Aus dem Rat: „HanseExpress“ Hamburg-Berlin, Ilmenaustraße und Randzeiten-Betreuung im Ganztag
Wegen eines Kabelschadens fand die letzte Ratssitzung vor den Sommerferien am 1. Juli 2026 statt. Die Stadt unterstützt eine Initiative für einen „HanseExpress“ zwischen Hamburg und Berlin mit Halt in Lüneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal, wie OB Claudia Kalisch mitteilte. Weiter stimmte der Rat den neuen Plänen für einen Fahrradring im Bereich Ilmenaustraße zu. Ebenfalls beschlossen wurden die Elternbeiträge für Ferien- und Randzeiten-Betreuung an den Grundschulen. Die Hansestadt informiert hier über wichtige Ergebnisse.
Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg – Am: 02.07.2026
Online: https://www.hansestadt-lueneburg.de – Foto: Hansestadt Lüneburg. Ratssitzung in der Ritterakademie.
Zu den Themen der Ratssitzung am 1. Juli 2026 gehörten: Empfehlungen aus dem Nachhaltigen Mobilitätsplan NUMP, das Bauvorhaben am Wienebütteler Weg und die Erweiterung des Landschaftsschutzgebiets Grüngürtel West. Es folgen Anträge aus den Ausschüssen, unter anderem zum Abbau der grünen Oasen Am Sande (CDU), für mehr Hitzeschutz und Begrünung in der Innenstadt (Grüne) und zum Erbbaurecht. Danach stehen noch 31 nicht behandelte Anträge aus früheren Sitzungen an.
- YouTube: Hansestadt Lüneburg – https://www.youtube.com/@hansestadtlueneburg_de/streams
Die Ratssitzungen können online bei YouTube verfolgt werden.
I. Hansestadt Lüneburg unterstützt Fernbahn-Verbindung Hamburg-Berlin über Lüneburg, Uelzen und Salzwedel
Die Hansestadt Lüneburg unterstützt eine Initiative der Hansestadt Salzwedel, eine dauerhafte Fernbahn-Verbindung zwischen Hamburg und Berlin über Lüneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal zu schaffen. Das teilte die Oberbürgermeisterin bei der Ratssitzung am 1. Juli 2026 mit. Gemeinsam mit weiteren Kommunen entlang der Strecke setzt sich Lüneburg dafür ein, eine verlässliche InterCity- oder EuroCity-Anbindung einzurichten.
In einem gemeinsamen Schreiben appellierten die kommunalen Vertreter*innen an das Bundesministerium für Verkehr, die zuständigen Landesministerien und die Deutsche Bahn, die Planungen für eine dauerhafte Fernverkehrsanbindung zügig voranzubringen. „Ich danke dem Bürgermeister der Hansestadt Salzwedel, Olaf Meining, für diese wichtige Initiative“, sagt Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch.
Vorteil für Wirtschaft und Tourismus
Kalisch betont: „Das stärkt Lüneburg als Oberzentrum und verbessert die Erreichbarkeit für Pendlerinnen und Pendler, Unternehmen und Gäste. Diese Anbindung macht unsere Stadt im Wettbewerb noch attraktiver.“ Während der Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin habe sich gezeigt, dass Lüneburg als Fernverkehrshalt gut funktioniert und von vielen Fahrgästen genutzt wird.
Wie Landrätin Dagmar Schulz mitteilte, hat sich auch der Landkreis Lüchow-Dannenberg der Forderung nach einem solchen „HanseExpress“ angeschlossen: „Damit würde auch für den Landkreis Lüchow-Dannenberg ein wichtiger Zustieg zum Fernverkehr und damit eine Verbesserung der überregionalen Anbindung ermöglicht werden.“ Auch eine privat gestartete Online-Petition spricht sich dafür aus, die Verbindung dauerhaft zu sichern.
- tagesschau.de: Hamburg-Berlin: Initiative fordert dauerhafte Fernverkehrshalte – 30.06.2026
Kommunale Vertreterinnen und Vertreter fordern einen „HanseExpress“ zwischen Hamburg und Berlin, eine dauerhafte Fernbahnverbindung mit Halt in Lüneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal mit mindestens zwei täglichen Fernverkehrsverbindungen. - Hansestadt Salzwedel: HanseExpress von Hamburg über Salzwedel nach Berlin
Das gemeinsame Anschreiben im Wortlaut: PDF-Datei
II. Fahrradring: Rat stimmt neuen Plänen für Ilmenaustraße zu
Nach längerem Diskussionsprozess und mehrfacher Überarbeitung hat der Rat in der Sitzung am 1. Juli 2026 auch den neuen Plänen für die Ilmenau-/Altenbrückertorstraße zugestimmt. Grundlage waren Vorgaben des Rates, die Straße als sogenannte unechte Fahrradstraße auszugestalten – also mit Vorrang für den Radverkehr bei gleichzeitiger Freigabe für den motorisierten Verkehr – und dabei die vorhandene Zahl der Parkplätze zu erhalten. Zugleich sollte die Förderfähigkeit über das Bundesprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“ gesichert werden.
