Tierschutz im Garten: Fahrverbot für Mähroboter nach Sonnenuntergang
Zum Schutz von Igel und Kleintieren weist der Landkreis Harburg hin, Mähroboter nach Sonnenuntergang nicht mehr laufen zu lassen. Denn Igel rollen sich bei Gefahr zusammen – und sind damit den scharfen Messern hilflos ausgeliefert. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg haben Mähroboter zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang Fahrverbot.
Mitteilung von: Landkreis Harburg / Landkreis Lüneburg – Am: 04./24.03.2026
Online: https://www.landkreis-harburg.de/ – Foto: Landkreis Harburg.
I. Artenschutz im Garten: Ruhezeit für Mähroboter nach Sonnenuntergang
Foto: Landkreis Harburg. Igel sind gefährdet. Die Abteilung Umwelt appelliert daher an Gartenbesitzerinnen und -besitzer, Mähroboter nach Sonnenuntergang nicht mehr laufen zu lassen.
Mit dem Frühjahr beginnt auch wieder der Einsatz der Mähroboter. Sie surren leise und drehen im Dunkeln zuverlässig ihre Runden – und am Morgen ist der Rasen gepflegt. Doch solche Gartenpflege ist für Igel eine tödliche Gefahr. Mähroboter können gravierende Schnittverletzungen bei Igeln, aber auch anderen kleineren Wildtieren, verursachen. Die Abteilung Umwelt des Landkreises Harburg appelliert daher an Gartenbesitzerinnen und -besitzer, bei der Rasenpflege ihre Mähroboter nicht abends oder nachts laufen zu lassen.
Nachtaktive Igel als Opfer der Mähroboter
Mit ihren rotierenden Klingen gefährden die technischen Helfer dämmerungsaktive Wildtiere, die im Garten auf Nahrungssuche sind. Das betrifft vor allem Igel. Denn als überwiegend nachtaktive Tierart nutzt der Igel Gärten, Parks und Grünanlagen während der Dunkelheit zur Nahrungssuche und Fortbewegung.
Und wenn der Mähroboter näherkommt, ist er ihm hilflos ausgeliefert: Igel sind keine Fluchttiere. Bei Gefahr rollen sie sich zusammen. Sie stellen zwar ihr Stachelkleid auf, doch gegen die scharfen und schnell rotierenden Klingen der Mähroboter schützt sie das nicht. Die Schneidmesser wirken bei Kollisionen unmittelbar auf Kopf, Bauch und Gliedmaßen und führen zu schwersten Verletzungen.
Ruhezeit für Mähroboter zwischen Sonnenuntergang und -aufgang
Igel gelten im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützt. Sie dürfen weder gefangen, verletzt oder getötet werden. Ihr Bestand sinkt stetig. Denn ihr Lebensraum geht verloren durch naturferne Gärten und Nutzflächen, Nahrungsmangel durch Insektenrückgang, Klimawandel, Einsatz von Pestiziden und Schneckenkorn und dichte Metallzäune. Viele sterben auch durch den Straßenverkehr. „Umso wichtiger ist ihr Schutz“, sagt Isabelle Quadbeck von der Abteilung Umwelt.
Sie betont: „Wir empfehlen, den Betrieb von Mährobotern auf die Tageszeit zwischen kalendarischem Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu beschränken. Damit tragen alle gemeinsam dazu bei, Igeln und anderen Wildtieren ein Stück mehr Sicherheit in ihren Lebensräumen zu geben.“
Und: Heimische Kräuter und Gehölze anpflanzen
Wer Igeln, Insekten und Vögeln einen Lebensraum anbieten und mehr Artenvielfalt in seinem Garten möchte, sollte zudem heimische Wildkräuter, Stauden und Gehölze anpflanzen. Ihre Blüten locken Insekten an, die wiederum Nahrung für Igel und Vögel sind. „Ein naturnaher Garten bietet vielen Arten Lebensraum und ist eine Oase für Mensch und Tier.“
Landkreis Lüneburg: Tipps für Artenschutz und naturnahen Garten
Auch der Landkreis Lüneburg bittet, Rasenmäh-Roboter nur bei Tag laufen zu lassen. „Und verzichten Sie auch auf den Einsatz von Gift und Laubsaugern im Garten. So helfen Sie mit, die Igel zu schützen“, rät Maike Mangelsdorf vom Landkreis Lüneburg. Igelhäuser oder Totholzhaufen bieten sichere Unterschlupfmöglichkeiten. Flache Wasserschalen können vor allem in den Sommermonaten eine wichtige Trinkwasserquelle darstellen.
