Jahrgangs des Gymnasiums Lüchow. - 4 Tage als „Abgeordnete“: Lüneburger Schülerin beim Planspiel „Jugend und Parlament“ in Berlin – 21.06.2026
Vom 6. bis 9. Juni 2026 nahmen mehr als 250 junge Erwachsene aus ganz Deutschland gemeinsam teil am Planspiel „Jugend und Parlament“, darunter auch die Lüneburger Schülerin Hilla Lüders. In den Rollen von Bundestagsabgeordneten bilden die 17- bis 20-Jährigen Fraktionen, verhandeln Kompromisse und debattieren über Gesetzesentwürfe.

Foto: Landkreis Lüchow-Dannenberg. In Kurzvorträgen informierten die Jugendlichen beim Jugendforum im August 2026 über ihr Thema. Hier geht es um die Forderung nach mehr Information und Aufklärung über politische Themen, Social Media und Rassismus. Rechts Landrätin Dagmar Schulz, die die Sitzung leitete, und Kreisjugendpfleger Matthias Niebuhr.
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