Foto: SPD UB Lüneburg. SPD-OB-Kandidatin Andrea Schröder-Ehlers beim Zukunftsforum Wohnen der SPD am 31.08.2026.

SPD Lüneburg positioniert sich: Region gerechter machen – Wohnen als entscheidende soziale Frage

Die SPD positioniert sich zu den Kommunalwahlen: An einem Strang ziehen und die Region gemeinsam gerechter machen, nennt SPD-Landratskandidat André Schuler als Ziel. Für die Vonovia-Wohnungen in Kaltenmoor versprach OB-Kandidatin Andrea Schröder-Ehlers – bei entsprechenden Voraussetzungen – das Vorkaufsrecht der Stadt wahrzunehmen. Für das geplante Bauvorhaben im Senkungsbiet Ecke Schanzenweg/Mönchsgarten fordert sie ein sofortiges Moratorium.


Mitteilung von: SPD-Unterbezirk Lüneburg – Am: 07.08.2026
Online: https://spd-lueneburg.de/termine/ – Foto: SPD-UB Lüneburg.


I. Sozialpolitik vor Ort: SPD diskutiert Handlungsmöglichkeiten der Kommunen

Foto: SPD-UB Lüneburg. SPD-OB-Kandidatin Andrea Schröder-Ehlers beim Zukunftsforum Wohnen der SPD am 31.08.2026 (siehe unten).

Wie kann Sozialpolitik vor Ort konkret gestaltet werden? Darum ging es bei der SPD-Veranstaltung am Mittwoch, 26. August 2026, bei der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg. Rund 60 Gäste diskutierten gemeinsam mit SPD-OB-Kandidatin Andrea Schröder-Ehlers, Günter Wernecke von der AWO und Ute Neumann vom DGB Region Niedersachsen Mitte.

Im Mittelpunkt: Inklusion, Schulbegleitung, Klassenassistenzen und Prävention

Ursprünglich war die Teilnahme des niedersächsischen Sozialministers Andreas Philippi vorgesehen. Aufgrund einer kurzfristigen Absage konnte er nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Dennoch fand die Diskussion auf dem Podium und mit den Gästen großen Zuspruch: Es entwickelte sich ein reger Austausch mit zahlreichen Fragen und Beiträgen aus dem Publikum zu vielfältigen Themen: Unterrichtsabdeckung, Inklusion, Schulbegleitung und Klassenassistenzen.

Nicht am Sozialstaat sparen – Region gemeinsam gerechter machen

Deutlich wurde: Wenn es darum geht, soziale Angebote vor Ort zu sichern und weiterzuentwickeln, haben die Kommunen – trotz begrenzter finanzieller und rechtlicher Spielräume – wichtige Gestaltungsmöglichkeiten. „Sozialpolitik entscheidet sich nicht nur in Hannover oder Berlin, sondern ganz konkret vor Ort. Kommunen müssen die Möglichkeiten bekommen, gute Angebote für die Menschen zu schaffen und soziale Teilhabe zu ermöglichen. Der Sozialstaat ist das Rückgrat unserer Gesellschaft – wer im sozialen Bereich spart, der spart am Ende auch an unserer Demokratie und dem Vertrauen in unser System“, so das Fazit der Gäste auf dem Podium.

„Gerade bei Inklusion, der Unterstützung von Schülerinnen und Schülern sowie der Gesundheitsprävention braucht es eine enge Zusammenarbeit von Kommunen, Sozialverbänden, Gewerkschaften und weiteren Akteuren. Wir wollen unsere Region gerechter machen. Dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen“, wie André Schuler, Landratskandidat der SPD im Landkreis Lüneburg, abschließend erklärt.

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II. SPD Lüneburg: Zukunftsforum Wohnen am 31. August 2026 – Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Wie schaffen wir bezahlbaren Wohnraum in der Hansestadt und dem Landkreis Lüneburg? Zu dieser Frage hatte die SPD Lüneburg am  31. August 2026 eingeladen zum „Zukunftsforum Wohnen“. Dabei ging es um den Verkauf der Vonovia-Wohnungen in Kaltenmoor* und die stark gestiegenen Erbbauzinsen in Lüneburg und dem Landkreis. Knapp 60 Interessierte hatten sich im Kunstsaal eingefunden. 

Was das Wohnen betreffe, gebe es in Lüneburg eine besondere Schieflage. „Die Attraktivität unserer Stadt kann nicht hoch genug bewertet werden – bringt allerdings auch Probleme wie die extrem hohen Mieten mit sich. Niedersachsenweit belegen wir hier einen Spitzenwert“, eröffnete SPD-OB-Kandidatin Andrea Schröder-Ehlers die Veranstaltung. Dabei sei „Wohnen die entscheidende soziale Frage unserer Zeit“.

