Gewerkschaft ver.di: Warnstreik im Nahverkehr in Niedersachsen – MOIN Lüneburg als neuer Betrieb ausgenommen
Für bessere Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr hatte die Gewerkschaft ver.di am Montag und Dienstag, 20./21. April 2026, in verschiedenen Kommunen in Niedersachsen zum Warnstreik aufgerufen. Betroffen war auch Lüchow-Dannenberg. Als neu gestartetes Unternehmen war MOIN vom Warnstreik ausgenommen, fällt aber ebenfalls unter den neu abzuschließenden Tarifvertrag Nahverkehr.
Mitteilung von: Landkreis Lüchow-Dannenberg / ver.di – Am: 17./21.04.2026
Online: https://nds-bremen.verdi.de/ – Foto: Matthias Klump, ver.di.
Gewerkschaft ver.di: Tarifverhandlungen für den ÖPNV in Niedersachsen – starke Beteiligung an Streiktagen
1500 Teilnehmende bei Kundgebung in Hannover
Foto: Matthias Klump, ver.di. „Zusammen geht mehr“, Streikende beim Warnstreik am 27.03.2023 (Archiv).
Nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden hatte die Gewerkschaft ver.di am Montag und Dienstag, 20./21. April 2026, in einer Reihe von Kommunen in Niedersachsen zum Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. ver.di setzt sich in dieser Tarifrunde für bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten ein, die unter den Tarifvertrag Nahverkehr in Niedersachsen fallen. In Hannover fiel der Streik zusammen mit dem Start der Hannover Messe und sorgte für Staus und volle S-Bahnen.
Zehn Betriebe betroffen – MOIN Lüneburg ausgenommen
Der Tarifvertrag gilt für folgende Betriebe: ÜSTRA Hannover, BSVG Braunschweig, GÖVB Göttingen, SWO Mobil Osnabrück, WVG Wolfsburg, Delbus Delmenhorst, Stadtbus Goslar, Stadtverkehr Hildesheim, MOIN Lüneburg, Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven und die Lüchow-Schmarsauer Eisenbahn, die über einen Anwendungstarifvertrag an den TV-N gebunden ist.
„Als neu gestartetes Unternehmen haben wir die MOIN Lüneburg vom Warnstreik ausgenommen“, erklärt Christian de Jonge, ver.di-Koordinator für Busse und Bahnen in Niedersachsen. „Ausschließen kann man unter diesen Bedingungen grundsätzlich aber nichts.“
Positives Fazit der beiden Warnstreiktage
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zieht ein positives Fazit für die beiden Warnstreiktage. „Die Beteiligung der Kolleg*innen an allen betroffenen Standorten war sehr gut. Bei der zentralen Demonstration am heutigen Dienstag waren rund 1500 Beschäftigte des ÖPNV auf den Straßen“, sagt Marian Drews von ver.di, der die Verhandlungen führt. Die Auswirkungen der Arbeitsniederlegungen waren an beiden Warnstreiktagen in allen betroffenen Städten deutlich zu spüren.
In Bezug auf den ÖPNV dürften die Kommunen nicht länger mit der Finanzierung allein gelassen werden, Bund und Länder müssten hier dauerhaft unterstützen, so der ver.di-Verhandlungsführer.
Forderungen von ver.di für die Tarifrunde
Die Forderungen für diese Tarifrunde lauten im Einzelnen:
- Arbeitszeit: 37,5 Std./Woche – 33 Tage Urlaub
- Sonntagszuschlag auf 40 Prozent erhöhen
- Zeitzuschläge: Bezahlung nach der jeweiligen individuellen Entgeltstufe, mindestens aber nach Stufe 3
- Urlaubsgeld: Erhöhung bis EG7 auf 650 Euro und ab EG8 auf 550 Euro
- Modernisierung der Entgeltordnung
- Weitere Zuschläge: Einführung einer Mitteldienstzulage, Beginn Nachtarbeit ab 20:00 Uhr
- Laufzeit bis 31.12.2028
Nächste Verhandlungsrunde am 11. Mai 2026
Durch die anhaltende Blockadehaltung der Arbeitgeber bei drei Verhandlungsrunden habe man sich zum Streik genötigt gesehen. „Andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen oder Mecklenburg-Vorpommern haben durch ihre jüngsten Tarifabschlüsse im ÖPNV aber gezeigt, dass dort Veränderungen möglich sind. Wir appellieren an die Kommunalen Arbeitgeber in Niedersachsen, sich an diesen Abschlüssen ein Beispiel zu nehmen“, sagt Drews. Die nächsten Verhandlungen sind für den 11. Mai 2026 geplant.
- ver.di Niedersachsen-Bremen: Tarifverhandlungen für den ÖPNV in Niedersachsen: Starke Beteiligung an beiden Warnstreiktagen
- NDR: Warnstreik in Niedersachsen dauert an: Staus und volle S-Bahnen – 21.04.2026
Die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr in Niedersachsen sind auch am Dienstag, 21.04.2026, zum Warnstreik aufgerufen. Zehn Kommunen sind betroffen. Besonders am Morgen kam es vielerorts zu überfüllten Straßen und Staus.
Kreisweite Busausfälle im Landkreis Lüchow-Dannenberg
Auch der kreiseigene Verkehrsbetrieb Lüchow-Schmarsauer Eisenbahn (LSE) im Landkreis Lüchow-Dannenberg wurde im Rahmen des Warnstreiks am Montag und Dienstag, 20. und 21. April 2026, bestreikt. Zahlreiche Fahrten im ÖPNV und in der Schülerbeförderung fielen aus. Fahrten, für die die LSE Subunternehmen beauftragt hat, fanden statt. WendlandMobil informierte online über stattfindende Fahrten und Ausfälle. Fahrgäste wurden gebeten, sich vor Fahrtantritt hier zu informieren.
- WendlandMobil: Störungen und Sperrungen im Landkreis

Foto: ver.di. Abschlusskundgebung des Warnstreiks im ÖPNV am Platz der Menschenrechte in Hannover am 21. April 2026.
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