Richtfest Herbergeplus am 24. April 2025. Zimmermann Wolfgang Möck trägt den Richtspruch vor. Foto: Lebensraum Diakonie.

Vertrag mit Lebensraum Diakonie ausgelaufen – Hansestadt will Streetwork neu aufstellen

Seit 2012 kümmerte sich ein Team von HERBERGEplus im Auftrag der Hansestadt um die aufsuchende Sozialarbeit. Zum 31.12.2025 endete der Vertrag überraschend. Der Verein Lebensraum Diakonie habe die Kriterien der Ausschreibung nicht erfüllt, so Sozialdezernentin Gabriele Scholz. Marianne Esders (Die Linke) fordert, die Straßen-Sozialarbeit unverzüglich wieder aufzunehmen.


Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg – Am: 15.01.2026
Online: https://www.hansestadt-lueneburg.de – Foto: Foto: Lebensraum Diakonie.


Vertrag zur Streetwork mit Lebensraum Diakonie ausgelaufen – Hansestadt will Streetwork in Lüneburg neu aufstellen

Foto: Lebensraum Diakonie. Richtfest für die HERBERGEplus am 24. April 2025. Zimmermann Wolfgang Möck trägt den Richtspruch vor. Der Verein Lebensraum Diakonie schafft hier dringend nötigen, bezahlbaren Wohnraum für Wohnungslose im höheren Alter und mit Beeinträchtigungen.

Mehr Personal und mehr Kapazitäten: In den vergangenen Jahren hat die Hansestadt die aufsuchende Sozialarbeit in Lüneburg ausgeweitet, um sozialen Problemen in der Stadt angemessen zu begegnen. Künftig sollen die Zeiten, in denen die Streetworker:innen unterwegs sind, erweitert bzw. flexibler gestaltet werden, um noch besser auf die auch öffentlich geäußerten Bedarfe reagieren zu können. Das ist ein Baustein der jüngsten Ausschreibung zur Vergabe der aufsuchenden Sozialarbeit durch die Hansestadt.

Bewerbung von Lebensraum Diakonie erfüllte Vorgaben nicht

Beworben hatte sich darauf der Verein Lebensraum Diakonie, dessen Mitarbeitende die Aufgabe zuletzt im Auftrag der Stadt wahrgenommen haben. Der Vertrag war zum Jahresende regulär ausgelaufen. Aufgrund der neuen Leistungen musste die Hansestadt die Vergabe der aufsuchenden Sozialarbeit neu ausschreiben – dazu ist sie rechtlich verpflichtet.

„Bedauerlicherweise hat das Angebot der Diakonie die Kriterien der Ausschreibung nicht erfüllt“, sagt Lüneburgs Sozialdezernentin Gabriele Scholz. „Das hat uns selbst überrascht. Nach den rechtlichen Vergabevorgaben waren uns die Hände gebunden. Gespräche mit Bewerber:innen während des Verfahrens sind nicht zulässig“.

Aktuell im Gespräch für so genannte Verhandlungsvergabe 

Entsprechend der Vorgaben musste das Verfahren ohne Vergabe aufgehoben werden. In einem nächsten Schritt ist jetzt eine sogenannte Verhandlungsvergabe möglich. „Dazu befinden wir uns aktuell in Gesprächen mit der Diakonie, um hoffentlich schnellstmöglich zu einer guten Lösung im Sinne aller zu kommen“, sagt Sozialdezernentin Scholz. Dazu gehören aus Sicht der Stadt insbesondere verlässliche Einsatzzeiten und eine gute Erreichbarkeit.

Mitarbeitende der Diakonie derzeit nicht unterwegs

Nachdem der Vertrag zum Jahresende 2025 auslief, sind derzeit keine Streetworker der Diakonie unterwegs. Die zuständige Fachbereichsleiterin, Barbara David, betont mit Blick auf die aktuelle Situation: „Das Hilfsnetz für Menschen, die auf der Straße sind, ist natürlich weiterhin gespannt.“ Mitarbeitende aus dem Sozialbereich, Quartiersmanager:innen und die Kolleg:innen des Kommunalen Ordnungsdienstes seien in der Innenstadt und in den Quartieren unterwegs. „Sie alle haben die Menschen im Blick und wissen, was zu tun ist, wenn Hilfe benötigt wird“, sagt David.

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Foto: T. Hueske. Stellvertretend für das Vorbereitungsteam der Vesperkirche hier im Bild - von links: Jörg Hagen (Stiftung Diakonie – ich mache mit), Dörthe Grimm (Lebensraum Diakonie, Projektleiterin Vesperkirche), Silke Ideker (Pastorin St. Michaelis), Superintendent Christian Stasch (Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg), Holger Hennig (Leitung Haus der Kirche, Kirchenkreissozialarbeiter).

Foto: T. Hueske. Der Verein Lebensraum Diakonie ist auch aktiv eingebunden in die Organisation der alljährlichen Vesperkirche. Stellvertretend für das Vorbereitungsteam der Vesperkirche hier im Bild – von links: Jörg Hagen (Stiftung Diakonie – ich mache mit), Dörthe Grimm (Lebensraum Diakonie, Projektleiterin Vesperkirche), Silke Ideker (Pastorin St. Michaelis), Superintendent Christian Stasch (Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg), Holger Hennig (Leitung Haus der Kirche, Kirchenkreissozialarbeiter).

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