Vorsicht, Hitze: Waldbrandgefahr steigt – Einschränkung bei der Feldberegnung
Die Folgen von Hitze und Trockenheit machen sich bemerkbar. Aber Felder bei über 28 Grad tagsüber zu beregnen, ist nicht erlaubt. Darauf weist der Landkreis Lüneburg hin. Und im Landkreis Lüchow-Dannenberg – und nicht nur dort – steigt die Waldbrandgefahr. Es gilt: Kein Feuer, kein Rauchen im Wald und Autos nicht auf trockenem Gras parken.
Mitteilung von: Landkreis Lüneburg / Landkreis Lüchow-Dannenberg – Am: 24.06.2026
Online: https://www.landkreis-lueneburg.de / https://www.luechow-dannenberg.de – Foto: NLWKN. Bewässerung in der Landwirtschaft.
I. Landkreis Lüneburg: Feldberegnung ab 28 Grad und bei Wind verboten
Foto: NLWKN (Archiv). Bewässerung in der Landwirtschaft. Aber: Bei über 28 Grad und bei Wind ist das Beregnen von Feldern untersagt.
Auf die erweiterte Regelung zur Feldberegnung weist der Landkreis Lüneburg hin. Das ist neu: Ab dem 24. Juni 2026 dürfen landwirtschaftliche Flächen bei Temperaturen ab 28 Grad Celsius zwischen 10 und 22 Uhr nicht mehr beregnet werden. Bereits seit 2021 ist schon das Beregnen von Feldern bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 7 Metern pro Sekunde verboten. Das entspricht laut dem Deutschen Wetterdienst einer mäßigen Brise. Das soll verhindern, dass das Wasser auf andere Flächen verweht wird und verdunstet, bevor es am Boden ankommt. Ziel ist es, die knappe Ressource Wasser effizient einzusetzen und das Grundwasser nachhaltig zu schützen.
- Deutscher Wetterdienst: Windwarnskala
Grundwasser geht zurück – Feldberegnung muss möglichst effizient erfolgen
Hintergrund ist der anhaltende Rückgang bei der Grundwasserneubildung, eine der Folgen des Klimawandels. „Vor allem nach den trockenen Jahren 2018, 2019 und 2020 konnten sich die Grundwasserkörper nicht vollständig erholen. Um das Grundwasser langfristig zu schützen, muss auch die Feldberegnung möglichst effizient und verantwortungsbewusst erfolgen“, erklärt Michael Loch von der unteren Wasserbehörde des Landkreises Lüneburg. Auch Flächen außerhalb der landwirtschaftlichen Nutzflächen dürfen nicht beregnet werden. „Insbesondere auf Straßen können unbeabsichtigt beregnete Flächen zu gefährlichen Situationen für Verkehrsteilnehmende führen“, so Michael Loch.
Die Allgemeinverfügung gilt unbefristet und für das gesamte Gebiet des Landkreises Lüneburg mit Ausnahme der Hansestadt Lüneburg. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet und mit Bußgeldern belegt werden. Um zu erfahren, welche Windgeschwindigkeiten herrschen und ob sie beregnen dürfen, können sich Landwirte auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen kostenlos informieren.
- Landkreis Lüneburg: Grundwasser
- Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Agrarmeteorologisches Informationssystem Isabel
Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Deutsche Wetterdienst (DWD) stellen für Landwirte auf dem Online-Portal ISABEL eine umfassende Sammlung an agrarmeteorologischen Daten zur Verfügung.
II. Landkreis Lüchow-Dannenberg: Waldbrandgefahr steigt
Aufgrund der anhaltend trockenen Wärme steht der Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes für Lüchow-Dannenberg auf Warnstufe 4 von 5. Die Gefahr von Wald- und Graslandbränden steigt. Dr. Uwe Barge, Leiter des Forstamts Göhrde und zugleich Waldbrandbeauftragter des Kreises, erwartet angesichts der Wetterextreme sehr bald einen Anstieg auf die Warnstufe 5. „Rauchen, offenes Feuer oder am Waldrand zu grillen ist verboten. Fahrzeuge mit Katalysatortechnik sollten nicht auf trockenem Gras geparkt werden“, weist er hin.
