Avacon-Urteil: SPD fordert aktive Unterstützung der Betroffenen – Hansestadt: Keine Rechtsberatung möglich
Das Oberlandesgericht Celle hat die Preiserhöhungen der Avacon für die Fernwärme für unzulässig erklärt. Die Hansestadt Lüneburg weist darauf hin, dass sie keine Rechtsberatung geben darf. Sie rät, sich mit Nachfragen an die AWO-Mieterberatung oder die Verbraucherzentrale zu wenden. Währenddessen fordert die SPD, die Stadt solle als „offizielle Interessenvertretung für die Betroffenen“ tätig werden und eine Bürgerversammlung vor Ort einberufen.
Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg – Am: 17.12.2025
Online: https://www.hansestadt-lueneburg.de – Foto: Quartiersmanagement Hanseviertel (Archiv).
Urteil gegen Fernwärme-Preisklausel: Avacon-Kunden bitte an Mieterberatung oder Verbraucherzentrale wenden
Foto: Quartiersmanagement Hanseviertel (Archiv). Avacon-Fernwärme-Kraftwerk in Kaltenmoor.
Sind die Preisgleitklauseln der Avacon Natur bei der Berechnung der Fernwärmepreise zulässig? Dazu hat das Oberlandesgericht Celle jetzt ein Urteil gefällt und der Klage des Bundesverbands der Verbraucherzentrale Recht gegeben. Demnach hält das Gericht die erfolgten Preiserhöhungen – mit wenigen Ausnahmen – für unzulässig. Was das für Fernwärmekunden auch in Lüneburg bedeutet, ist noch nicht absehbar. Die Verbraucherzentrale prüft aktuell eine Sammelklage. Die Avacon hat Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt.
Hansestadt: Avacon soll die Stadt unmittelbar informieren
In der jüngsten Ratssitzung berichtete dazu Lüneburgs Erster Stadtrat: „Aus städtischer Sicht gebietet es die Transparenz, dass die Preisanpassungsklausel ohne Rücksicht auf eingelegte Rechtsmittel zügig angepasst wird und die Avacon hierzu klar und offen in Richtung der betroffenen Verbraucher kommuniziert, wie es weitergeht.“ Dies habe die Stadt gegenüber der Avacon Natur deutlich gemacht. „Uns wurde zugesagt, dass wir hier unmittelbar über weitere Entscheidungen in Kenntnis gesetzt werden, um dann Betroffene sowie den Arbeitskreis Fernwärme informieren zu können.“
Hansestadt: Keine Rechtsberatung möglich
Verbraucher:innen, die Fernwärme von der Avacon Natur beziehen, können sich bei der Mieterberatung der AWO oder bei der Verbraucherzentrale über eventuelle rechtliche Schritte informieren. Die Stadt selbst darf nicht rechtlich beraten. Darauf weist die Hansestadt ausdrücklich hin.
- AWO Lüneburg / Uelzen / Lüchow-Dannenberg: Soziale Mieter*innenberatung
Regelmäßige Sprechzeiten gibt es in Lüneburg, Bülows Kamp 35, im AWO Familienzentrum in Kaltenmoor und im Quartiersladen Am weißen Turm. Hinweis: Eine persönliche Beratung ist grundsätzlich nur nach telefonischer Vereinbarung möglich! - Verbraucherzentrale Lüneburg: Kontakt und Terminvereinbarung
Die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Lüneburg ist in der Schröderstr. 16, nahe dem Marktplatz. Auch hier ist eine Terminvereinbarung nötig. Möglich ist auch eine kostenlose Telefonberatung ohne Termin.
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Erstattungen für Fernwärmekunden: SPD fordert mehr Engagement im Rathaus
Mitteilung von: SPD-Ortsverein Lüneburg – Am: 18.12.2025 – Online: https://spd-lueneburg.de/
Die SPD Lüneburg stellt sich an die Seite der von zu hohen Fernwärmekosten der Avacon Natur betroffenen Lüneburger. Sie fordert die Verwaltung auf, sich zügig und engagiert für die Verbraucherinnen und Verbraucher einzusetzen. In Zusammenhang mit dem Urteil des OLG Celle stünden Erstattungsansprüche in drei- und sogar vierstelliger Höhe im Raum.
Für Hansestadt steht Entscheidung an
Luca Thieme, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Lüneburg, fordert: „Den nächsten Schritt muss jetzt die Stadtverwaltung machen, um als offizielle Interessenvertretung für die Betroffenen wie im Interesse aller Steuerzahlenden stark zu machen. Denn auch städtische Gebäude werden mit Fernwärme geheizt.“
Thieme weiter: „Am 18. November ist die Entscheidung am OLG gefallen, wenn auch noch nicht rechtskräftig. Am 4. Dezember hat die Verbraucherzentrale die Sammelklage erhoben. Und am 11. Dezember berichtet die Hansestadt im Rat von Gesprächen? Das ist zu wenig! Spätestens wenn das Klageregister in einigen Wochen geöffnet ist, muss sich die Verwaltungsspitze entschieden haben, ob sie wirklich auf Seiten von Betroffenen und Stadtgemeinschaft stehen will oder weiter nur auf Gespräche setzt.“
SPD fordert mehr Information und Bürgerversammlung
Mutiges und entschlossenes Handeln und Transparenz empfiehlt die SPD Lüneburg auch in Gremien und fordert öffentliche Sitzungen des Energiebeirates, eine Bürgerversammlung vor Ort und die Unterstützung für den Arbeitskreis Fernwärme Kaltenmoor.
- SPD Lüneburg: https://spd-lueneburg.de
- Lüne-Blog: Linke zum Urteil gegen Avacon: Fernwärme gehört in kommunale Hand – 16.12.2025
Die Preisanpassungsformel in den Fernwärme-Verträgen von Avacon Natur sei unzulässig, weil sie nicht transparent und nicht nachvollziehbar ist, so das Oberlandesgericht Celle im November 2025. Die Ratsfraktion Die Linke sieht sich in ihrer Kritik an den Fernwärmepreisen bestätigt und verweist erneut auf den gemeinsamen Antrag mit der SPD, Wärmeversorgung und Heizkraftwerke in Lüneburg in kommunale Hand zu nehmen. - Lüne-Blog: Mehr Planungssicherheit: Rat beschließt Kommunale Wärmeplanung für Lüneburg – 29.06.2025
Klimafreundlich heizen im Stadtgebiet Lüneburg: Am 19. Juni 2025 beschloss der Rat das Konzept für die Kommunale Wärmeplanung. Aus den Ergebnissen: Das Wärmenetz in der Innenstadt soll verdichtet werden. In vier Stadtgebieten soll geprüft werden, ob hier Wärmenetze sinnvoll sind. Eigentümer:innen, die individuell heizen, sollen umfassend beraten werden. - Avacon Natur: Wärmetransformation in Lüneburg
Avacon Natur hat sich in Lüneburg ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die vollständige Wärmeversorgung soll CO2-emissionsfrei gestaltet werden. In unserem unter anderem größten Fernwärmenetzgebiet betreiben wir sieben Biogas-Blockheizkraftwerke sowie verfolgen weitere innovative Wärmekonzepte.

Foto: Hansestadt Lüneburg (Archiv). Fernwärme-Baustelle in der Lindenstraße, März 2024. In der Kommunalen Wärmeplanung ist vorgesehen, das Fernwärmenetz in der Innenstadt zu verdichten, um die Einwohnenden möglichst flächendeckend mit klimaneutraler Wärme zu versorgen.
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