Schröder-Ehlers: Bei entsprechenden Voraussetzungen Vorkaufsrecht der Stadt wahrnehmen

„Die Vorgänge rund um Tristan Capital haben nun nochmal Bewegung in den Umgang mit den Vonovia-Wohnungen in Kaltenmoor gebracht. Ob Tristan Capital der richtige Investor für die Objekte ist, daran habe ich aufgrund des spekulativen Vorgehens bei Projekten in anderen Städten gehörige Zweifel“, so Ehlers. Die große Chance einer Kommunalisierung bestehe darin, die Wohnungen zu kaufen, zu modernisieren und dauerhaft in Sozialwohnungen umzuwandeln.

„Wenn uns das gelingt, wäre das ein großer Schritt zur Ausweitung des preisgebundenen und bezahlbaren Wohnraums. Mehr als 2.000 Menschen mit vergleichsweise geringem Einkommen würden davon profitieren. Als Oberbürgermeisterin will ich mich daher für das Vorkaufsrecht der Stadt stark machen.“ Die Kommunalisierung der Vonovia-Wohnungen solle jedoch nur dann umgesetzt werden, wenn die finanziellen Voraussetzungen dafür gegeben seien. Mit einem Ertragswert- und Sanierungsgutachten müssten die realen Kosten ermittelt und geklärt werden, welche Fördermittel des Landes Niedersachsen dafür bereitstünden. 

Bericht aus Hannover: Teurer Kraftakt, aber langfristig lohnend

Thomas Hermann, Aufsichtsratsvorsitzender der Hannoveraner Wohnungsgesellschaft hanova, berichtete von den Erfahrungen mit dem Kauf von Vonovia-Objekten in Hannover. Das ermöglichte dauerhaft gesicherte Sozialwohnungen und die Aufwertung des Wohnumfeldes. „Es lohnt sich, auch wenn es am Anfang ein Kraftakt für alle Beteiligten ist und viel Geld kostet. Die sozialen Folgekosten für die Gesellschaft minimieren sich dadurch erheblich“, so sein Fazit.

Erbbauzins in Lüneburg und dem Landkreis

Anschließend ging es um den stark gestiegenen Erbbauzins in Lüneburg und dem Landkreis. Stefan Politze, SPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag, und Annegret Kühne von der Lüneburger Initiative Bezahlbarer Wohnraum im Erbbau führten ins Thema ein. Für die Grundstücke der städtischen Stiftungen hatte der Rat erst kürzlich den Lüneburger Weg beschlossen, bei dem der Erbpachtzins von 4 Prozent auf 1,5 Prozent reduziert wurde. Sich dies als Vorbild zu nehmen, gab Stefan Politze weiter an die Klosterkammer – einem der größten Erbpachtgeber in der Hansestadt.


*NDR: Lüneburg: Immobilienkonzern Vonovia verkauft fast 1.000 Wohnungen – 20.08.2026

III. Nach Rundgang im Senkungsgebiet: Schröder-Ehlers (SPD) fordert Moratorium und Bebauungsplan

100 Wohnungen plant ein privater Bauherr auf einem Grundstück im Senkungsgebiet an der Ecke Schanzenweg/Mönchsgarten. Bei einem Rundgang mit Anwohnenden haben sich SPD-OB-Kandidatin Andrea Schröder-Ehlers, Bundestagsabgeordneter Jakob Blankenburg (SPD) und weitere Mitglieder der SPD-Fraktion ein Bild davon gemacht, was es heißt, hier zu wohnen. Risse in den Wänden und über den Türstürzen, schiefe Mauern, Statikprobleme – die Senkungen in Teilbereichen nähmen zu, schilderten Anwohnende eindringlich. Die Risse würden größer, der Boden komme nicht zur Ruhe.

