Unterrichtsausfälle im Winter 2026: Eltern bewerten Angebote der Schulen mit Note 2,7
Wenn die Schule wie zu Jahresbeginn ausfällt, müssen die Schulen eine Betreuung sicherstellen – und sollten weiterhin ihrem Bildungsauftrag nachkommen. Eine Umfrage von Leuphana Universität und Landes- und Kreiselternrat unter betroffenen Eltern zeigt, dass Distanzunterricht, wie ihn etwa jede fünfte Schule anbot, auch genutzt wurde. Die Notbetreuung, die etwa die Hälfte der Schulen eingerichtet hatte, wurde aber kaum in Anspruch genommen.
Mitteilung von: Leuphana Universität Lüneburg – Am: 27.02.2026
Online: https://www.leuphana.de/institute/ – Foto: Hochgestellte Stühle im Klassenzimmer. Symbolbild, Pixabay.
Leuphana-Studie zu Schulausfällen 2026: Note 2,7 für das Management an niedersächsischen Schulen
Befragung von Eltern zu Angeboten von Schulen während witterungsbedingter Schulschließungen
„Schulen bleiben zu“, „Heute fällt die Schule aus“, titelten die Zeitungen im Januar 2026. Verwaltungsvorschriften regeln für solche Fälle, dass die Schulen eine Notbetreuung sicherstellen müssen. Auch Distanzunterricht ist eine Option. Das Niedersächsische Kultusministerium erklärte im Nachgang, es habe den Eindruck gewonnen, Angebote der Schulen hätten reichlich bestanden und seien gut angenommen worden.
Doch wie haben die Eltern die Situation tatsächlich erlebt?
Umfrage der Leuphana Universität mit Kreiselternrat Lüneburg und Landeselternrat
Eine Umfrage des Instituts für Bildungswissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg gemeinsam mit dem Kreiselternratsvorsitzenden in Lüneburg und der Landeselternratsvorsitzenden in Niedersachsen hat sich damit beschäftigt, wie Eltern die Schulschließung Anfang Januar 2026 wahrgenommen haben. Dazu wurden rund 3.250 Eltern in Niedersachsen im Rahmen einer Stichprobe online befragt. Die Kinder der Befragten besuchen in etwa der Hälfte der Fälle (50,46 Prozent) ein Gymnasium, 25 Prozent eine Grundschule.
Angebote gab es teilweise, sie wurden aber wenig in Anspruch genommen
Für die Kinder von ca. 90 Prozent der Befragten fiel der Unterricht am 9. und 12. Januar einfach aus.
- Distanzunterricht boten nur wenige Schulen an, etwa 20 Prozent. Der wurde von den Kindern in den meisten Fällen aber auch genutzt.
- Eine Notbetreuung wurde der Hälfte der Befragten angeboten. Den nutzten aber nur sehr wenige Eltern, nur 1,5 Prozent. Ein möglicher Grund: Viele Befragte konnten ihr Kind nach eigenen Angaben an diesen Tagen im familiären Umfeld oder während des Home-Office betreuen.
Die Ergebnisse scheinen darauf hinzudeuten, dass einige Schulen eine Notbetreuung zwar anbieten, die Eltern diese jedoch nicht als attraktiv empfinden. So gaben die Eltern an, dass die Betreuung teilweise nicht lang genug gewesen wäre oder Schulen darum gebeten hätten, diese Möglichkeit nicht wahrzunehmen.
Fazit: Eltern stellen wenig Ansprüche – Schulen mehr in die Pflicht nehmen?
Insgesamt geben die befragten Eltern den Schulen für ihr Krisenmanagement im Durchschnitt die Schulnote 2,7. Marc Kleinknecht, Professor für Schulpädagogik und Schulentwicklung, zieht eine erste Bilanz: „So positiv, wie das Ministerium das Krisenmanagement der Schulen bei Schulschließungen dargestellt hat, haben es die Eltern nicht wahrgenommen. Allerdings scheinen die Eltern mit dem minimalen Programm noch ganz zufrieden zu sein und sich damit arrangiert zu haben.“
Seinem Team ging es bei der Erhebung aber nicht nur um ein Stimmungsbild, sondern auch darum, die Beweggründe für die Einschätzungen zu erfahren. „Bildungsgerechtigkeit ist maßgeblich davon abhängig, dass Unterricht verlässlich an jedem Schultag stattfindet und von professionellen Lehrkräften verantwortet wird. Die Qualität von Schule zeigt sich unter anderem darin, wie ernst ein Bildungs- und Betreuungsangebot auch in Ausnahmesituationen genommen wird“, sagt Kleinknecht.
- Leuphana Universität: Institut für Bildungswissenschaft
- Landkreis Lüneburg: Kreiselternrat (KER): Der Kreiselternrat (KER) – Facebook: Kreiselternrat Lüneburg
Der Kreiselternrat im Landkreis Lüneburg vertritt die Interessen der Eltern gegenüber Schulen, Verwaltung und Politik. Gemäß § 97 Abs. 1 des Niedersächsischen Schulgesetzes sind in Landkreisen Kreiselternräte zu bilden. Die Arbeit des KER fokussiert sich auf die Gestaltung einer guten und gesunden Bildungsumgebung. - Landeselternrat Niedersachsen: https://www.ler-nds.de/
Landkreis Lüneburg: Information über Unterrichtsausfall
Für den Fall, dass im Landkreis Lüneburg besondere Gefahrensituationen auftreten (zum Beispiel durch schlechte Witterungsverhältnisse), kann im Auftrag vom Landrat der Schulunterricht und die Schülerbeförderung landkreisweit ausfallen. Die Entscheidung ist im Wesentlichen abhängig von den Straßenverhältnissen und davon, ob die Verkehrsunternehmen den öffentlichen Personennahverkehr aufrechterhalten können.
Der Landkreis informiert bis 5:30 Uhr über einen Schulausfall auf verschiedenen Kanälen. Generell stellen die Schulen auch während eines Unterrichtsausfalls die Betreuung der Schüler sicher, die nicht zu Hause bleiben können.
Aber: Wenn der Landkreis Lüneburg nicht informiert, dass die Schule ausfällt, findet der Unterricht statt. Das letzte Wort über den Schulweg ihrer Kinder haben jedoch die Eltern: Sie können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder auf winterlichen Straßen zur Schule schicken.
- Landkreis Lüneburg: Schulunterricht und Schülerbeförderung bei sehr schlechtem Wetter
- Landkreis Lüneburg: BIWAPP – Bürger Info- und Warn-App
Die App BIWAPP informiert über besondere Ereignisse wie Straßensperrungen, Schulausfall, Waldbrand, Großschadenslagen und Katastrophen.
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