Foto: Schlüsseldienst, Pixabay. Hand mit Wohnungsschlüssel.

Julia Verlinden (Grüne): Geplante Kürzungen beim Wohngeld – rund 2800 Haushalte im Landkreis betroffen

Die schwarzrote Bundesregierung plant Einsparungen beim Wohngeld. Danach soll etwa jeder dritte bisher Anspruchsberechtigte künftig kein Wohngeld mehr erhalten, im Landkreis wären das rund 2800 Haushalte. Das trifft „die Schwächsten unserer Gesellschaft mit voller Wucht“, so die Lüneburger Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden. 


Mitteilung von: Büro Dr. Julia Verlinden – Am: 26.06.2026
Online: https://julia-verlinden.de/ – Foto: Hand mit Wohnungsschlüssel. Symbolbild, Pixabay


Gesetzentwurf zum Wohngeld: Schwarz-Rot lässt tausende Haushalte in unserer Region im Stich

Das SPD-geführte Bundesbauministerium hat einen Gesetzentwurf zur „Vereinfachung und Fortentwicklung des Wohngeldgesetzes“ veröffentlicht. Bis 2030 sollen so insgesamt 5,5 Mrd. Euro eingespart werden. Im Landkreis Lüneburg wären – laut Zahlen des Landesamts für Statistik – 2800 Haushalte betroffen, im gesamten Bundesgebiet 1,2 Mio. Haushalte. In bestehende Bescheide soll zwar nicht eingegriffen werden. Aber Wohngeld wird in der Regel für zwölf Monate, teils auch für 24 Monate bewilligt, dann muss es neu beantragt werden.

Bezahlbares Wohnen wichtiges Thema in Lüneburg

„Während vor Ort für bezahlbares Wohnen geworben wird und das wichtige Thema viel Aufmerksamkeit in der Kommunalwahlpolitik bekommt, setzt die SPD-Bundesbauministerin zum Kahlschlag beim Wohngeld an“, erklärt Julia Verlinden, stellvertretende Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion aus Lüneburg. Im Entwurf ist geplant, die Heizkostenpauschale zu halbieren, einen höheren Teil des Einkommens anzurechnen und die geplante Erhöhung für 2027 auszusetzen. Diese Maßnahmen „treffen die Schwächsten unserer Gesellschaft mit voller Wucht“, so die Lüneburgerin.

Familien und Rentner*innen rutschen in Grundsicherung und Sozialhilfe

Die Bundesregierung nimmt sehenden Auges in Kauf, dass allein im Jahr 2029 etwa 163.000 Haushalte ihren Anspruch auf Wohngeld verlieren. Weil sie ihre Hilfsbedürftigkeit nicht mehr aus eigener Kraft überwinden können, rutschen sie so direkt in die Grundsicherung oder die Sozialhilfe. „Hier wird also kein einziger Cent gespart. Vielmehr werden Gelder von einem Topf zu anderem Topf verschoben“, weist Verlinden hin. 

Grüne: Sozialkürzungen stoppen!

„Wir Grüne fordern den Stopp der Sozialkürzungen! Statt den Menschen die Unterstützung beim Heizen und Wohnen wegzunehmen, muss die Regierung endlich für wirksame Mietregulierung sorgen und die Digitalisierung und Vereinfachung der Wohngeld-Antragstellung vorantreiben!“, so die Abgeordnete. „Sozialabbau ist kein Instrument der Haushaltspolitik – er ist der Brandstifter für soziale Instabilität.“

Mehr Information und Kontakt

Dr. Julia Verlinden ist Mitglied des Deutschen Bundestags, Stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und Leiterin des Fachbereichs 2 (Ökologie).

Mehr zum Thema

  • AWO Bundesverband e.V.: Sozialer Kahlschlag über Nacht: AWO entsetzt über geplante Kürzungen beim Wohngeld – 25.06.2026
    „Das Wohngeld ist eine zielgerichtete Unterstützung für mehr als 1,2 Millionen Menschen mit kleinen Einkommen, darunter mehr als 600.000 Rentner*innen, auch Menschen mit Schwerbehinderung oder Pflegebedarf […] Diese Kürzungen sind aus unserer Sicht Zündstoff für den sozialen Zusammenhalt in unserem Land […] Besonders schockiert uns, in welchem Tempo hier Sozialabbau betrieben wird.“
  • SoVD Landesverband Niedersachsen: Demonstration vor dem Landtag: „S.O.S. SOZIALSTAAT!“  – 24.06.2026
    Unter dem Motto „S.O.S. SOZIALSTAAT!“ haben über 3.000 Menschen vor dem Niedersächsischen Landtag in Hannover vor den drohenden Kürzungen im Sozialstaat gewarnt. Aufgerufen hatte das „Bündnis Starker Sozialstaat“, ein Zusammenschluss niedersächsischer Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbände. Kritisiert wurden geplante Sparmaßnahmen bei Eingliederungshilfe, Kinder- und Jugendhilfe und Unterhaltsvorschuss, Kürzungen in Gesundheitsversorgung und Pflege und die Aufweichung des Acht-Stunden-Tages.
  • Lüne-Blog: IG BAU: Besser sozialen Wohnungsbau fördern – statt Mietzuschüsse zahlen – 25.03.2024
    Der Staat zahlt bei den Mieten kräftig mit: Rund 5.300 Haushalte mit insgesamt 9.500 Menschen im Landkreis Lüneburg bekamen im letzten Herbst Zahlungen zu den Kosten der Unterkunft (KdU) vom Jobcenter. Alles in allem gab der Staat 2023 20 Milliarden Euro für Mietzuschüsse aus – für den sozialen Wohnungsbau dagegen weniger als 2,5 Milliarden Euro je Jahr. Ein Missverhältnis, das letztlich jede Menge Kosten verursacht, so die IG BAU. Die Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbau führt zu steigenden Ausgaben für staatliche Zuschüsse zum Wohnen. 

Ergänzung oder Korrektur? Bitte Mail an redaktion@luene-blog.de – danke!
Lüne-Blog veröffentlicht Pressemitteilungen, Berichte und Veranstaltungshinweise von Parteien, Verbänden und Zusammenschlüssen: https://luene-blog.de/ueber-uns/

Lüne-Blog kannst du auch lesen bei:

Lüne-Blog bei Telegram Mastodon

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Im Rahmen der DSGVO notwendige Bedingungen - bitte lesen und akzeptieren:
Wenn du das Formular abschickst, werden Name, E-Mail-Adresse und der eingegebene Text in der Datenbank gespeichert. Für weitere Informationen wirf bitte einen Blick in die Datenschutzerklärung: mehr

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.