II. Landkreis Lüchow-Dannenberg: Nächtliches Fahrverbot für Mähroboter
Um tierische Gartenbewohner wie Igel und andere nachtaktive Wildtiere zu schützen gilt wie mittlerweile in vielen deutschen Städten und Kommunen auch in Lüchow-Dannenberg ein Nachtbetriebsverbot für Mähroboter. Die geräuscharm und autonom agierenden Mähroboter werden häufig nachts und unbeaufsichtigt eingesetzt und stellen eine große Gefahr für Igel und andere kleine Wildtiere wie Frösche und Kröten dar.
Verbotszeitraum: Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang
Da der Aktivitätszeitraum des Igels bereits in der Dämmerung beginnt, ist der Verbotszeitraum für Mähroboter auf eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang des folgenden Tages festgesetzt. Die tägliche Nutzung des Mähroboters ist somit weiterhin gewährleistet.
Die Allgemeinverfügung des Landkreises zum Erlass des Nachtbetriebsverbotes der Mähroboter auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes ist auf der Internetseite des Landkreises unter den Amtlichen Bekanntmachungen im Elektronischen Amtsblatt Nr. 37 vom 24.09.2025 zu finden.
- Landkreis Lüchow-Dannenberg: Amtliche Bekanntmachungen
Mehr Information und Kontakt
- Bund Naturschutz: Schutz und Hilfe für das Wildtier Igel
- Landkreis Lüneburg: Naturschutz, Wald und Artenschutz
- NDR: Spürnase schützt Stacheltiere: Wie Hündin „Neele“ Igel rettet – 10.03.2026
Golden-Retriever-Dame „Neele“ ist ausgebildete Igel-Suchhündin. Bei der Igelhilfe im Landkreis Cuxhaven sucht sie seit Herbst 2025 nach Igeln – und bewahrt die potenziell gefährdeten Tiere vor dem Tod. - Tipp! Lüne-Blog: Torffreie Komposterde gibt es unschlagbar günstig bei der GFA in Bardowick!
Dass man torffreie Erde kaufen soll, hat sich inzwischen herumgesprochen. Nicht so bekannt ist, dass es diese unschlagbar günstig bei der Gesellschaft für Abfallwirtschaft (GFA) in Bardowick gibt – hergestellt aus dem Biomüll und Grünabfall der Lüneburger Haushalte.
Hintergrund: Das Wilde-Wiesen-Netzwerk – Rettungsnetz für Artenvielfalt
Eine wilde Wiese kann einen Beitrag dazu leisten, dass Insekten Nahrung und Lebensraum finden und Nachkommen produzieren können. Wenn sich viele Menschen mit ihren Flächen beteiligen, wird das Netz enger und die Insekten finden immer mehr lebenswerte Bereiche. Daher initiierte Dr. Olaf Anderßon, Leiter des 2022 endenden Pilotprojekts „Biotopverbund Elbtal Amt Neuhaus (BENe)“, im Jahr 2021 das Wilde-Wiesen-Netzwerk Lüneburg.
Mittlerweile haben sich weit über hundert Menschen in den Verteiler des Netzwerkes aufnehmen lassen, davon über die Hälfte Menschen mit einer eigenen Fläche. Die kleinste Fläche beträgt 25 Quadratmeter, die größte Meldung 16 Hektar. Insgesamt ist das Wilde-Wiesen-Netzwerk 59 Hektar groß. Es hat seinen Schwerpunkt im Landkreis Lüneburg und reicht darüber hinaus.
- Wilde-Wiesen-Netzwerk Lüneburg: https://lueneburg.wildewiese.net
- Kontakt: info@lueneburg.wildewiesen.net
Das Wilde-Wiesen-Netzwerk im Landkreis Lüneburg – Stand 2024.
![]()
Ergänzung oder Korrektur? Bitte Mail an redaktion@luene-blog.de – danke!
Lüne-Blog veröffentlicht Pressemitteilungen, Berichte und Veranstaltungshinweise von Parteien, Verbänden und Zusammenschlüssen: https://luene-blog.de/ueber-uns/
Lüne-Blog kannst du auch lesen bei:
![]() |
![]() |
![]() |



