"Für Essen". Am Sande, Lüneburg. - Betteln ist grundsätzlich erlaubt, so das Ordnungsamt Lüneburg. Foto: Lüne-Blog.

Streetwork in der Innenstadt Lüneburg: Hansestadt und Diakonie führen Kooperation fort

Seit über 20 Jahren kümmerte sich ein Team von HERBERGEplus im Auftrag der Hansestadt um die aufsuchende Sozialarbeit. Zum 31.12.2025 endete der Vertrag überraschend, die Kriterien der Ausschreibung waren nicht erfüllt. Nun wurde gemeinsam eine Lösung gefunden. Die Mitarbeitenden sind bereits wieder im Einsatz.


Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg – Am: 22.01.226
Online: https://www.hansestadt-lueneburg.de – Foto: Lüne-Blog.


Streetwork in der Innenstadt: Hansestadt und Diakonie setzen Kooperation fort

Foto: Lüne-Blog. Bettler in Lüneburg, Platz Am Sande, während des Weihnachtsmarkts.

In der Lüneburger Innenstadt werden auch 2026 Streetworker vom Lebensraum Diakonie im Auftrag der Hansestadt unterwegs sein. Auf einen entsprechenden neuen Vertrag haben sich Stadtverwaltung und Diakonie in dieser Woche geeinigt. Zwei Mitarbeitende der Diakonie sind seit Mittwoch, 21. Januar 2026, wie in den vergangenen Jahren von Montag bis Freitag im Einsatz.

Vertrag war ausgelaufen – Kriterien der Ausschreibung nicht erfüllt

Zum Ende des Jahres 2025 war der Vertrag zwischen der Hansestadt Lüneburg und der Diakonie regulär ausgelaufen. Eine gesetzlich erforderliche Ausschreibung musste erfolglos abgebrochen werden, da auch das Angebot der Diakonie die Kriterien der Ausschreibung, wie berichtet, nicht erfüllte. „In konstruktiven Gesprächen haben wir eine für alle Beteiligten gute Lösung gefunden“, sagt Lüneburgs Sozialdezernentin Gabriele Scholz.

Hansestadt will weitere Stelle für aufsuchende Sozialarbeit ausschreiben

Dabei kommt die Hansestadt den veränderten Rahmenbedingungen der Diakonie entgegen: Zusätzlich zu dem Auftrag an die Diakonie plant die Hansestadt, eine weitere Stelle für die aufsuchende Sozialarbeit auszuschreiben. Diese Person soll das Team der Diakonie ergänzen. Insgesamt bleibt die Gesamtsumme der Wochenarbeitsstunden im Bereich Streetwork damit gegenüber dem Vorjahr konstant.

Streetworker sprechen Menschen außerhalb der Hilfesysteme an

Die Streetworker sprechen insbesondere Personen an, die kaum oder keinerlei Anbindung an bestehende Hilfesysteme haben. Hauptaufgabe ist es, Vertrauen aufzubauen, sie niedrigschwellig zu unterstützen und zu stabilisieren. Dazu soll den Menschen ein Zugang zu Hilfsangeboten vermittelt werden. „Die Arbeit lebt von der engen Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Kommunalen Ordnungsdienst, den Fachdiensten der Hansestadt, der Polizei und weiterführenden Institutionen“, sagt Tanja Mainz, Vorstandsvorsitzende von Lebensraum Diakonie e.V.

Mehr zum Thema

  • SPD Lüneburg: Ratsfraktion LüneburgPressemitteilung von 21.01.2026
    Da der bestehende Vertrag nicht verlängert wurde, gab es seit Jahresbeginn in Lüneburg gar kein Streetwork mehr. Dabei war das Auslaufen des bisherigen Vertrages zum 31.12.2025 lange bekannt. „Dass Streetwork seit Wochen komplett fehlt, ist nicht akzeptabel“, kritisiert SPD-Fraktionschef Thomas Dißelmeyer. Die SPD-Ratsfraktion fordert die Verwaltung auf, umgehend eine Übergangslösung zu schaffen und Streetwork dauerhaft als festen Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge sicherzustellen.
  • Lüne-Blog: Vertrag mit Lebensraum Diakonie ausgelaufen – Hansestadt will Streetwork neu aufstellen – 16.01.2026
    Seit 2012 kümmerte sich ein Team von HERBERGEplus im Auftrag der Hansestadt um die aufsuchende Sozialarbeit. Zum 31.12.2025 endete der Vertrag überraschend. Der Verein Lebensraum Diakonie habe die Kriterien der Ausschreibung nicht erfüllt, so Sozialdezernentin Gabriele Scholz. Marianne Esders (Die Linke) fordert, die Straßen-Sozialarbeit unverzüglich wieder aufzunehmen.
  • Lebensraum Diakonie: „Projekt Obdach“ – Tipp! Mathias Mensch: https://www.mein-obdach.de/
    Wie sieht der Alltag von Menschen aus, die auf der Straße leben? Wie gehen sie mit ihrer Situation um? Das Projekt „Obdach“, fotografiert von Mathias Mensch, soll größere Akzeptanz und Verständnis erreichen für Menschen, die in die Obdachlosigkeit geraten sind. Beeindruckend die Lebensschilderungen, die auch zeigen, wie ein Weg zurück in ein „normales“ Leben aussehen kann.

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