Zahl der Parkplätze sollte erhalten bleiben – Einschränkungen für Rad- und Fußverkehr
Die aktuelle Planung sieht nun vor, den Radverkehr im Mischverkehr auf einer durchgehend 5,50 Meter breiten Fahrbahn zu führen. Maßnahmen wie Sperrflächen und Inseln sollen die Sicherheit für abbiegende Radfahrende erhöhen. Die Gehwege sollen barrierefrei gestaltet und – wo möglich – verbreitert werden. Auch die Aufenthaltsqualität entlang der Ilmenau soll in dem Zusammenhang verbessert werden.
Um die politischen Vorgaben umzusetzen, waren jedoch Anpassungen erforderlich. Die Querparkstände im südlichen Abschnitt bleiben erhalten. Auf einer Länge von 100 Metern reduziert sich damit die Gehwegbreite auf rund 1,50 Meter. Als Ausgleich wird eine zusätzliche Querungsmöglichkeit für den Fußverkehr geschaffen. Im nördlichen Bereich werden Fahrradbügel versetzt, um den gewünschten Erhalt der Pkw-Stellplätze zu ermöglichen. Die Zahl der Stellplätze bleibt mit 72 bis 73 auf dem heutigen Stand.
Maßnahme bleibt förderfähig
„Trotz der notwendigen Kompromisse verbessert die Planung die Sicherheit für den Radverkehr spürbar“, ist Lüneburgs Verkehrsdezernent Markus Moßmann überzeugt. Gleichzeitig erfüllt die überarbeitete Planung weiterhin die Voraussetzungen für die bereits eingeworbenen Fördermittel: Für Maßnahmen, die den Radverkehr entlang des Rings fördern, werden rund 2,6 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung gestellt, eine Förderquote von bis zu 90 Prozent. Nach den Beschlüssen in Verwaltungsausschuss und Rat wird nun die Entwurfsplanung erarbeitet. Anschließend folgen Ausschreibung und Vergabe. Die bauliche Umsetzung ist für die Jahre 2027/2028 vorgesehen.
Hintergrund: Gesamtprojekt „Fahrradring Lüneburg“
Der Abschnitt Ilmenaustraße und Altenbrückertorstraße ist Teil des Gesamtprojekts „Fahrradring Lüneburg“. Dieser verbindet zentrale Ziele in der Innenstadt und verbessert schrittweise die Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr. Auf dem Fahrradring bleibt der motorisierte Verkehr zugelassen, der Radverkehr hat jedoch Vorrang.
- Hansestadt Lüneburg: Fahrradring: Rat stimmt neuen Plänen für den Abschnitt Ilmenaustraße/Altenbrückertorstraße zu – 02.07.2026
III. Ganztag an Lüneburger Grundschulen: Elternbeiträge für Ferien- und Randzeiten-Betreuung beschlossen
Zwar ist die Betreuung während der achtstündigen Ganztagsschulzeit ab dem kommenden Schuljahr kostenlos. Davor und danach besteht aber an vielen Schulen ebenfalls Betreuungsbedarf. In der Ratssitzung am Mittwoch, 1. Juli 2026, hat der Rat auch die Weichen für die künftige Randzeiten- und Ferienbetreuung an Lüneburgs Grundschulen gestellt.
Wie den schulischen Ganztag wird die Hansestadt auch die Ferien- und Randzeiten-Betreuung finanziell unterstützen. Im aktuellen Haushaltsjahr stellt die Hansestadt dafür 200.000 Euro bereit. Für das Haushaltsjahr 2027 werden Mittel in Höhe von rund 958.000 Euro eingeplant. Außerdem wird es eine einkommensabhängige Staffelung der Entgelte geben. Je geringer das bereinigte Bruttoeinkommen des Haushalts ist, desto niedriger sind auch die zu zahlenden Beiträge. Das hat der Rat mit der Neufassung der Benutzungs- und Elternbeitragsordnung beschlossen.
OB Kalisch: Kosten bleiben für Familien fair und moderat
Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch freut sich über das gute Signal: „Mit der Staffelung und der finanziellen Unterstützung durch die Hansestadt sorgen wir dafür, dass die Kosten für eine verlässliche Ferien- und Randzeiten-Betreuung für Familien fair und moderat bleiben.“ Die Sommerferien in diesem Jahr sind von dieser neuen Regelung noch nicht betroffen. Nun stehen die nächsten Schritte an: Mit freien Trägern als Kooperationspartner müssen jetzt entsprechende Vereinbarungen geschlossen werden.
- Hansestadt Lüneburg: Angepasste Elternbeiträge: Rat der Hansestadt stellt die Weichen für Ferien- und Randzeiten-Betreuung an Ganztagsgrundschulen – 02.07.2026

Foto: Lüne-Blog. Die Ilmenaustraße Lüneburg: Zentral, grün, am Ilmenauufer – und vor allem als Parkplatz genutzt. Das Problem: Ungefährdetes Radfahren – wie auf einer Fahrradstraße eigentlich vorgesehen – ist schwierig, wenn jederzeit mit ausfahrenden Pkw zu rechnen ist. Längsparkplätze würden für mehr Sicherheit sorgen und es gäbe gleichzeitig mehr Platz für den Fußverkehr. Doch das lehnten die Fraktionen von CDU, SPD und FDP gemeinsam ab.
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