SPD-OB-Kandidatin Andrea Schröder-Ehlers: Baumaßnahme inakzeptabel

„Eine Baumaßnahme im bisher geplanten Umfang ist für uns absolut inakzeptabel“, so Andrea Schröder-Ehlers. Die Menschen dort machten sich zu Recht große Sorgen um ihre Häuser. Die Senkungen vom Ochtmisser Kirchsteig bis zur Gartenstraße seien gerade wieder erheblich. „Darum fordern wir ein sofortiges Moratorium und eine Veränderungssperre. Außerdem fordern wir die Verwaltung auf, zu prüfen, ob für den Bereich ein Bebauungsplan aufgestellt werden kann, um den Bewohnerinnen und Bewohnern in diesem störungsempfindlichen Gebiet mehr Sicherheit und Klarheit darüber zu geben, was geht und was nicht.“

Im Gespräch sind für das Areal zwischen Neuetorstraße und Michaelisfriedhof Pläne für Umbauten, Neubauten und ca. 100 Wohnungen samt Tiefgarage. Das Bauvorhaben an dieser Stelle hält die SPD für überdimensioniert. Auch kritisiert die Partei, dass die 30-Prozent-Quote für bezahlbaren Wohnraum bei den geplanten Kleinstwohnungen nicht eingehalten werde.

  • Hansestadt Lüneburg: Bauprojekt im Senkungsgebiet: Hansestadt informiert, sobald alle Gutachten vorliegen – 29.04.2026
    Zum geplanten Bauvorhaben am Schanzenweg gibt es aktuell keinen neuen Sachstand, wie die Hansestadt Lüneburg mitteilt. Sobald alle Gutachten und statischen Unterlagen vorliegen und geprüft wurden, wird es eine Infoveranstaltung für Anwohnerschaft und Interessierte geben. Mit Informationen zum derzeitigen Stand des Vorhabens.
  • Hansestadt Lüneburg: Das Lüneburger Senkungsgebiet 
    Unter Teilen der Lüneburger Innenstadt liegt ein großer Salzstock. Der Abbau von Tausenden Tonnen Sole jährlich hat Lüneburg vor allem im 15. und 16. Jahrhundert zu Reichtum verholfen. Als Folge des Salzabbaus entstand jedoch ein Senkungsgebiet, das potenziell die Standsicherheit der dortigen Gebäude gefährdet. An rund 300 Messpunkten werden die Erdbewegungen aufgezeichnet, um rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können. Die Messdaten werden regelmäßig ausgewertet. In der Regel geschieht dies alle zwei Jahre, bei Bedarf auch öfter.
  • Hansestadt Lüneburg: Karte vom Senkungsgebiet mit Messpunkten (PDF-Datei).

Mehr bei Lüne-Blog

  • Bauprojekt im Senkungsgebiet: Hansestadt beantwortet wichtige Fragen – 23. August 2025
    Die Bauaufsicht hat das Vorhaben intensiv geprüft. Vom Antrag bis zur Genehmigung vergingen mehrere Jahre. „Wir haben in dieser Zeit viele Gespräche geführt, das Bauvorhaben der Politik vorgestellt und uns eng mit Senkungsexperten abgestimmt“, sagt Stadtbaurätin Heike Gundermann. Alle Voraussetzungen für eine Genehmigung seien erfüllt.
  • Bauen im Senkungsgebiet: Hansestadt beantwortet häufige Fragen – 25.09.2026
    An der Ecke Vor Mönchsgarten / Schanzenweg im Lüneburger Stadtteil Kreideberg ist ein größeres Bauvorhaben geplant. Entstehen sollen etwa 100 Wohnungen. Das Grundstück liegt im Senkungsgebiet. Was bedeutet das und was muss beim Bauen beachtet werden? Die Hansestadt hat häufig gestellte Fragen und Antworten zusammengestellt. 
Das Senkungsgebiet in Lüneburg. Übersichtskarte. Grafik: Hansestadt Lüneburg.
Das Senkungsgebiet in Lüneburg. Übersichtskarte. Grafik: Hansestadt Lüneburg.

Lünepedia: Senkungsgebiet

Als Spätfolge der mittelalterlichen Salzgewinnung in der Lüneburger Saline gehört heute ein großer Teil der Stadt zu einem Senkungsgebiet. Es kommt zu geologischen Absenkungen, die teils starke Auswirkungen auf die Bausubstanz haben und in der Frommestraße sogar zum Abriss von Häusern führte. Die Senkungen sind noch nicht komplett zum Stillstand gekommen, das Gelände wurde neu bebaut und einige historische Gebäude, die gerettet werden konnten, sind inzwischen restauriert. 

Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Senkungsgebiet

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Ein Kommentar

  • „An einem Strang ziehen und die Region gemeinsam gerechter machen, nennt SPD-Landratskandidat André Schuler als Ziel.“ – Hm. Klingt gut. Aber hätte die SPD das in Lüneburg nicht schon in den letzten fünf Jahren machen können?
    In den Ratssitzungen schien ihr Verhalten aber regelmäßig eher von Angriff und Konfrontation als von Kooperation und Kompromissbereitschaft geprägt.

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