Arbeitsagentur im Juli 2026: Mehr Arbeitslose und mehr freie Stellen in der Region
Im Bereich der Arbeitsagentur Lüneburger Heide ist die Arbeitslosigkeit im Juli 2026 etwas gestiegen. Agenturchef Sven Rodewald sieht dafür vor allem saisonale Gründe: „Für eine flächendeckende Eintrübung gibt es keine Anzeichen“. In verschiedenen Wirtschaftsbereichen gebe es eine höhere Arbeitskräftenachfrage als noch vor einem Jahr, so Rodewald.
Mitteilung von: Agentur für Arbeit Lüneburger Heide – Am: 31.07.2026
Online: https://www.arbeitsagentur.de/lueneburger-heide – Foto: Christine Böhm. Gebäude der Arbeitsagentur Lüneburg.
Arbeitsagentur Lüneburger Heide: Mehr Arbeitslose treffen auf mehr Stellen
Ausbildungsmarkt: Fast 1.600 freie Ausbildungsstellen
Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Lüneburger Heide mit den Landkreisen Celle, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Uelzen im Juli 2026 gestiegen. 29.477 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Das sind 1.390 Personen (4,9 Prozent) mehr als im Juni 2026 und 351 Personen bzw. 1,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,9 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 5,9 Prozent.
Agenturchef Sven Rodewald: Höhere Arbeitslosigkeit im Sommer saisonal begründet
„Ein höhere Arbeitslosigkeit im Sommer ist saisonal begründet und hängt mit einer steigenden Jugendarbeitslosigkeit zusammen. Nicht alle jungen Fachkräfte können nach dem Ausbildungsende in ihren Ausbildungsbetrieben verbleiben. Gleichzeitig melden sich junge Menschen in der Übergangszeit zu Ausbildung oder Studium arbeitslos“, so Agenturchef Sven Rodewald.
Nachfrage nach Arbeitskräfte nimmt teils auch zu
Bemerkbar machen sich zudem ausbleibende positive Konjunkturimpulse. So laufen befristete Arbeitsverträge ohne Verlängerung aus oder Betriebe passen ihre Belegschaft der Geschäftslage an. „Für eine flächendeckende Eintrübung gibt es jedoch keine Anzeichen. So verzeichnen beispielsweise die Wirtschaftsbereiche freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Baugewerbe und Sozial- und Gesundheitswesen eine höhere Arbeitskräftenachfrage als noch vor einem Jahr“, hebt Rodewald hervor.

Grafik: Bundesagentur für Arbeit. Arbeitsmarkt in der Region Lüneburger Heide, Juli 2026.
Über 1500 Stellen im Juli neu gemeldet
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 1.549 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (88 mehr als im Vormonat und 109 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Gesundheits- und Sozialwesen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe. Aktuell befanden sich damit 7.837 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 6.728 Personen arbeitslos. Davon kamen 2.350 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 5.342 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 1.763 eine Erwerbstätigkeit auf.
Ausbildungsbereich: Mehr Nachfrage nach Ausbildungsstellen und mehr Angebote
„Zum 1. August richtet sich der Blick traditionell auf den Ausbildungsmarkt. Für ein abschließendes Resümee des Ausbildungsjahres ist es dennoch zu früh“, so Sven Rodewald. Seit Oktober 2025 wurden in den Arbeitsagenturen in der Lüneburger Heide mehr als 5.500 Jugendliche auf ihrem Weg in eine Ausbildung oder ein duales Studium beraten. Gleichzeitig meldeten Unternehmen mehr als 4.600 Ausbildungsstellen. Sowohl auf Seiten der Ausbildungsinteressierten als auch der Ausbildungsstellen gab es in diesem Jahr ein Plus.
Aktuell noch 1900 Jugendliche ohne Lehrvertrag und 1600 offene Ausbildungsstellen
Aktuell sind noch mehr als 1.900 Jugendliche ohne Lehrvertrag und fast 1.600 Stellen warten auf ihren Azubi. „In den kommenden Wochen wird sich auf dem Ausbildungsmarkt noch einiges bewegen. Zudem starten viele Ausbildungsgänge auch am 1. September. Auch danach ist immer noch ein Einstieg in die Ausbildung möglich“, so der Agenturchef.
Appell an Jugendliche: Kontakt mit der Arbeitsagentur aufnehmen
An Jugendliche appelliert er, mit der Berufsberatung, sofern noch nicht geschehen, umgehend Kontakt aufzunehmen, sich über noch freie Ausbildungsstellen zu informieren und mögliche Alternativen abzuklopfen. „Unternehmen sind Chancengeber und auch, wenn das Zeugnis auf dem ersten Blick nicht überzeugt, ist das kein Grund, sich ein praktisches Talent entgehen zu lassen. Mit Hilfen wie beispielsweise der Assistierten Ausbildung können wir den Weg in und durch eine Ausbildung ebnen“, führt Rodewald aus.
- Arbeitsagentur Lüneburger Heide: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/lueneburger-heide
Landkreis Lüneburg
Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Lüneburg im Juli 2026 gestiegen. 6.235 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 243 Personen (4,1 Prozent) mehr als im Juni, aber 286 Personen bzw. 4,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,3 Prozent.
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 1.451 Personen arbeitslos. Davon kamen 546 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 1.218 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 406 eine Erwerbstätigkeit auf.
Ebenfalls Plus bei Ausbildungssuchenden und kleines Plus bei Angeboten
Seit Oktober 2025 wurden in der Arbeitsagentur in Lüneburg 1.215 Jugendliche auf ihren Weg in eine Ausbildung oder ein duales Studium beraten. Gleichzeitig meldeten Unternehmen 1.054 Ausbildungsstellen. Sowohl auf Seiten der Ausbildungsinteressierten (5,9 Prozent) als auch der Ausbildungsstellen (0,6 Prozent) gab es ein Plus. Aktuell sind noch 424 Jugendliche ohne Lehrvertrag und 328 Stellen warten auf ihren Azubi.

Grafik: Bundesagentur für Arbeit. Aussbildungsstellen Landkreis Lüneburg, Juli 2026
- tagesschau.de: Zahl der Arbeitslosen steigt im Juli über drei Millionen – 31.07.2026
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im Juli 2026 die Drei-Millionen-Marke überschritten. Die Bundesagentur für Arbeit begründet dies mit jahreszeitlichen Gründen. Daneben setze sich die schwache Entwicklung der letzten Monate fort, so Daniel Terzenbach, Mitglied im Vorstand der Bundesagentur.
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