Wissenschaft und Aktivismus: Ausstellung, Podium und Workshop – 10.-12. Dezember 2025
Wissenschaft soll „neutral“ sein. Was bedeutet das? Sollen Nachhaltigkeitswissenschaftler*innen es für sich behalten, wenn sie bestimmte Lösungen als geeigneter und dringender identifiziert haben? Und Politikwissenschaftler*innen, die Belege haben, dass die AfD die Demokratie gefährdet? Unter dem Titel „Wissenschaft und Aktivismus“ beschäftigen sich drei Formate im Kunstraum der Leuphana Universität vom 10. bis 12. Dezember 2025 mit solchen Fragen.
Mitteilung von: Kunstraum der Leuphana Universität – Online: https://kunstraum.leuphana.de/ – Foto: Plakat (angepasst).
Leuphana Universität – Kunstraum: Wissenschaft und Aktivismus vom 10.-12. Dezember 2025
Welches Verhältnis zwischen Wissenschaft und Aktivismus besteht aktuell? Welches wünschen wir uns? Wo sollten die Bereiche gegeneinander abgegrenzt und wo ihre Zusammenarbeiten fruchtbarer gemacht werden?
Um diese Fragen geht es beim Projekt „Wissenschaft und Aktivismus: Produktive Kooperationen diskutieren“ am College der Leuphana Universität. Das Projektteam, bestehend aus Steffi Hobuß, Andy Brogan und Lena Eckert, hat dazu Perspektiven aus Wissenschaft, Aktivismus und Zivilgesellschaft erkundet. Die Ergebnisse werden nun vom 10. bis 12. Dezember 2025 in einer Videoinstallation mit zwei rahmenden Veranstaltungen zugänglich gemacht und zur Diskussion gestellt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Unterschiedliche Kontexte prägend – Anspruch an Wissenschaft als „neutral“
Dabei wurde deutlich: Aktivist*innen gestalten ihr Verhältnis zu Wissenschaft verhältnismäßig frei und selbstbestimmt aus. Wissenschaftler*innen haben es dagegen mit komplexeren Abwägungen zu tun: Je nach Position und Forschungsbereich müssen sie akademischen Ansprüchen, Eingebundenheiten und Abhängigkeiten Rechnung tragen.
Viele Wissenschaftler*innen kommunizieren sehr vorsichtig, um zu vermeiden, dass ihnen Aktivismus unterstellt wird – denn das impliziert häufig eine Delegitimierung der Forschungsergebnisse oder gleich des*r Wissenschaftlers*in selber. Wissenschaft, so lautet ein verbreiteter Anspruch, müsse schließlich „neutral“ sein, dürfe sich also gerade nicht mit Aktivismus verbinden.
Wie umgehen mit dem Anspruch der „Neutralität“ – bei Klimakrise und Gefährdung der Demokratie?
Aber was bedeutet „neutral“? Sollen Nachhaltigkeitswissenschaftler*innen es für sich behalten, wenn sie aufgrund ihrer Forschung bestimmte Lösungen für geeigneter und dringender als andere halten? Sollen Politikwissenschaftler*innen keine wissenschaftlichen Belege dafür weitergeben, dass die AfD die Demokratie gefährdet? Nicht grundlos wird hier unter dem Vorwurf des „Aktivismus“ und der „Ideologie“ gefordert, missliebige Forschungsrichtungen wie der Gender Studies oder postkolonialer Studien abzuschaffen.
Welche Verbindungen zwischen Wissenschaft und Aktivismus sind notwendig und fruchtbar?
Die Beschäftigung mit dem Verhältnis von Wissenschaft und Aktivismus führt immer wieder zur Frage nach Wissenschaftsfreiheit:
Was soll Wissenschaft dürfen und was nicht? Wie stark, in welcher Form und unter welchen Bedingungen dürfen und sollen Wissenschaftler*innen sich in zivilgesellschaftlichen Debatten engagieren?
Und schließlich: Wie lassen sich fruchtbare und notwendige Verbindungen zwischen Wissenschaft und Aktivismus fördern, ohne dem Aktivismus-Vorwurf Vorschub zu leisten?
