Kreistag Lüchow-Dannenberg: Klage gegen Planfeststellung für Elbbrücke Darchau wird fortgesetzt
Der Kreistag Lüchow-Dannenberg hat am Montag, 17. August 2026, entschieden, die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Elbbrücke Darchau/Neu Darchau nicht zurückzunehmen. Ein wichtiger Streitpunkt ist die fehlende Ortsumgehung für Katemin. Landrat Jens Böther vom Landkreis Lüneburg wehrt sich gegen den Vorwurf, der Landkreis habe die Beschaffung einer Niedrigwasser-Fähre für Darchau zu wenig unterstützt.
Mitteilung von: Bürgerinitiative „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke e.V.“ – Am: 18.08.2026
Online: https://keine-bruecke.de/ – Foto: Lüne-Blog.
I. Kreistag hält an Klage gegen Elbbrücken-Planung fest
Bürgerinitiative begrüßt Entscheidung, kritisiert aber Beschlussvorlage der Verwaltung
Foto: Lüne-Blog. Fähranleger in Darchau mit Fähre Tanja im Hintergrund.
Der Kreistag Lüchow-Dannenberg hat am Montag, 17. August 2026, mit deutlicher Mehrheit entschieden, die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Elbbrücke Darchau/Neu Darchau nicht zurückzunehmen, sondern fortzuführen. Außerdem soll kein ergänzendes Gutachten eingeholt werden. Die Bürgerinitiative „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke e.V.“ begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich. Sie kritisiert zugleich aber die Art und Weise, wie die Kreisverwaltung den Kreistag auf diese Entscheidung vorbereitet hatte.
- Landkreis Lüchow-Dannenberg – Bürgerinformationssystem: Sitzung des Kreistags Kreistag am 17. August 2026
Tagesordnung und Unterlagen zum Nachlesen.
BI: Fehlende Informationen in der Beschlussvorlage – Rechtliche Bewertung keineswegs eindeutig
„Die Verwaltung hatte dem Kreistag empfohlen, die Klage zurückzuziehen, weil ein von ihr beauftragtes Gutachten keine Erfolgsaussichten sehe“, sagt Thomas Böhlen, Vorstandssprecher der Bürgerinitiative. Allerdings seien die entsprechenden Unterlagen zu der Empfehlung unvollständig gewesen. „Ein Kreistag kann so nicht sachgerecht entscheiden“, so Böhlein.
Die Bürgerinitiative weist darauf hin, dass die zentrale Streitfrage – ob die im Brückenvertrag von 2009 zugesagte „Ortsumfahrung um Neu Darchau“ auch den Ortsteil Katemin umfassen muss – rechtlich weiterhin offen ist. Dass die vertragliche Bestimmung auch die Umfahrung des Ortsteils Katemin einschließen könnte, halten sowohl das Verwaltungsgericht als auch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg ausdrücklich für möglich.
BI: Geplante Trasse durchschneidet Ortskern von Katemin – entgegen Vertrag
„Diese offene Frage des gültigen Brückenvertrages muss jetzt durch die fortgesetzte Klage gerichtlich geklärt werden“, sagt Thomas Böhlen. Eine Rücknahme der Klage, wie von der Verwaltung empfohlen, wäre nach Ansicht der Bürgerinitiative einer Übernahme der Rechtsposition des Landkreises Lüneburg gleichgekommen. Denn das von der Verwaltung beauftragte Gutachten stützt seine Einschätzung maßgeblich auf Verhandlungsprotokolle aus dem Jahr 2008, in denen von einer Trassenführung „zwischen“ den Ortslagen Neu Darchau und Katemin die Rede ist.
Nach Auffassung der Bürgerinitiative durchschneidet die jetzt planfestgestellte Trasse jedoch den bebauten Ortskern von Katemin, statt an ihm vorbeizuführen. „Das ist aus unserer Sicht ein entscheidender Unterschied zu dem, was 2008 verhandelt wurde – und genau diese von den Verwaltungsgerichten als offen bezeichnete Frage wird im Gutachten einseitig zugunsten des Landkreises Lüneburg beantwortet“, so Böhlen weiter.
Unterstützung aus verschiedenen Fraktionen und vom Bürgermeister der Gemeinde Neu Darchau
Die Bürgerinitiative begrüßt es ausdrücklich, dass sich Kreistagsmitglieder unterschiedlicher Fraktionen – stellvertretend genannt sei der klare Einsatz von Kurt Herzog, Sprecher der Mehrheitsfraktion im Kreisausschuss – für die Einhaltung der gültigen Kreistagsbeschlüsse zur Ortsumfahrung von Katemin starkgemacht haben. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Neu Darchau, Reinhard Siebolds, hatte in der Sitzung deutlich gemacht, dass auch die Gemeinde selbst an ihrer parallelen Klage zur Einhaltung des Brückenvertrages festhält.
