Foto: Lüne-Blog. Leuphana Universität, Haupteingang Zentralgebäude. Veranstaltungsreihe "Zukünfte des Erinnerns".

Veranstaltungsreihe „Zukünfte des Erinnerns“: Migrationserfahrungen und Erinnerungskultur

Migrationsbewegungen sind so alt wie die Menschheitsgeschichte. Wie geht unsere Gesellschaft mit den Erfahrungen und Erinnerungen der jüngsten Zeit um? Von Lesung über Film bis zum Workshop: Das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (IFSP) beschäftigt sich aktuell mit der jüngeren Migrationsgeschichte in Deutschland und lädt ein zu verschiedenen Veranstaltungen. 


Mitteilung von: Leuphana Universität Lüneburg – Am: 04.05.2026
Online: https://www.leuphana.de/ – Foto: Lüne-Blog. Eingangsbereich der Leuphana Universität.


Leuphana Universität: „Zukünfte des Erinnerns in der Postmigrationsgesellschaft“

Wanderungsbewegungen gab es eigentlich schon immer in der Menschheitsgeschichte. Wie geht eine Gesellschaft mit Ein- und Auswanderung und Integration um? Bis November 2026 läuft am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (IFSP) der Leuphana Universität Lüneburg das Projekt „Zukünfte des Erinnerns in der Postmigrationsgesellschaft“ von Prof. Dr. Ellen Kollender, Lea Otremba, Prof. Dr. Monika Schoop, Prof. Dr. Kevin Drews. Dabei geht es um Fragen wie: An welche Vergangenheiten erinnern wir uns in Deutschland? Welche Vorstellungen für unser künftiges Zusammenleben leiten wir davon ab? Im Rahmen des Projekts lädt das Institut zu verschiedenen öffentliche Veranstaltungen ein.

Workshop: „Betroffenenperspektiven in der Erinnerungsarbeit“ mit Ibrahim Arslan – 20. Mai 2026

Mittwoch, 20. Mai 2026, 14:00-16:00 Uhr – Leuphana Universität Lüneburg

Am 23. November 1992 verübten zwei Neonazis einen rassistischen Brandanschlag auf das Haus der Familie Arslan in Mölln. Die zehnjährige Yeliz Arslan, die vierzehnjährige Ayse Yılmaz und die 51-jährige Bahide Arslan wurden ermordet. Der Workshop mit Ibrahim Arslan thematisiert die Perspektiven von Opfern, Überlebenden, Angehörigen und Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Deutschland. Die Teilnehmenden setzen sich kritisch mit Erinnerungspolitik, gesellschaftlichen Kontinuitäten und Empowerment auseinander.

Filmvorführung: „Die Möllner Briefe“ und Gespräch mit Ibrahim Arslan – 20. Mai 2026

Mittwoch, 20. Mai 2026, 19:00 Uhr – SCALA Programmkino, Lüneburg

Bei den rassistisch motivierten Brandanschlägen von Mölln im November 1992 kamen drei Mitglieder der Familie Arslan ums Leben. Die Stadt Mölln erhielt daraufhin Hunderte Briefe mit Solidaritätsbekundungen. Der Film begleitet Ibrahim Arslan bei der Entdeckung dieser Briefe. Mit einem anschließenden Gespräch mit Ibrahim Arslan. Der Eintritt ist frei, Platzvergabe nach Verfügbarkeit.

Lesung: „Menschen wie wir“ mit Thị Thanh Thảo Trần – 26. Mai 2026

Dienstag, 26. Mai 2026, 18:30 Uhr – Literaturbüro im Heinrich-Heine-Haus, Am Ochsenmarkt 1a, Lüneburg

Der Roman von Thị Thanh Thảo Trần zeichnet die Erfahrungen der Protagonistin in ihrem Aufwachsen und Älterwerden in Vietnam und Deutschland nach. Im Gespräch thematisieren wir erinnerungskulturelle Bezüge des Romans, die Rolle von Literatur in diesem Kontext und wie eine antirassistische Schreibpraxis aussehen kann.

Lecture Performance: Remix Almanya – 4. Juni 2026

Donnerstag, 4. Juni 2026, 17:00 Uhr – Forum im Zentralgebäude C40, Leuphana Universität, Universitätsallee 1, Lüneburg

Die Lecture Performance von Murat Güngör und Hannes Loh verbindet Texte, Musik und Videos aus 60 Jahren mit persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Debatten. Die Autoren untersuchen Musik als postmigrantisches Phänomen, das Deutschland für immer verändert hat. Sie zeichnen die Entwicklung vom sogenannten Gastarbeiter zum Rapstar nach, entlang von historischen Umbrüchen, Rassismus und Empowerment. 

Mehr Information und Kontakt

Das Projekt wird von einer Veranstaltungsreihe im Mai und Juni 2026 begleitet und endet am 27. Oktober 2026 mit einer Abschlussveranstaltung und Eröffnung einer Ausstellung. Alle Veranstaltungen sind auf der Internetseite des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (IFSP) angekündigt.

Thema Migration: Zuzug und Wegzug aus Deutschland

Wanderungsbewegungen gab es eigentlich schon immer in der Menschheitsgeschichte.

  • Im Blick auf die jüngere Geschichte erinnert die Bundeszentrale für politische Bildung auf ihrer Internetseite an den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), der in vielen Gebieten Mitteleuropas zu starken Zerstörungen und zu einem erheblichen Bevölkerungsrückgang geführt hatte. Die Landesherren warben deshalb um den Zuzug von erwerbsfähigen und steuerzahlenden Personen, die sich in den kriegszerstörten Gebieten niederlassen sollten.
  • Zwischen 1816 und 1914 zogen dann rund 5,5 Millionen Deutsche in die Vereinigten Staaten von Amerika. Dort stellte die in Deutschland geborene Bevölkerung zeitweise die größte Eingewandertengruppe.
  • In den 1950er und 1960er Jahren erlebte die noch junge Bundesrepublik Deutschland einen Wirtschaftsboom. Weil das inländische Arbeitskräftepotenzial nicht ausreichte, um die Nachfrage zu decken, schloss die Bundesrepublik ab 1955 bis 1968 Vereinbarungen mit anderen Ländern zur Anwerbung von Arbeitskräften ab. 

In ihrem Dossier rund um das Thema Migration und Integration bietet die Bundeszentrale vielfältige Informationen rund um die Themen Migration und Integration. 

Foto: Phillip Bachmann, Leuphana Universität. Projektteam "Zukünfte des Erinnerns", von links: Prof. Dr. Ellen Kollender, Lea Otremba, Prof. Dr. Monika Schoop, Prof. Dr. Kevin Drews.

Foto: Phillip Bachmann, Leuphana Universität. Projektteam „Zukünfte des Erinnerns“, von links: Prof. Dr. Ellen Kollender, Lea Otremba, Prof. Dr. Monika Schoop, Prof. Dr. Kevin Drews.

Lünepedia: Bevölkerungsentwicklung in Lüneburg

Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1855 erst 13.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1939 bereits 35.000. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg brachten Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten der Stadt innerhalb weniger Monate einen Zuwachs um 18.000 Personen auf 53.000 Einwohner im Dezember 1945.

Im Jahre 2003 überschritt die Bevölkerungszahl der Stadt die Grenze von 70.000. Die Stadt Lüneburg, ihr Landkreis und der benachbarte Landkreis Harburg gehören zu den wenigen Gebieten in Deutschland, die sich durch ein starkes Bevölkerungswachstum auszeichnen.

Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Lüneburg#19._und_20._Jahrhundert

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