Foto: Foundry, Pixabay. Mann mit Handy in der Hand.

Polizei: Warnung vor sexueller Erpressung über Online-Kontakt

Rund 4000 Euro überwies ein 21-Jähriger aus Rotenburg an Erpresser, weil er nicht wollte, dass kompromittierendes Material von ihm weitergegeben wurde. Schließlich wandte er sich an die Polizei. Die ermittelt nun und gibt Ratschläge, wie man sich gegen solche Erpressung schützt. Einfach zahlen ist keine Lösung: Die Täter stellen häufig weitere Forderungen.


Mitteilung von: Polizeiinspektion Rotenburg – Am: 24.03.2026
Online: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/59459/6242243 – Foto: Mann mit Handy. Symbolbild, Pixabay.


Polizei Rotenburg: Hoher Schaden durch sexuelle Erpressung im Internet

Ende Februar wurde ein 21-jähriger Mann im Landkreis Rotenburg Opfer von sogenannter „Sextortion“. Dabei handelt es sich um eine Form der sexuellen Erpressung im Internet.

Der Ablauf verläuft folgendermaßen: Die Täter bauen zunächst einen Online-Flirt auf. So bewegen sie ihre Opfer dazu, ihnen intime Bilder oder Videos senden. Im Anschluss drohen die Täter damit, die Aufnahmen an Freunde, Familie oder Arbeitskollegen zu verbreiten, und fordern Geldzahlungen. Für die Betroffenen ist das eine erhebliche psychische Belastung. Nicht selten sind sie daher bereit zu zahlen.  

Besonders problematisch ist, dass die Täter nach ersten Zahlungen häufig weitere Forderungen stellen und den Druck auf die Opfer erhöhen. Im vorliegenden Fall überwies der 21-Jährige in mehreren Tranchen insgesamt rund 4.000 Euro. Die Ermittlungen dauern an.

Schützen Sie sich vor sexueller Erpressung

  • Verschicken Sie keine Nacktaufnahmen.
  • Nehmen Sie keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen an.
  • Prüfen Sie regelmäßig Ihre Account- und Privatsphäre-Einstellungen.
  • Seien Sie zurückhaltend mit der Veröffentlichung persönlicher Daten wie Anschrift, Geburtsdatum oder Arbeitgeber.
  • Stimmen Sie nicht vorschnell einem Videochat zu. Im Zweifel: Kleben Sie die Kamera zunächst ab, um lediglich verbal zu kommunizieren und das Geschehen zu beobachten.
  • Stimmen Sie keinen Entblößungen oder intimen Handlungen in (Video-)Chats zu.
  • Halten Sie Betriebs- sowie Virenschutzsysteme auf Ihren Endgeräten wie Smartphone, Laptop, Tablet oder Computer immer auf dem aktuellen Stand, um sich vor Schadsoftware, sogenannter Malware, zu schützen. Es gibt Malware, die Ihre Webcam problemlos aktiviert und Sie damit jederzeit filmen kann.

Falls Sie bereits erpresst werden

  • Überweisen Sie kein Geld. Die Erpressung hört nach der Zahlung meist nicht auf. Gehen Sie generell den Forderungen der Erpresser nicht nach.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Kontaktieren Sie den Betreiber der Seite und veranlassen Sie, dass das Bildmaterial gelöscht wird. Nicht angemessene Inhalte kann man dem Seitenbetreiber über eigens hierfür eingerichtete Buttons melden.
  • Machen Sie auf die Strafbarkeit der Handlung aufmerksam.
  • Brechen Sie den Kontakt zu der anonymen Person sofort ab, reagieren Sie nicht auf Nachrichten.
  • Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer lokalen Polizeidienststelle auf und sprechen Sie das weitere Vorgehen ab.

Mehr Information und Kontakt

Grafik: Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen: Plakat zur Kampagne Taschendiebstahl-Prävention.

Grafik: Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen: Offene Handtasche. „Vielen Dank für Ihre Unaufmerksamkeit!“ Plakat zur Kampagne Taschendiebstahl-Prävention.

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