LNVG-Qualitätsmonitor 2025: Weniger plötzliche Ausfälle, aber unpünktlichere Regionalbahnen
Sämtliche Daten zum öffentlichen Verkehr mit Regionalzügen und S-Bahnen sammelt der LNVG-Qualitätsmonitor. Das Ergebnis für 2025: Die Verspätungen im LNVG-Gebiet werden seit Jahren mehr, die Pünktlichkeit ist auf 81 Prozent zurückgegangen. Immerhin sind nur 2,4 Prozent aller Züge plötzlich ausgefallen. Die LNVG behält entsprechend anteilig Zahlungen ein.
Mitteilung von: Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH – Am: 30.04.2026
Online: https://www.lnvg.de/spnv/ – Foto: uetrainer, Pixabay. Symbolfoto.
LNVG-Qualitätsmonitor: So fuhren die Nahverkehrszüge 2025
Foto: uetrainer, Pixabay. Symbolfoto: „Wo bleibt der Zug?“ Wartende Menschen am leeren Bahnsteig. Die Nahverkehrszüge in Niedersachsen wurden 2025 noch unpünktlicher als im Jahr davor.
Im Jahr 2025 sind in Niedersachsen weniger Nahverkehrszüge plötzlich ausgefallen als noch 2024. Die Pünktlichkeit der Züge ist allerdings erneut leicht gesunken. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG). Die LNVG ist für den Nahverkehr mit Regionalzügen in weiten Teilen Niedersachsens verantwortlich, ausgenommen die Region Hannover und der Regionalverband Großraum Braunschweig. Alle Daten zu Ausfällen, Pünktlichkeit und fehlenden Waggons stehen im LNVG-Qualitätsmonitor bereit. Die Ergebnisse können – nach Zuglinien sortiert – abgerufen werden. Aktualisiert wird die Übersicht vierteljährlich.
- LNVG-Qualitätsmonitor: https://www.lnvg.de/spnv/qualitaet-und-marketing/qualitaetsmonitor
Aus den Ergebnissen 2025
Weniger plötzliche Zugausfälle
2,4 Prozent aller Züge im Gebiet der LNVG sind im vergangenen Jahr plötzlich ausgefallen – der Wert ist besser als 2024. Damals waren es noch 3,3 Prozent. Ungeplant ausgefallene Züge sind für Fahrgäste besonders ärgerlich, da sie sich nicht darauf einstellen können. Die Gründe – unter anderem: Es gab weniger Störungen an Zügen und fast keine Streiktage. Carmen Schwabl, Sprecherin der LNVG-Geschäftsführung, ergänzt: „Es sind auch weniger Züge wegen Personalmangels ausgefallen. Offenbar gelingt es den Bahnunternehmen endlich, mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und auch zu halten.“
Fehlende Lokomotivführerinnen und Lokomotivführer, Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuer sowie Werkstattpersonal sind seit Langem ein Problem der Unternehmen. Schwabl: „Die Bahnunternehmen müssen sich hier weiter anstrengen. Noch gibt es zu viele plötzliche Zugausfälle. Erst wenn mindestens 99,3 Prozent der Züge fahren, werten wir das als ,im grünen Bereich‘.“
Aber Pünktlichkeit auf 81,3 Prozent zurückgegangen – Versäumnisse des Bundes
Als pünktlich gilt in dieser Auswertung ein Zug mit höchstens fünf Minuten Verspätung. Im Jahr 2025 lag die Pünktlichkeit im LNVG-Gebiet bei 81,3 Prozent, 2024 waren es noch 84 Prozent gewesen. Für den metronom RB31 zwischen Hamburg Hbf und Lüneburg gibt der Qualitätsmonitor für 2025 einen Durchschnittswert von 68,6 Prozent an, für den erixx RB32 Lüneburg-Dannenberg Ost einen Wert von 97 Prozent.
Die Verspätungen im LNVG-Gebiet werden seit Jahren mehr. „Fahrgäste und Bahnunternehmen bekommen immer stärker zu spüren, dass der Bund über Jahrzehnte zu wenig Geld ins Streckennetz investiert hat. Verspätungen wegen defekter Weichen oder Signale wären seltener, wenn die Technik in einem besseren Zustand wäre.“ Häufige Gründe für Verspätungen sind gefährliche Ereignisse, Wettereinflüsse, aber auch Fernzüge, die vorbeigelassen werden müssen. Zum Vergleich: Die DB gibt für ihre Fernzüge für 2025 eine Pünktlichkeit von 60,1 Prozent an. Dabei gelten Züge als pünktlich, die weniger als sechs Minuten verspätet sind.
Konsequenz: Bahnunternehmen bekommen wegen Qualitätsmängeln weniger Geld
Rund 600 Millionen Euro bezahlt die LNVG pro Jahr für die Zugfahrten an die verschiedenen Bahnunternehmen. Für Verspätungen, plötzliche Zugausfälle oder zu kurze Züge behält die Gesellschaft allerdings Zahlungen ein. Im vergangenen Jahr waren das 29,8 Millionen Euro. 2024 hatte der Wert noch bei 32,2 Millionen Euro gelegen. Grund für den Rückgang sind weniger plötzlich ausgefallene Züge.
„Wir würden uns freuen, wenn wir die volle Summe zahlen müssten, dass wäre der Beweis für einen störungsfreien Betrieb“, sagt Schwabl. Das einbehaltene Geld nutzt die LNVG zum Beispiel für Schienenersatzverkehr, qualitätssteigernde Maßnahmen wie zusätzliche Personalreserven, zusätzliche Triebfahrzeugführer-Ausbildungen oder zusätzliches Sicherheitspersonal.
Mehr Information
Sämtliche Daten zu Regionalexpress-, Regionalbahn und S-Bahn-Linien der Aufgabenträger in Niedersachsen stehen im LNVG-Qualitätsmonitor bereit. Die Seite wird quartalsweise aktualisiert.
- LNVG-Qualitätsmonitor: https://www.lnvg.de/spnv/qualitaet-und-marketing/qualitaetsmonitor
Hintergrund: Das ist die LNVG
Die LNVG plant für weite Teile Niedersachsens das Angebot mit Nahverkehrszügen. Sie vermietet Lokomotiven und Wagen an die Bahnunternehmen. Die LNVG bezahlt für die Zugfahrten rund 600 Millionen Euro im Jahr – das sind rund 60 Prozent der Kosten. Von den Fahrgästen, also über die Fahrkarten, werden etwa 40 Prozent der Kosten getragen. Außerdem ist die LNVG unter anderem Aufsichts- und Genehmigungsbehörde für den Verkehr mit Linienbussen und Stadtbahnen im Land.
Mit der Initiative für neuen Mobilität vor Ort – Mobilotsin – unterstützt die LNVG Kommunen und Landkreise bei der Verkehrswende. So führt die LNVG zum Beispiel jährlich in zehn Städten Fußverkehrs-Checks durch – für die Kommunen kostenlos.
- Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH: https://www.lnvg.de/
- LNVG: https://mobilotsin-niedersachsen.de/

Foto: Schulze, LNVG. Freuen sich über die Möglichkeit, an den Fußverkehrs-Checks der LNVG in Niedersachsen teilzunehmen: Teilnehmerkommunen 2025.
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