AG Lüneburg zu Fuß: Gemeinsam für eine sichere und barrierefreie Stadt – fünf Forderungen zum Fußverkehr
Seit Dezember 2023 gibt es die AG Lüneburg zu Fuß. Ein gutes Dutzend Initiativen und Vereine haben sich hier zusammengeschlossen, um dem Fußverkehr in Lüneburg mehr Geltung zu verschaffen. Nach zwei Jahren ein Rückblick: Was hat sich inzwischen getan? Welche Ziele hat die AG für die kommenden Jahre?
Mitteilung von: AG Lüneburg zu Fuß – Am: 19.01.2026
Online: https://wechange.de/project/ag-lueneburg-zu-fuss – Foto: FUSS e.V.
AG Lüneburg zu Fuß: Gemeinsam für eine sichere, barrierefreie Stadt
Foto: FUSS e.V. Aktion „Ich steh im Weg!“ am 11. Oktober 2025 in der Heiligengeiststraße. Überall Aufsteller und Kopfsteinpflaster – und kein gutes Durchkommen mehr für Menschen mit Behinderung oder Kinderwagen oder … Am kleinen Tisch im Vordergrund sitzt Cécile Lecomte, Vizeweltmeisterin im Rollstuhl-Motocross. Trotzdem sind Wege in Lüneburg manchmal auch für sie unüberwindbar, berichtet sie.
„Fast jeder von uns geht täglich zu Fuß – sei es zum Einkaufen, zur Arbeit oder zum Spazieren. Doch wie sicher und angenehm ist es, sich in Lüneburg zu Fuß fortzubewegen?“ Seit Dezember 2023 setzt sich die AG Lüneburg zu Fuß dafür ein, den Fußverkehr in unserer Stadt sicherer, barrierefreier und rücksichtsvoller zu gestalten. Über ein Dutzend Initiativen und Vereine wollen Lüneburg gemeinsam in eine Stadt verwandeln, in der der Fußverkehr ebenso Priorität hat wie der motorisierte Verkehr.
Nach zwei Jahren zieht die Arbeitsgemeinschaft eine erste Bilanz und gibt einen Ausblick auf ihre zukünftigen Ziele. Fünf zentrale Forderungen sollen die Bedingungen für den Fußverkehr in Lüneburg deutlich verbessern.
1. Barrierefreie und ausreichend breite Gehwege
Wer mit Kinderwagen oder Rollstuhl durch die Innenstadt von Lüneburg geht, muss oft an engen Stellen stoppen, weil auf dem Gehweg Werbeaufsteller oder Fahrräder den Weg blockieren. Holpriges Kopfsteinpflaster sorgt für Stolpern und Hängenbleiben. Das kann nicht nur nervig, sondern auch gefährlich werden.
Laut den Regelwerken sollen Gehwege grundsätzlich mit einem Regelmaß von 2,50 Metern geplant werden. Dann können zu Fuß Gehende ungehindert nebeneinander gehen und man kommt auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl problemlos aneinander vorbei. Die Oberflächen müssen gut begehbar sein. Hindernisse wie Werbeaufsteller oder Außengastronomie dürfen nur genehmigt werden, wenn genügend Platz für den Fußverkehr bleibt. Auch muss der Winterdienst auf Gehwegen gewährleistet sein.
2. Rad- und Fußverkehr trennen – Sicherheit verbessern
Täglich gibt es in Lüneburg zahlreiche Konflikte zwischen Radfahrenden und zu Fuß Gehenden. Wenn der Radverkehr auf Gehwegen geführt wird, fühlen sich Menschen unsicher und bedroht. Schwächere Verkehrsteilnehmende wie Kinder, Ältere oder Menschen mit Behinderungen sind davon am stärksten betroffen.
Die AG fordert daher, Fuß- und Radwege zu trennen. Wege, die nicht den Vorgaben der Regelwerke entsprechen, sollen zeitnah verbessert werden. Ein jährlicher Auszug aus der polizeilichen Unfallstatistik für den Bereich der Hansestadt zeigt, wo die Prioritäten zu setzen sind. Die Begehungen der Unfallkommission in Lüneburg sollen öffentlich stattfinden und Ergebnisse und Maßnahmenvorschläge öffentlich zugänglich sein.
3. Rücksichtnahme und respektvolles Miteinander fördern
Die AG möchte die Position der schwächeren Verkehrsteilnehmer, wie etwa Senior:innen oder Menschen mit Behinderungen, stärken. In Lüneburg lebt bereits ein erheblicher Teil der Bevölkerung mit gesundheitlichen Einschränkungen oder ist älter als 65 Jahre. Deshalb fordert die AG, dass Barrierefreiheit in allen Planungen als oberstes Prinzip verankert wird. Eine jährliche Kampagne soll Rücksichtnahme gegenüber Schwächeren und den respektvollen Umgang zwischen allen Verkehrsteilnehmenden fördern.
