Eilantrag von Jungheinrich beim Arbeitsgericht Lüneburg, Linke übt Kritik – Neu: Gespräche mit Gewerkschaft gestartet
Das Unternehmen Jungheinrich will das Werk in Lüneburg schließen. Seit Ende November 2025 wird dort mit Unterstützung der IG Metall gestreikt. In einem Eilantrag fordert Jungheinrich nun, dass die Zufahrt nicht für längere Zeit blockiert werden darf. Am 5. Februar 2026 wird der Fall vor dem Arbeitsgericht verhandelt. Statt konstruktiv zu verhandeln, werde versucht, gewerkschaftlichen Protest juristisch einzugrenzen, kritisiert Ratsmitglied Marianne Esders, Die Linke. Kurzfristig hat das Unternehmen jetzt doch Verhandlungen mit der IG Metall aufgenommen.
Mitteilung von: verschiedene – Am: 02./03.02.2026
Online: s.u.- Foto: Lüne-Blog.
Arbeitsgericht Lüneburg: Eilantrag von Jungheinrich auf Unterlassung von Blockademaßnahmen
Verhandlung am 5. Februar 2026
Foto: Lüne-Blog. Arbeitsgericht Lüneburg, Adolph-Kolping-Str. 2, Lüneburg Neu Hagen, im Schnee.
Wie das Arbeitsgericht Lüneburg am 2. Februar 2026 mitteilte, liegt ein Eilantrag des Vorstand der Jungheinrich Aktiengesellschaft vor. Seit Ende November 2025 finden dort Streiks statt, zu denen die IG Metall aufgerufen hat. Eine mehrstündige Totalblockade, wie sie am 15. Januar 2026 stattgefunden habe, sei vom Streikrecht nicht mehr gedeckt. Das Unternehmen fordert die Unterlassung von Blockademaßnahmen. Die Verhandlung ist anberaumt für den 5. Februar 2026, um 10 Uhr im Arbeitsgericht Lüneburg, Adolph-Kolping-Str. 2, Sitzungssaal 1.
- Arbeitsgericht Lüneburg: Eilantrag von Jungheinrich auf Unterlassung von Blockademaßnahmen – 02.02.2026
Aktuell! IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt: Verhandlungen haben begonnen
Bei Jungheinrich haben am 3. Februar 2026 Verhandlungen über den Interessenausgleich, den Sozialplan und den Sozialtarifvertrag begonnen. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite haben sich darauf verständigt, die Gespräche in der kommenden Woche von Montag bis Donnerstag fortzusetzen. Im Fokus der Verhandlungen stehen Abfindungsregelungen im Rahmen des Sozialplans und des Sozialtarifvertrags – einschließlich zusätzlicher Abfindungen für Mitglieder der IG Metall. Zu den konkreten Inhalten wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart. Das teilte die IG Metall am späten Nachmittag des 3. Februar 2026 mit.
- IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt: https://nieder-sachsen-anhalt.igmetall.de/
Marianne Esders, Die Linke: Jungheinrich zerrt Streikende vors Arbeitsgericht
Streikrecht verteidigen – Politik in der Pflicht
„Ein alarmierendes Signal im laufenden Arbeitskampf“, so der Kommentar von Marianne Esders (Die Linke), Ratsmitglied in Lüneburg, zum Eilantrag der Unternehmensleitung von Jungheinrich vor dem Arbeitsgericht Lüneburg. Statt konstruktiv über den Erhalt von Produktionsarbeitsplätzen zu verhandeln, werde versucht, gewerkschaftlichen Protest juristisch einzugrenzen. Esders betont dabei, dass es nicht um eine rechtliche Bewertung des laufenden Verfahrens gehe.
„Über einzelne Maßnahmen entscheidet das Gericht. Politisch aber ist klar: Der Eilantrag der Unternehmensleitung von Jungheinrich ist ein weiterer Versuch, den berechtigten Protest der Beschäftigten zu schwächen. Statt Verantwortung für den Erhalt von Produktionsarbeitsplätzen in Lüneburg zu übernehmen, greift der Konzern zu juristischen Mitteln gegen diejenigen, die um ihre Existenz kämpfen.“
Existenzielle Sorgen der Beschäftigten – Verhandlungen aufnehmen
Vor dem Hintergrund des geplanten Wegfalls der Produktion in Lüneburg sei der Arbeitskampf Ausdruck existenzieller Sorgen vieler Beschäftigter. „Hier geht es um hunderte Arbeitsplätze, um industrielle Wertschöpfung und um die Zukunft der Region und ganzer Familien. Wer diese Realität ausblendet, trägt nicht zu einer Lösung bei. Ein fairer Ausgang dieses Konflikts“, so Esders weiter, „wird nicht vor Gericht entschieden, sondern am Verhandlungstisch – mit Respekt vor dem Streikrecht und mit dem klaren Ziel, Produktionsarbeitsplätze in der Region zu erhalten.“
Aufruf an Hansestadt und Land Niedersachsen
Kritik übt Esders erneut an der Rolle der Stadtspitze. „Die Oberbürgermeisterin hat bislang keine Gespräche mit Betriebsrat, Gewerkschaft oder Beschäftigten geführt. Gerade jetzt wäre es ihre Aufgabe, sich klar an die Seite der Beschäftigten zu stellen.“ Esders fordert auch ein aktives Eingreifen der Landespolitik: „Jetzt sind Ministerpräsident und Wirtschaftsministerium gefordert, Verantwortung zu übernehmen. Industriepolitik darf sich nicht darauf beschränken, Standortentscheidungen zu begleiten. Sie muss Arbeitsplätze sichern und faire Verhandlungen ermöglichen.“
- Die Linke Kreisverband Lüneburg: https://www.dielinke-lueneburg.de
Mehr bei Lüne-Blog
- Jungheinrich: Unternehmen blockiert Lösungen – Gewerkschaft setzt Arbeitskampf fort – 02.12.2026
Seit dem 20. November 2025 wird bei Jungheinrich für den Erhalt des Unternehmens gestreikt. Der Betriebsrat hat inzwischen mit Fachleuten ein Konzept entwickelt, um mit allen Beteiligten alternative Lösungen zu finden. „Doch der Vorstand blockiert jeden ernsthaften Dialog“, stellt Lennard Aldag, Geschäftsführer der IG Metall Celle-Lüneburg, fest. IG Metall und Betriebsräte zeigen sich tief enttäuscht und zunehmend empört.
Rat der Hansestadt: Gemeinsame Resolution für Erhalt des Standorts in Lüneburg
„Ich bin eine Jungheinrich-Tochter“, beschreibt Ratsmitglied Dr. Corinna Maria Dartenne die Mitarbeiterbindung des Unternehmens Jungheinrich in der Ratssitzung am 11.12.2025 bei der Diskussion zum Antrag „Resolution zum Erhalt des Jungheinrich-Standortes in Lüneburg“ (mehr). Ihr kurzer Beitrag macht deutlich, wie tief verankert das Unternehmen auch in den Herzen der Mitarbeitenden in Lüneburg war und wie groß die Enttäuschung über die Entscheidung sein muss.
- Hansestadt Lüneburg – Bürgerinfo: „Resolution zum Erhalt des Jungheinrich-Standortes in Lüneburg“
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Foto: Lüne-Blog. Arbeitsgericht Lüneburg, Adolph-Kolping-Str. 2, Lüneburg Neu Hagen, im Schnee.
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