Foto: Gruppe Flederhörnchen. Unterstützer:innen am Ort zeigen ihre Solidarität: Keine A39 - Lüni bleibt!

Waldbesetzung im Lüner Holz: Polizeieinsatz am Montagmorgen, 12. Januar 2026 – Linke: Hansestadt gefordert

Aktualisiert! In den Vormittagsstunden am Montag, 12. Januar 2026, fand im Lüner Holz ein Polizeieinsatz statt, wie die Gruppe Flederhörnchen in ihrem Liveticker berichtete. Bei der Baumbesetzung handelte es sich um einen friedlichen, politischen Protest, ohne akute Gefahrenlage – dennoch wurde polizeilich eingegriffen, kritisiert Marianne Esders (Die Linke). Die Gruppe Flederhörnchen hatte sich am 13. Dezember 2025 auf zwei Plattformen im Lüner Holz eingerichtet. Sie will verhindern, dass hier für den Bau der A39 Rodungsarbeiten vorgenommen werden. 


Mitteilung von: Gruppe Flederhörnchen – Am: 12.01.2026
Online: https://t.me/s/waldbesetzunglueni – Foto: Gruppe Flederhörnchen.


Lüner Holz: Größerer Polizeieinsatz am Morgen des 12. Januar 2026 – Solidaritätskundgebung in der Nähe

Foto: Gruppe Flederhörnchen. Unterstützer:innen sind vor Ort gekommen und zeigen ihre Solidarität: „Keine A39 – Lüni bleibt!“

Wie die Gruppe Flederhörnchen berichtet, fand am Montag Morgen, 12. Januar 2026, ab 7:30 Uhr am Ort der Besetzung im Lüner Holz ein Polizeieinsatz statt. Zwischen 20 und 30 Polizeikräften waren vor Ort, teils in voller Kletterausrüstung, mit Lkw, Seilwinde und Brechstangen. Die Gruppe rief Unterstützer:innen auf, an den Ort der Besetzung zu kommen. 

Seit dem 13. Dezember 2025 hat die Gruppe Flederhörnchen das Waldstück Lüner Holz bei Lüneburg besetzt und dort zwei Plattformen eingerichtet. Die Gruppe will verhindern, dass für den Bau der A39 hier Rodungsarbeiten vorgenommen werden. Inzwischen wurde ein Baumhaus zerstört. Aktuell findet eine angemeldete Solidaritäts-Kundgebung statt in Sichtweite beim Radweg nahe der Autobahnauffahrt Adendorf, Koordinaten 53.2691482, 10.4289986.

Foto: Flederhörnchen. Eines der ehemaligen Baumhäuser Im Lüner Forst.

Foto: Flederhörnchen. Eines der ehemaligen Baumhäuser Im Lüner Forst.

Die Linke: Eingriff durch die Polizei ohne akute Gefahrenlage

Der erneute Polizeieinsatz zur Räumung der Baumbesetzung im Lüner Holz stößt bei der Linken Lüneburg auf scharfe Kritik, wie Marianne Esders am 12. Januar 2026 in einer Pressemeldung mitteilt. Als friedlicher, politischer Protest stehe die Baumbesetzung unter dem Schutz der Versammlungsfreiheit.

„Der Protest gegen Naturzerstörung und Autobahnbau ist legitim und notwendig“, erklärt Ratsmitglied Marianne Esders (Die Linke). „Es handelt sich um einen politischen, friedlichen Protest, der unter dem Schutz der Versammlungsfreiheit steht. Die Räumung stellt keine neutrale Gefahrenabwehr dar, sondern eine Eskalation durch die Polizei. Ohne konkrete, unmittelbare Gefahr darf politischer Protest nicht einfach als Sicherheitsproblem behandelt werden.“

Polizeieinsatz findet auf kommunalem Grund statt 

Kritisch ist auch, dass der Polizeieinsatz auf kommunalem Grund stattfindet. Auch wenn es sich formal um einen Polizeieinsatz handelt, ist die Stadtverwaltung nicht aus der Verantwortung entlassen. „Wenn auf städtischem Grund protestiert wird, hat die Kommune politische und administrative Möglichkeiten, deeskalierend zu wirken“, betont Esders. 

Die Linke fordert Oberbürgermeisterin Kalisch und die Stadtverwaltung auf, sich klar zum Recht auf Protest zu bekennen und ihre Handlungsspielräume gegenüber Polizei und Land aktiv wahrzunehmen. „Statt Eskalation zuzulassen, braucht es Dialog, Duldung und politische Lösungen“, so Esders weiter. „Repression beendet keinen Protest, sie verschärft Konflikte.“

Klimaschutz hat verfassungsrechtliche Relevanz

Der Protest gegen den Ausbau der A39 bleibt aus Sicht der Linken legitim und notwendig. „Wer Wälder schützt, handelt im öffentlichen Interesse. Klimaschutz hat verfassungsrechtliche Relevanz und ist durch Artikel 20 im Grundgesetz verankert. Die Aufgabe der Stadt ist es, diesen Protest nicht zum Sicherheitsproblem zu erklären, sondern die Ursachen politisch anzugehen“, so Esders abschließend.

Kommende Termine und mehr Information

  • Vollversammlung gegen die A39: Mittwoch, 21. Januar 2026, 18:30 Uhr – Avenir am Fluss, Ilmenaugarten 137c, Lüneburg
    Vor einem Jahr wurde für den Lüneburger Abschnitt der Autobahn ein Planfeststellungsbeschluss vorgelegt, gegen den der BUND geklagt hat. Leider hat die Klage keine aufschiebende Wirkung. Die Autobahn GmbH kann demnächst mit dem Bau beginnen. Das Aktionsbündnis lädt ein zur nächsten Vollversammlung am Mittwoch, 21. Januar 2026, um 18:30 Uhr zum Avenir am Fluss, Ilmenaugarten 137c in Lüneburg. Dort sollen gemeinsam Ideen gesammelt werden, um das zu verhindern. Außerdem gibt es einen kurzen Bericht zu den aktuellen Entwicklungen.
  • Online-Petition unterzeichnen: www.openpetition.de/a39-stoppen 
    Wer das Anliegen unterstützen will, kann die Online-Petition gegen den Bau der A39 unterzeichnen und weiterleiten.
  • Spendenkonto: Inhaber: VusEumUmseP e.V.
    IBAN: DE30 8306 5408 0004 0613 81 – BIC: GENODEF1SLR – Skat Bank – Betreff: A39Stoppen
  • Aktionsseite: https://a39-stoppen.de/

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Foto: Flederhörnchen. Die beiden Baumhäuser im verschneiten Wald.

Foto: Flederhörnchen. Die beiden Baumhäuser im verschneiten Wald. Hier haben sich die Flederhörnchen einquartiert. Nicht so schön ist, wenn das Trinkwasser gefriert. Thermoskannen mit heißem Wasser sind da zum Beispiel eine Hilfe.

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Lünepedia: A39

Die A39, eigentlich Bundesautobahn 39, liegt in Niedersachsen und besteht derzeit aus zwei Teilstücken, nämlich einem zwischen Seevetal und Lüneburg (31 km) sowie einem bei Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter (68 km). Der nördliche Teil der A39 ist durch Umwidmung der A250 entstanden. Zwischen 2027 und 2030 soll die so bezeichnete „Lücke“ geschlossen werden und damit 105 km Autobahn neu gebaut werden – mehr als bisher insgesamt vorhanden ist. Gegen dieses Bauvorhaben gibt es erheblichen Widerstand, insbesondere auch in der Lüneburger Bevölkerung.

Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/A39

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