Weltfrauentag: Frauenstreik am 9. März 2026 – Andrang bei Vortrag von Menschenrechts-Expertin Michaela Lissowsky
Weltweit unter Druck – so beschrieb Menschenrechts-Expertin Dr. Michaela Lissowsky die Situation von Demokratie, Menschen- und Frauenrechten am 5. März 2026 bei ihrem Vortrag in Winsen. Am Montag, 9. März 2026, soll weltweit ein Globaler Frauenstreik stattfinden, in Lüneburg um 15 Uhr auf dem Marktplatz.
Mitteilung von: Landkreis Harburg – Am: 06.03.2026
Online: https://www.landkreis-harburg.de/ – Foto: Landkreis Harburg
I. Aufruf zum Globalen Frauenstreik am 9. März 2026 – auch in Lüneburg
Montag, 9. März 2026, 15 Uhr – Marktplatz Lüneburg
„Kein Land der Welt hat die rechtlichen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern beseitigt“, so der aktuelle Report der Vereinten Nationen. „Weltweit verfügen Frauen nur über 64 Prozent der gesetzlichen Rechte, die Männern zustehen. 54 Prozent der Länder haben keine auf Einwilligung basierende gesetzliche Definition von Vergewaltigung. Wenn wir nicht schnell Veränderungen anstoßen, wird es noch 286 Jahre dauern bis zum gleichberechtigten Zugang zu Recht und Gerechtigkeit für ALLE Frauen und Mädchen!“
In Lüneburg mit dem töchterkollektiv
Eine weltweite Initiative ruft daher auf zum globalen Frauenstreik am 9. März 2026. „Wir streiken, weil Gewalt, ökonomische Abhängigkeit und politische Benachteiligung immer noch Realität sind“, so der Streikaufruf des töchterkollektivs für Montag, 9. März 2026, um 15 Uhr zur Demonstration auf dem Marktplatz. „Wir sind Töchter aus allen Generationen und allen Lebensrealitäten. Wir sind ein Kollektiv, das nicht länger wartet, sondern handelt. Wir schreiben nicht nur Geschichte mit – wir verändern sie.“
- UN: Internationaler Frauentag – mit Aufruf zum Globalen Frauenstreik am 9. März 2026
- töchterkollektiv: Frauenstreik in Lüneburg am 9. März 2026, 15 Uhr – Marktplatz
II. Winsen: Große Resonanz zum Vortrag von Menschenrechts-Expertin Michaela Lissowsky
Foto: Landkreis Harburg. Am Rande des Vortrags am 5. März 2026 im Gespräch: Menschenrechtsexpertin Dr. Michaela Lissowsky (Mitte), Gleichstellungsbeauftragte Andrea Schrag und Landrat Rainer Rempe.
„Wenn die Frauenrechte zurückgedrängt werden, ist die Demokratie in Gefahr“, so der Vortrag von Menschenrechts-Expertin Dr. Michaela Lissowsky in Winsen am 5. März 2026. Gut 120 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit zum Austausch mit der Direktorin der Human Rights Hub der Friedrich-Naumann-Stiftung in Genf und Vertreterin am UN-Menschenrechtsrat.
Demokratie, Menschen- und Frauenrechte unter Druck
Weltweit geraten die Freiheit und die Rechte von Frauen unter Druck: „Der Kampf um Macht und Kontrolle von Ressourcen tobt auf der Weltbühne, der Einsatz von Gewalt wird zunehmend normalisiert“, stellte Dr. Michaela Lissowsky fest. Der Trend sei besorgniserregend: „Dominanz und Überlegenheit erleben ein Comeback. Hört man sich die Rhetorik mancher Staatsoberhäupter an, so verbirgt sich dahinter der Glaube, über dem Gesetz und der UN-Charta zu stehen.“
Aktueller UN-Report stellt sogar Rückschritte bei Frauenrechten fest
„Doch Menschenrechte sind keine politische Ware und stehen nicht zur Disposition“, wie Lissowsky betonte. „Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau erfordert das Leben in einer freien und offenen Gesellschaft. Es erfordert eine stabile Regierung, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.“
Erst vor kurzem haben die Vereinten Nationen ein verheerendes Urteil zur Gleichberechtigung der Frau ausgestellt: „Kein Land der Welt hat die vollständige rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht“, heißt es. Vielerorts seien zudem einst errungene Fortschritte wie der Schutz vor Gewalt, die Gleichberechtigung im Familienrecht und der Diskriminierungsschutz wieder in Gefahr.
