Foto: ver.di Hannover-Heide-Weser. Schutzschirm-Aktion vor dem Klinikum Lüneburg am 22. Juni 2026. Die Beschäftigten protestieren gegen die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen.

Lüneburg: Schutzschirme fürs Klinikum – Beschäftigte protestieren gegen Sparpläne

Gegen die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen protestieren vom 22. bis 26. Juni 2026 bundesweit Beschäftigte in Krankenhäusern. Den Auftakt in Niedersachsen machten rund 100 Beschäftigte vor dem Klinikum Lüneburg. Sie spannten symbolisch „Schutzschirme“ für ihr Krankenhaus und ihre Arbeitsbedingungen auf. „Die geplanten Sparmaßnahmen führen zu einer drastischen Unterfinanzierung der Kliniken insgesamt“, so Markus Beecken, Betriebsratsvorsitzender des Krankenhaus Buchholz in der Nordheide.


Mitteilung von: ver.di Hannover-Heide-Weser – Am: 22.06.2026
Online: https://hannover-heide-weser.verdi.deFoto: ver.di Hannover-Heide-Weser.


Schutzschirm für das Gesundheitswesen: ver.di ruft Beschäftigte zu Aktionswoche gegen Kürzungen im Gesundheitswesen auf

Aktionen auch in Buchholz  und Winsen in Vorbereitung

Foto: ver.di Hannover-Heide-Weser. Schutzschirm-Aktion vor dem Klinikum Lüneburg am 22. Juni 2026. Die Beschäftigten protestieren gegen die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen.

Mit einer Aktionswoche vom 22. bis 26. Juni 2026 protestieren Beschäftigte in Krankenhäusern bundesweit gegen die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Ihre Botschaft: Die Kürzungspläne müssen gestoppt werden, bevor sie Arbeitsplätze, Pflegequalität und die medizinische Versorgung gefährden. „Das Kürzungspaket der Gesundheitsministerin Nina Warken ist eine Kampfansage an alle Versicherte und Beschäftigte im Gesundheitswesen“, so die Gewerkschaft ver.di.

„Schutzschirme“ für Krankenhaus aufgespannt

Den Auftakt machten am Montag, 22. Juni 2026, um 12:00 Uhr rund 100 Beschäftigte des Städtischen Klinikum Lüneburg. Sie spannten im Rahmen einer aktiven Mittagspause symbolisch „Schutzschirme“ für ihr Krankenhaus und ihre Arbeitsbedingungen auf. Am Donnerstag folgen die Beschäftigten der Krankenhäuser Buchholz und Winsen mit weiteren Aktionen. Denn um die gesetzliche Krankenversicherung zu finanzieren, sind derzeit Sparmaßnahmen in Vorbereitung. Doch noch mehr finanzieller Druck würde die  Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern deutlich verschlechtern.

„Drastische Unterfinanzierung der Kliniken“

„Ich bin entsetzt und fassungslos, wenn ich mir das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz näher anschaue. Die dort geplanten Sparmaßnahmen führen zu einer drastischen Unterfinanzierung der Kliniken insgesamt. Die damit verbundene unzureichende Refinanzierung von Tarifverträgen, muss wiederum unabwendbar zu Arbeitsplatzverlusten führen“, stellt Markus Beecken, Betriebsratsvorsitzender des Krankenhaus Buchholz in der Nordheide, fest. „Es ist enttäuschend, dass die im Koalitionsvertrag beschworene Stärkung der Pflege so ad absurdum geführt wird.“, erklärt Thomas Beck, Betriebsratsvorsitzender am Krankenhaus Winsen an der Luhe.