440.000 Hektar Fläche überwacht mit 20 Kameras und Sensoren
Die Landesforsten überwachen in Nordostniedersachsen rund 440.000 Hektar Fläche mit mittlerweile 20 Kameras und Sensoren. „Ziel ist es, Waldbrände so früh wie möglich zu lokalisieren und erfolgreich zu bekämpfen, um die Entwicklung größerer Brandereignisse zu verhindern und Schäden für Mensch und Natur so gering wie möglich zu halten.“ Anfang des Monats ist in der Überwachung der Standort Alt Garge hinzugekommen. Damit konnte auch eine Überwachungslücke in Lüchow-Dannenberg geschlossen werden.
Mehr Information
- Deutscher Wetterdienst DWD: Tagesaktueller Waldbrandgefahrenindex Niedersachsen
- Deutscher Wetterdienst DWD: Waldbrandgefahrenindex – Übersichtskarte Deutschland
- Europäische Kommission: Copernicus – Waldbrandinformationssystem der EU
Mit aktuellen Satellitenkarten und Warnsystem
III. Landwirtschaftsministerium Niedersachsen: 450.000 Euro für die Waldbrand-Früherkennung
Von: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – Am: 01.06.2026

Foto: Landkreis Lüneburg. Der neue Waldbrand-Überwachungsturm in Alt Garge.
Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz baut das automatisierte Waldbrand-Früherkennungssystem (AWFS) gezielt weiter aus. Am 1. Juni 2026 nahm Forstministerin Miriam Staudte in Alt Garge einen neuen Standort in Betrieb.
Forstministerin Miriam Staudte: „Angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden ist eine schnelle und zuverlässige Erkennung von Waldbränden entscheidend, um Schäden für Mensch, Natur und Infrastruktur zu begrenzen.“ Das Ministerium stellt für Erweiterung und Weiterentwicklung des Systems in diesem und im vergangenen Jahr rund 450.000 Euro zur Verfügung. Niedersachsen reagiert damit vorausschauend auf die Herausforderungen des Klimawandels.
Flächendeckende Überwachung mit hochempfindlicher Kameratechnik
Das seit 2009 eingesetzte System ermöglicht die flächendeckende Überwachung großer Waldgebiete. Mithilfe hochempfindlicher Kameratechnik werden Rauchentwicklungen frühzeitig erkannt und digital ausgewertet. Brandorte können präzise lokalisiert und umgehend an die zuständigen Einsatzkräfte übermittelt werden. Das verkürzt die Reaktionszeit erheblich und unterstützt eine effektive Brandbekämpfung. Seit der Einführung konnten bereits mehrere tausend Brandereignisse frühzeitig erkannt und gemeldet werden. Größere Schadenslagen konnten dadurch weitgehend verhindert werden.
Zentraler Baustein der niedersächsischen Waldbrandschutz-Strategie
In Niedersachsen umfasst das System derzeit rund 20 Kamera- bzw. Sensoreinheiten an 18 Standorten. Überwacht werden insbesondere waldbrandgefährdete Gebiete im nordöstlichen Niedersachsen, insgesamt 440.000 Hektar Fläche. Das automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem stellt einen zentralen Baustein der niedersächsischen Waldbrandschutz-Strategie dar.
- Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: 450.000 Euro für die Waldbrandfrüherkennung – Neue Sensoreinheit in Alt Garge – 01.06.2026
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Niedersächsische Landesforsten: Entstehung von Waldbränden
Die Liste der Beispiele für den zündenden Funken ist vielfältig und sicherlich nicht abschließend:
- Der weggeworfene Zigarettenstummel
- Die achtlos entsorgte Grillkohle
- Das nicht gelöschte oder schlecht gesicherte Lagerfeuer
- Das mit heißem Katalysator über ausgetrocknetem Gras geparkte Auto
- Der heißgelaufene Radreifen oder die festgefressene Bremse bei der Eisenbahn
- Das Verbrennen von Laub und Pflanzenresten im Garten oder auf Feldern
- Die in Brand geratene Erntemaschine
- Die Selbstentzündung phosphorhaltiger Munitionsreste bei heißer Witterung
- Absichtlich gelegte Feuer
Je nach den herrschenden Rahmenbedingungen entwickelt sich ein Feuer schnell oder glimmt über Stunden, Tage, sogar Wochen vor sich hin. Sobald jedoch trockener Wind, eine niedrige relative Luftfeuchte und viel brennbares Material zusammenkommen, kann sich ein Waldbrand rasend schnell entwickeln. Bei langanhaltender Trockenheit können sich Waldbrände auch auf großer Fläche schnell ausbreiten.
- Niedersächsische Landesforsten: Spezialseite Waldbrand
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