Foto: Hansestadt Lüneburg. Mit dem Hubsteiger müssen die hoch gelegenen Nester in den Bäumen entfernt werden.

Achtung, Eichenprozessionsspinner: Deutlich mehr Meldungen in Lüneburg

Bereits 62 Meldungen zu Eichenprozessionsspinnern gingen dies Jahr im Bereich Grünplanung der Hansestadt ein – ein deutlicher Anstieg. Die Stadt muss priorisieren: Nester im Bereich von Kitas, Schulen und viel genutzten Grünanlagen werden entfernt. Doch bei allen Funden ist das nicht möglich. Dafür ist die Zahl der betroffener Bäume zu groß und teils sind sie zu hoch. 


Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg – Am: 22.06.2026
Online: https://www.hansestadt-lueneburg.de – Foto: Hansestadt Lüneburg


Eichenprozessionsspinner: Deutlich mehr Meldungen in Lüneburg 

Foto: Hansestadt Lüneburg. Mit dem Hubsteiger müssen die hoch gelegenen Nester in den Bäumen entfernt werden.

Die Meldungen zum Eichenprozessionsspinner in Lüneburg nehmen zu: Bis Mitte Juni 2026 gingen bereits 62 Meldungen aus dem Stadtgebiet ein. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 waren es 42 Meldungen, in den Jahren zuvor lag die Zahl nur zwischen 7 und 12 Fällen. 

Hintergrund: Witterungsbedingungen wie trockene Frühjahre und günstige Bedingungen für die Falter im Vorjahr begünstigen die Entwicklung der Falter. Fachleute sehen die Art als Gewinner des Klimawandels. Die aktuell hohe Zahl an Meldungen hängt zudem damit zusammen, dass Menschen für das Thema sensibilisiert sind. Die Raupen treten vor allem an Stiel- und Traubeneichen auf, können aber auch andere Eichenarten befallen. In seltenen Fällen sind auch andere Baumarten betroffen.

Im Stadtgebiet werden Nester in der Regel nicht entfernt

„Nicht jede Meldung führt automatisch zur Entfernung des Nestes“, erklärt Jonas Herzberg aus dem Bereich Grünplanung. Die Meldungen werden je nach Standort und Gefährdung priorisiert. In städtischen Waldgebieten etwa werden die Nester in der Regel nicht entfernt. Denn die große Anzahl an betroffenen Bäumen und die Höhe der Nester macht eine flächendeckende Bekämpfung praktisch unmöglich. Die Stadt bittet um Verständnis. In stark frequentierten Bereichen im Wald weist die Stadt mit Schildern auf den Befall und mögliche Gefahren hin.

Bekämpfung an sensiblen Orte wie Kitas, Schulen, viel genutzte Grünanlagen

Entfernt werden die Nester an sensiblen Standorten im Stadtgebiet – dazu gehören Bäume an Kitas und Schulen, Straßenbäume und Grünanlagen, die viel von Fuß- und Radverkehr genutzt werden. Die Entfernung erfolgt mechanisch mit Spezialgeräten unter Einsatz von Schutzkleidung. Bei Bedarf kommen Hubsteiger zum Einsatz. 

Hintergrund: Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter. Er fliegt von Ende Juli bis Anfang September und legt seine Eier bevorzugt auf freistehenden Eichen ab. Der Name des Falters ist vom Verhalten der Raupen abgeleitet: Sie schlüpfen Mitte bis Ende April und fressen nachts. Dabei bilden sie eine Art „Prozession“ und bewegen sich immer gemeinsam vom Nest in die Baumkrone und zurück.

Ab dem dritten Raupenstadium bilden die Raupen Gifthaare aus, die für die Menschen und andere Tiere gefährlich sind. Der Hautkontakt oder das Einatmen der Brennhaare der Raupen kann bei Menschen und bei Haustieren starke allergische Reaktionen auslösen. Besonders empfindliche Personen sollten insbesondere in der Zeit zwischen Mai und Juli Bereiche mit vielen Eichen meiden. 

Mehr Information und Kontakt

Foto: Landkreis Lüneburg. Eichenprozessionsspinner vor ort: Nest der Fadenwürmer an einer Eiche.

Foto: Landkreis Lüneburg. Eichenprozessionsspinner vor Ort: Nest der Fadenwürmer an einer Eiche.

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