Forderung an die Kreisverwaltung Lüchow-Dannenberg: Weitergabe sämtlicher Unterlagen
„Wir begrüßen es ausdrücklich, dass sich die gewählten Vertreter der kommunalen Selbstverwaltung engagiert für die Einhaltung und Umsetzung ihrer gültigen Beschlüsse eingesetzt haben“, so Böhlen abschließend. „Jetzt kommt es darauf an, dass Bürgerinnen und Bürger in Neu Darchau und Katemin ehrlich über die weiteren Kostenrisiken informiert werden, dass die nachzureichenden Unterlagen sachgerecht in die Klagebegründung einfließen – und dass die Frage der Ortsumfahrung von Katemin und damit die umstrittene 100-Millionen-Euro-Brücke insgesamt auf dem Rechtsweg entschieden wird.“
- BI „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke e. V.“: Kreistag hält an Klage gegen Elbbrücken-Planung fest – 18.08.2026
- Landkreis Lüchow-Dannenberg – Bürgerinformationssystem: Sitzung des Kreistags Kreistag am 17. August 2026
Tagesordnung und Unterlagen zum Nachlesen. - Nachrichten aus Neu Darchau: Landkreis Lüchow-Dannenberg hält an Klageweg gegen Elbbrücke fest – 19.08.2026
Der Kreistag Lüchow-Dannenberg beschloss eindeutig: Die Klagen gegen den Bau der Elbbrücke werden fortgesetzt. Gegenstimmen kamen von CDU und AfD. - Nachrichten aus Neu Darchau: Das extreme Niedrigwasser hat viele Auswirkungen – 14.08.2026
Gerade noch 54 Zentimeter – so niedrig wie am 12. August 2026 ist der Pegelstand der Elbe an der Messstelle in Neu Darchau noch nie zuvor gemessen worden. Ein historisches Niedrigwasser. Fähren und sogar Sportboote liegen fest. Was bedeutet die geringe Wassertiefe für all diejenigen, die an, von und mit der Elbe leben?
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II. Landkreis Lüneburg zur Fährverbindung bei Darchau: Elbbrücke ist und bleibt die einzig verlässliche Lösung
Landkreis weist Vorwürfe aus Neu Darchau zurück
Mitteilung von: Landkreis Lüneburg – Am: 20.08.2026 – Online: https://www.landkreis-lueneburg.de
Der Landkreis Lüneburg weist Vorwürfe zurück, die Anschaffung einer sogenannten Niedrigwasserfähre für Neu Darchau behindert zu haben. Ein privates Internet-Portal aus der Gemeinde Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg zitiert den dortigen Fährbetreiber, dass der Landkreis Lüneburg sich lange gegen eine Mitwirkung bei der Anschaffung gestellt habe (mehr).
„Der niedrige Wasserstand der Elbe legt nicht nur Sandbänke, sondern offenbar auch Nerven frei“, sagt dazu Lüneburgs Landrat Jens Böther. „Der Landkreis Lüneburg hat sich trotz seiner Bedenken konstruktiv in die Erstellung eines Konzepts zur Verbesserung der Fährverbindungen auf der Elbe eingebracht.“ Um die Fährverbindungen auf der Elbe mittel- und langfristig zu stärken, hat der Landkreis Lüneburg für die Verbindung Bleckede-Neu Bleckede bereits eine neue, hochmoderne Fähre mit einem Tiefgang von maximal 60 Zentimetern in Auftrag gegeben. Diese wird absehbar ihren Betrieb aufnehmen und die alte Fähre „Amt Neuhaus“ ersetzen.
Konstruktionspläne der Niedrigwasser-Fähre zur Nachnutzung angeboten
Im Sinne einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit hat der Landkreis Lüneburg der Gemeinde Neu Darchau die Konstruktionspläne zur Nachnutzung angeboten. Dadurch hätten Planungskosten und -zeit im Beschaffungsprozess eingespart werden können. „Von mangelnder Unterstützung oder gar einer Blockadehaltung kann daher keine Rede sein“, so Böther.
Die Fähre zwischen Neu Darchau und Darchau musste Ende Juni aufgrund des niedrigen Wasserstands der Elbe ihren Betrieb einstellen. Die geplante neue Fähre dort soll zwar mit 127 Zentimetern einen halben Meter weniger Tiefgang haben, wäre aber bei voller Beladung mit hoher Wahrscheinlichkeit ab Mitte Juli auch nicht mehr einsatzfähig gewesen. „Die Zweifel bleiben, dass die geplante Niedrigwasserfähre für die Verbindung Neu Darchau-Darchau einen großen Vorteil bringen würde“, sagt Böther. Die einzig verlässliche Lösung für die Menschen in der Region sei die mittlerweile planfestgestellte Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau, ist er überzeugt.
- Landkreis Lüneburg: Elbbrücke
Hintergrund: Fährverbindungen über die Elbe
Der Bau einer festen Elbquerung gehört zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten des Landkreises Lüneburg. Der Standort für die Brücke ist zwischen Darchau in der Gemeinde Amt Neuhaus und Neu Darchau in der Samtgemeinde Elbtalaue vorgesehen. Derzeit ist der Fährverkehr zwischen Bleckede und Neu Bleckede und Darchau und Neu Darchau wegen Niedrigwasser nicht möglich. Eine neue Niedrigwasser-Fähre für Bleckede mit einem Tiefgang von nur 60 Zentimetern, die 2024 bei der Hitzler Werft in Lauenburg in Auftrag gegeben wurde, ist noch nicht fertiggestellt. Ein Notverkehr sorgt derzeit für die Schülerbeförderung.
- Landkreis Lüneburg: Elbfähren
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Lünepedia: Elbbrücke Neu Darchau
Seit der Rückgliederung 1993 zu Niedersachsen und zum Landkreis Lüneburg wird über den Bau einer Brücke über die Elbe in Neu Darchau (Landkreis Lüchow-Dannenberg) diskutiert. Bislang verbinden einzig Fähren Amt Neuhaus mit dem übrigen Landkreis Lüneburg.
Die Gemeinde Amt Neuhaus setzt sich seit Jahren für eine Elbbrücke ein, während die Einwohner*innen der Gemeinde Neu Darchau überwiegend gegen den geplanten Bau sind. Besonders auf Neu Darchauer Seite werden unter anderem mehr Verkehr und Umweltschäden befürchtet.
Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Amt_Neuhaus#Elbbrücke_Neu_Darchau
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