Foto: Ute Bruckart. Die ersten Ankömmlinge freuen sich auf die Demonstration im Clamartpark in Lüneburg.

5. Mai 2026: Über 150 Menschen protestieren in Lüneburg gegen Kürzungen und Barrieren

Über 150 Menschen fanden sich am 5. Mai 2026, dem Protest-Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, ein am Clamartpark in Lüneburg. Teilhabe ist kein Geschenk. Teilhabe ist ein Recht, machten sie deutlich. Sie forderten Barrierefreiheit statt Sparmaßnahmen auf Kosten von Teilhabe und Eingliederung. In der „Celler Erklärung“ vom 8. Mai 2026 fordern die Beauftragten von Bund und Ländern für Menschen mit Behinderungen die verbindliche Rechtsdurchsetzung der UN-Behindertenkonvention.


Mitteilung von: Ute Bruckart, SOS-Hof Bockum – Am: 06.05.2026
Online: https://www.sos-kinderdorf.de/– Foto: Ute Bruckart.


Über 150 Menschen protestieren in Lüneburg gegen Kürzungen und Barrieren

Teilnehmende fordern Teilhabe, Selbstbestimmung und Barrierefreiheit

Foto: Ute Bruckart. Die ersten Ankömmlinge freuen sich auf die Demonstration im Clamartpark in Lüneburg.

Am 5. Mai 2026, dem Protest-Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, protestierten im Lüneburger Clamart-Park mehr als 150 Menschen gegen geplante Kürzungen in der Eingliederungshilfe. Sie forderten Barrierefreiheit und echte Teilhabe für alle Menschen.

Mit dabei: Lebenshilfe Lüneburg-Harburg und SOS-Hof Bockum

Organisiert hatte die Kundgebung die Anti-ableistischen Aktion Lüneburg. Unter den Teilnehmenden war auch die Lebenshilfe Lüneburg-Harburg und der SOS-Hof Bockum. „Ich bin sehr stolz auf alle Bockumer, die hier stellvertretend für die Grundrechte beeinträchtigter Menschen eintreten“, sagte Wolfgang Glauser, Einrichtungsleiter von SOS Hof Bockum, in seiner Ansprache.  „Wenn die politische Mitte Rechtsansprüche von Menschen mit Beeinträchtigungen und Kindern und Jugendlichen als Einsparpotenzial sieht, müssen wir uns dagegenstellen.“

Der Protest war deutlich sichtbar und hörbar. „Wehrt euch, leistet Widerstand, gegen die Barrieren hier im Land. Auf die Barrikaden“, sangen die Teilnehmenden nach der Melodie von „Hejo, spann den Wagen an“. Und: „Alle zusammen gegen Ableismus.“ Der Begriff Ableismus kommt aus dem Englischen und bezeichnet die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung.

Aus den Redebeiträgen: Teilhabe ist kein Geschenk. Teilhabe ist ein Recht.

Die Redner*innen machten deutlich: Teilhabe ist kein Geschenk. Teilhabe ist ein Recht. Cécile Lecomte sagte: „Wir werden als Last gesehen statt als Menschen mit Grundrechten.“ Um auf Barrieren aufmerksam zu machen, zog sie sich während der Kundgebung symbolisch an einem Baum hoch. Damit zeigte sie: Viele Menschen müssen im Alltag Hindernisse überwinden, die es gar nicht geben dürfte. So werden Aufzüge oft selbst zu Barrieren, wenn sie defekt, nicht erreichbar oder schlecht geplant sind.

„Ich träume von einer Gesellschaft, für die Teilhabe kein Luxus ist“, machte ein Mitglied von SIT’N’SKATE deutlich: „Wir sind hier, weil uns genommen werden soll, wofür wir jahrelang gekämpft haben.“ Menschen mit Behinderung sollen genauso leben können wie alle anderen Menschen auch, forderte Sarah Wernicke von der Bewohnervertretung der Lebensgemeinschaft Birkenhof: „Es kann nicht sein, dass die alles über unseren Kopf hinweg bestimmen. ICH bestimme, wen ich heirate. ICH bestimme, wie ich lebe.“ 

Forderung nach barrierefreier Mobilität

Ein Schwerpunkt war auch die Forderung nach barrierefreier Mobilität. „Mobilität darf kein Privileg sein. Es ist ein Grundrecht, und zwar für alle“, wies Astrid Völzke vom VCD Regionalverband Elbe-Heide hin. „Barrierefreiheit ist wichtig. Es braucht Busse und Bahnen. Und die dazu gehörigen Haltestellen und Bahnhöfe müssen barrierefrei gestaltet sein. Diese barrierefreie Infrastruktur kommt auch allen anderen Menschen zugute.“

Die Demonstrierenden machten deutlich: Menschen mit Behinderung wollen nicht übergangen werden. Sie wollen mitreden, mitentscheiden und selbstbestimmt leben. Die Kürzungspläne in der Eingliederungshilfe sehen sie als Gefahr für ihre Rechte und für ein gutes Leben. Ab 15 Uhr war die Weiterfahrt nach Hamburg zur dortigen Demonstration geplant, um den Forderungen dort noch mehr Nachdruck zu verleihen.

8. Mai 2026: Beauftragte von Bund und Ländern verabschieden „Celler Erklärung“

Die Konferenz der Beauftragten von Bund und Ländern für Menschen mit Behinderungen verabschiedet am Europatag, 8. Mai 2026, die „Celler Erklärung“: Die Lebenswirklichkeit von Menschen mit Behinderungen in der EU bleibt hinter den Maßstäben des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention, UN-BRK) zurück. Die konsequente Verwirklichung der Rechte von Menschen mit Behinderungen ist daher eine dringende politische Forderung.

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Grafik: Sharepic Anti-ableistische Aktion Lüneburg. Aufruf zur Demonstration am 5. Mai 2026 in Lüneburg.

Grafik: Sharepic Anti-ableistische Aktion Lüneburg. Aufruf zur Demonstration am 5. Mai 2026 in Lüneburg.

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