Massiver Druck auf die Krankenhäuser verschärft sich

Die Folgen könnten weit über die Beschäftigten hinausreichen. „Schon heute stehen viele Krankenhäuser wirtschaftlich unter massivem Druck – auch das Krankenhaus Buchholz und Winsen. Weitere Kürzungen würden die Lage dramatisch verschärfen“, so Karin Wagner, Gewerkschaftssekretärin von ver.di. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt, dass bundesweit bis zur Hälfte aller Klinikstandorte in eine existenzbedrohende Krise geraten könnte.

ver.di: Versicherungsfremde Leistungen vollständig aus Steuermitteln finanzieren

ver.di fordert stattdessen eine nachhaltige Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Dazu gehört aus Sicht von ver.di, versicherungsfremde Leistungen vollständig aus Steuermitteln zu finanzieren. Außerdem sollten alle Einkommensarten – auch hohe Mieteinnahmen und Kapitalerträge – zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung herangezogen werden.

„Der Bundestag muss die Kürzungspläne stoppen und eine Kehrtwende in der Gesundheitspolitik einleiten. Die Verschiebung der zweiten und dritten Lesung des Gesetzes zeigt, dass der Protest Wirkung entfaltet. Jetzt sind die Abgeordneten gefordert, Verantwortung für die Zukunft der Gesundheitsversorgung zu übernehmen“, erklärt Wagner.

Beschäftigte der PKL: 577 Unterschriften an SPD-Bundestagsabgeordneten Jakob Blankenburg übergeben

Bereits in der vergangenen Woche hatten Beschäftigte der Psychiatrischen Klinik Lüneburg 577 Unterschriften an den SPD-Bundestagsabgeordneten Jakob Blankenburg übergeben. Auch damit machten sie deutlich: Die Beschäftigten erwarten, dass die Politik die Krankenhausversorgung schützt statt weitere Belastungen zu beschließen.

Mehr Information und Kontakt

  • ver.di: https://klinikaufstand.verdi.de
    „Der von der Bundesregierung beschlossene Gesetzentwurf zu Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung ist eine Kampfansage an uns alle – sowohl als Versicherte als auch Beschäftigte im Gesundheitswesen. Arbeitnehmer*innen in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, psychiatrischen Einrichtungen und in der ambulanten Pflege sind doppelt betroffen: Die Löhne sollen gedrückt, die Arbeitsbedingungen verschlechtert werden – zugleich sollen Versicherte höhere Zuzahlungen und weniger Leistungen hinnehmen.“ 
  • tagesschau.de: Warkens Sparpläne Proteste auf der Straße, in Praxen und in Kliniken – 10.06.2026
    Bundesweit machen Gewerkschaften, Praxen und Krankenhäuser gegen die Sparpläne von Gesundheitsministerin Warken mobil. In Hannover, wo die Gesundheitsminister tagen, demonstrierten etwa 8.000 Menschen
Klinikum Lüneburg. Foto: Christine Böhm.

Klinikum Lüneburg. Foto: Christine Böhm.

Lünepedia: Gesundheitsholding GmbH

Die Gesundheitsholding Lüneburg ist eine Gesellschaft, unter deren Dach neun Firmen im Bereich Gesundheitswesen in der Region Lüneburg stehen. Im Jahr 2006 begann das Land Niedersachsen damit, die Landeskrankenhäuser zu veräußern. Im Zuge dessen entschloss sich die Stadt Lüneburg auf Basis eines parteiübergreifenden Konsens, das städtische Krankenhaus selbst zu erwerben. In der Folge schlossen sich mehrere kommunale Dienstleister im Gesundheitssektor im Jahr 2007 zur Gesundheitsholding Lüneburg zusammen.

Zum Zeitpunkt der Gründung bestand die Holding aus fünf Akteuren: Neben dem Klinikum selbst waren dies die Psychiatrische Klinik, das Kurzentrum, die Tagesklinik am Kurpark und der Klinikum Service. Nach dem Beitritt der Städtisches Pflegezentrum gGmbH, der Orthoklinik, dem Fitnessdienstleister sports & friends und des Ambulanzzentrums im Jahr 2012 sind inzwischen neun Institutionen unter dem Dach der Gesundheitsholding Lüneburg vereint. Die Gesundheitsholding ist eine hundertprozentige Tochter der Hansestadt Lüneburg, Aufsichtsratsvorsitzende ist Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. Die Gesellschaft ist mit rund 3600 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region.

Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Gesundheitsholding_GmbH

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