- Kunstraum der Leuphana Universität: Wissenschaft und Aktivismus p2p
- Anschrift: Campus Gebäude 25, Universitätsallee 1, 21335 Lüneburg
Drei Formate der Auseinandersetzung
In drei Formaten geschieht die Auseinandersetzung mit diesen Fragen.
I. Videoinstallation – Öffnungszeiten
Mittwoch, 10. Dezember 2025, 14:30-20:00 Uhr
Donnerstag, 11. Dezember 2025, 10:00-18:00 Uhr
Freitag, 12. Dezember 2025, 10:00-16:00 Uhr
II. Podiumsgespräch: Wissenschaft und Aktivismus im Kontext von Demokratie
Mittwoch, 10. Dezember 2025, 17:00-18:30 Uhr
Welche Implikationen haben aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen rund um das Thema Demokratie für die Frage nach dem Verhältnis zwischen Wissenschaft und Aktivismus? Wie lassen sich aktuelle Diskussionen um Wissenschaft und Aktivismus vor dem Hintergrund demokratischer Grundwerte einordnen? Wo besteht Handlungsbedarf von wissenschaftlicher und/oder aktivistischer Seite? Das diskutieren:
- Sarah Engler, Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft an der Leuphana Universität
- Jürgen Zimmerer, Professor für Globalgeschichte an der Universität Hamburg und Leiter der Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“
- Jonas Korn, Nachhaltigkeitsforscher und Aktivist sowie Mitbegründer des Commons Zentrums Lüneburg.
- Es moderiert Steffi Hobuß.
III. Abschluss-Workshop: Die Projektergebnisse und ihre Implikationen
Freitag, 12. Dezember 2025, 13:00-14:30 Uhr
Auf Grundlage der Videoinstallation und Kurzbeiträge des Projektteams wollen wir ins Gespräch kommen: Wo positionieren wir uns in Bezug auf Wissenschaft und Aktivismus? Was brauchen wir von beiden und wo haben sie ihre Grenzen? Wie können und wollen wir über ihr Verhältnis sprechen?
- Kunstraum der Leuphana Universität: Wissenschaft und Aktivismus p2p
Hintergrund: Kunstraum.p2p
Das Format Kunstraum.p2p zielt darauf ab, unabhängiges und gemeinschaftliches Arbeiten von Studierenden zu unterstützen. „Kunstraum peer to peer“ bietet Raum und Ressourcen für studentische Gruppen, um gemeinsam ein Projekt zu entwickeln und Fragen unabhängig von, über oder im Rahmen eines Seminars zu bearbeiten und in die Praxis umzusetzen.
![]()
Lünepedia: Leuphana Universität Lüneburg
Die Leuphana Universität Lüneburg ist eine staatliche Universität in Trägerschaft einer Stiftung öffentlichen Rechts in Lüneburg. Ihre Schwerpunkte in der Forschung liegen in den Bereichen Bildung, Kultur, Nachhaltigkeit sowie Management und Entrepreneurship. In der Lehre hat sie ein für Deutschland ungewöhnliches, stark interdisziplinäres Studienmodell etabliert, mit einem College für das Bachelorstudium, einer Graduate School für die Verbindung von Master- und Promotionsstudium und einer Professional School für das Weiterbildungsstudium.
Die Universität Lüneburg wurde im Jahre 1946 ursprünglich als Pädagogische Hochschule Lüneburg gegründet und zählt mit rund 10.000 Studierenden und 1200 Beschäftigten zu den mittelgroßen Universitäten in Deutschland (Stand Wintersemester 2025/26).
Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Leuphana_Universität_Lüneburg
![]()
Ergänzung oder Korrektur? Bitte Mail an redaktion@luene-blog.de – danke!
Lüne-Blog veröffentlicht Pressemitteilungen, Berichte und Veranstaltungshinweise von Parteien, Verbänden und Zusammenschlüssen: https://luene-blog.de/ueber-uns/
Lüne-Blog kannst du auch lesen bei:
![]() |
![]() |
![]() |