- tagesschau.de: Report zum Weltfrauentag: UN beklagen Rückschritte bei Frauenrechten – 05.03.2026
In vielen Ländern der Welt erleben Frauen und Mädchen Rückschritte bei der Gleichberechtigung und wachsende Diskriminierung. Laut UN machen zahlreiche Staaten lange erkämpfte Fortschritte wieder rückgängig. - UN: No country in the world has reached full legal equality for women and girls – 08.03.2026
On 8 March 2026, International Women’s Day, UN Women issues a global alert: Justice systems meant to uphold rights and the rule of law are failing women and girls everywhere. Women globally hold just 64 per cent of the legal rights of men, exposing them to discrimination, violence, and exclusion at every stage of their lives.
Erst 1995: Frauenrechte als Menschenrechte definiert
Erst 1995 wurde auf der Weltfrauenkonferenz in Peking endlich festgestellt, dass Frauenrechte Menschenrechte sind. Ein Paradigmenwechsel: „Mit Peking wurde Gleichstellung nicht mehr als gesellschaftliches Ideal formuliert – sondern als politische Verpflichtung“, betonte Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Harburg. „Bis dahin wurden Gewalt gegen Frauen, Diskriminierung und strukturelle Benachteiligung oft als soziale oder familiäre Probleme behandelt.“
Nun müssen sich Staaten daran messen lassen, wie sie Frauen schützen – nicht nur daran, was sie versprechen, wie Gleichstellungsbeauftragte Andrea Schrag erläuterte. „Solche internationalen Vereinbarungen sind aber kein Selbstläufer, sie müssen immer wieder mit Leben gefüllt werden.“
Frauentag als Bestandsaufnahme: Was muss verteidigt und weiterentwickelt werden?
„Der Internationale Frauentag erinnert uns daran, dass Gleichberechtigung kein historisch abgeschlossenes Kapitel ist. Er ist kein Tag des Rückblicks, sondern ein Tag der politischen Selbstvergewisserung“, so Schrag. Der Tag erinnere auch daran, „was wir noch verteidigen und weiterentwickeln müssen. Denn der Push Back beginnt nicht mit einem Paukenschlag. Er beginnt oft mit dem leisen Relativieren dessen, was längst Konsens ist.“
Auch in Deutschland noch keine echte Gleichberechtigung
Auch in Deutschland sei man „noch immer ein ganzes Stück von der tatsächlichen, alltäglichen Gleichstellung entfernt“, wies Landrat Rainer Rempe hin. Als Beispiel nannte er den geringen Anteil von Frauen in der Politik: Im Bundestag ist nur knapp ein Drittel der Abgeordneten weiblich, auf kommunaler Ebene sind es noch weniger. Auch die Führungspositionen in der Wirtschaft sind nur knapp zu einem Drittel von Frauen besetzt. „Im EU-Vergleich schneidet Deutschland damit vergleichsweise schlecht ab“, so Rempe.
Mehr bei Lüne-Blog
- „Let’s go, girl!“ – Internationaler Frauentag 8. März 2026: Veranstaltungen in Lüneburg
Rundgang, Filmmatinee, Vortrag, Theater, Kunst und Aktionen – rund um den Weltfrauentag am 8. März 2026 wird in und um Lüneburg wieder zu verschiedensten Veranstaltungen eingeladen.

Foto: Landkreis Lüneburg. Von links: Die Gleichstellungsbeauftragten Veronika Wilke, Landkreis, und Karin Fischer, Hansestadt Lüneburg, mit dem Veranstaltungsprogramm für das Frühjahr 2026 rund um den Weltfrauentag.
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