4. Konzept für den Fußverkehr erstellen – Beauftragte für den Fußverkehr benennen
Die AG setzt sich für die Entwicklung eines Fußverkehrskonzepts für Lüneburg ein. Im bereits erstellten Verkehrsplan NUMP wurde festgestellt, dass es bei Wegebreiten, Querungsmöglichkeiten und Barrierefreiheit noch großen Verbesserungsbedarf gibt. Die AG fordert, dass diese Maßnahmen zügig umgesetzt werden, um den Fußverkehr sicherer und angenehmer zu gestalten. Dazu gehört auch die Benennung einer Person als Fußverkehrsbeauftragten, die die Umsetzung der geplanten Maßnahmen begleitet und überwacht.
5. Sozialticket für den öffentlichen Verkehr im Landkreis einführen
Ein weiteres wichtiges Anliegen der AG ist die Einführung eines Sozialtickets für den öffentlichen Nahverkehr. Besonders für sozial schwächere Menschen wird der Zugang zum öffentlichen Verkehr zunehmend schwieriger durch die Verteuerung des Deutschland-Tickets. Die AG fordert daher, dass im Landkreis Lüneburg ein Sozialtarif für den Busverkehr eingeführt wird, um Mobilität für alle zu ermöglichen – unabhängig von der finanziellen Lage. Vorbilder dafür gibt es in Lüchow-Dannenberg, Uelzen, Celle, Braunschweig und Hannover.
AG Lüneburg zu Fuß: Gemeinsam für eine sichere, barrierefreie Stadt
Die AG hat bereits erste Erfolge erzielt, wie die Einrichtung eines Fahrgastbeirats im Landkreis, der die Anliegen der Fahrgäste vertritt. Doch es bleibt noch viel zu tun. Ziel der AG ist es, den Fußverkehr in Lüneburg als festen Bestandteil der städtischen Mobilität zu etablieren und Verbesserungen umzusetzen, die den Alltag aller Bürgerinnen und Bürger erleichtern. Denn: „Unserem Eindruck nach ist noch viel Luft nach oben, was den Fußverkehr in Lüneburg betrifft. Dabei beginnt und endet praktisch jeder Weg zu Fuß”, so die Arbeitsgemeinschaft.
Mehr Information und Kontakt
Wer die Forderungen der AG unterstützen will, ist herzlich eingeladen zu den monatlichen Treffen, die regelmäßig am 2. Donnerstag im Monat um 16 Uhr stattfinden.
- Mehr Information: https://wechange.de/project/ag-lueneburg-zu-fuss/
- FUSS e.V. Lüneburg: Zwei Jahre AG Lüneburg zu Fuß: Fünf Forderungen für sicheren, barrierefreien Fußverkehr in Lüneburg
Die fünf Forderungen – ausführlich erläutert.
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- Für ein attraktives, sicheres und barrierefreies Lüneburg: AG Lüneburg zu Fuß appelliert an Rat und Hansestadt – 03.12.2025
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„Ich steh im Weg!“: Wer in Lüneburg unterwegs ist, sollte gut zu Fuß sein, um bei Holperpflaster, Aufstellern, Restauranttischen und Radverkehr zu bestehen. Die AG Lüneburg zu Fuß lud daher ein zur „Trainingsstunde“ am Samstag, 11. Oktober 2025, in der Heiligengeiststraße – als humorvolle Erinnerung an die Bedeutung von Barrierefreiheit und Sicherheit. - AG Lüneburg zu Fuß: Für mehr Barrierefreiheit im Stadtbereich – Teststrecke sorgt für Aha-Erlebnisse – 07.05.2025
„Eins, zwei, drei – los!“ hieß es neben dem Marktplatz am Sonntag, 4. Mai 2025. Und Jüngere und Ältere starteten mit Rollator, Trolley oder Rollstuhl, um am eigenen Leib zu erfahren, wie sich das Kopfsteinpflaster anfühlt. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, so ein Teilnehmer im Nachhinein. „Wie man da durchgerüttelt wird!“ Die AG Lüneburg zu Fuß fordert mit dieser Aktion mehr Barrierefreiheit im Straßenraum – einen „Neustart Inklusion“.

AG Lüneburg zu Fuß: Fotomontage. Ein Überweg, wie hier Am Sande beispielhaft gezeigt, wäre eine enorme Hilfe, um von der Bäckerstraße aus den Platz zu überqueren. Eine solche Furt würde den Fußverkehr bündeln und auch für Sicherheit sorgen, wenn Taxen und Busse wissen, dass sie hier auf zu Fuß Gehende achten müssen.
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Lünepedia: AG Lüneburg zu Fuß
Die Arbeitsgemeinschaft Lüneburg zu Fuß ist ein 2023 entstandener Zusammenschluss verschiedener Vereine und Initiativen in Lüneburg, darunter ADFC, Behindertenbeirat, Blinden- und Sehbehindertenverband, FUSS e.V., Lebenshilfe und VCD.
Die Arbeitsgemeinschaft setzt sich dafür ein, dass dem Fußverkehr in Lüneburg mehr Aufmerksamkeit und Geltung verschafft wird. Dafür macht sie auf Barrierefreiheit aufmerksam und will Rücksichtnahme und ein gutes Miteinander fördern.
Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Lüneburg_zu_Fuß
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