Foto: Polizeidirektion Lüneburg. Mosaik der Schülerinnen und Schülerinnen in der "Gerechtigkeitswerkstatt" im September 2026 (Ausschnitt). Es macht die unterschiedlichen Vorstellungen von Gerechtigkeit sichtbar.

Polizeidirektion Lüneburg in der Schule: Recht, Verantwortung und Demokratie – Gerechtigkeits-Werkstatt

Welche Werte sollen unsere Gesellschaft bestimmen? „Gleiche Möglichkeiten“, „keine Vorurteile“, „Gleichheit vor dem Gesetz“ – so Antworten der Jugendlichen in der „Gerechtigkeits-Werkstatt“ der Polizeidirektion Lüneburg. Verhandelt wurden Themen wie Menschenwürde, Grundrechte und die Grenzen staatlichen Handelns. Anlass war die vom Justizministerium ausgerufene landesweite „Woche der Gerechtigkeit“.


Mitteilung von: Polizeidirektion Lüneburg – Am: 03.09.2026
Online: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/56836/6344864 – Foto: Polizeidirektion Lüneburg


Gerechtigkeit gemeinsam denken: Polizei diskutiert mit Schüler*innen über Recht, Verantwortung und Demokratie

Foto: Polizeidirektion Lüneburg. Das Mosaik der Schülerinnen und Schülerinnen in der „Gerechtigkeits-Werkstatt“ im September 2026 verdeutlicht die Werte, die sie für wichtig halten (Ausschnitt).

Was ist gerecht? Und woran erkennen wir, dass etwas ungerecht ist? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Neunt- und Zehntklässler*innen in der Eichenschule Scheeßel und der Lieth-Schule in Bad Fallingbostel in einem Workshop Ende August, Anfang September 2026. In einer „Gerechtigkeits-Werkstatt“ mit Beamt*innen der Polizeidirektion Lüneburg setzten sie sich auseinander mit Gerechtigkeit, Menschenrechten, Demokratie und der Verantwortung staatlichen Handelns.

Start mit Fall aus dem Alltag: Polizei soll Obdachlosen vor dem Geschäft wegschicken

Den Start bildete ein gespielter Notruf: Der Marktleiter eines Supermarktes meldete der Polizei, dass sich ein obdachloser Mensch vor seinem Geschäft aufhielt. Er bat darum, den Mann wegzuschicken. Nun waren die Jugendlichen gefragt: Sie schlüpften selbst in die Rolle der Polizei und berieten in Kleingruppen, wie sie mit der Situation umgehen würden.

Welche Rechte hat der betroffene Mensch? Welche Interessen hat der Marktleiter? Und welche Möglichkeiten hat die Polizei, um rechtmäßig und gleichzeitig menschlich zu handeln? Schnell ergab sich eine Diskussion über Menschenwürde, Grundrechte und die Grenzen staatlichen Handelns.

Nationalsozialismus: Wenn Recht und Gerechtigkeit nicht mehr schützen

Anschließend ging es in die Vergangenheit, in die Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945. Ein Quiz und Fachinformationen von Dr. Peter Ridder, dem Leiter der Forschungsstelle der Polizei, verdeutlichten, wie damals demokratische und rechtsstaatliche Grenzen außer Kraft gesetzt wurden. Wie staatliche Willkür und systematische Ausgrenzung möglich wurden – unter anderem von „Asozialen“.

Zum Abschluss wurde der Fall aus der Gegenwart erneut aufgegriffen. Die Jugendlichen sollten sich vorstellen, sie wären Polizeikräfte im Nationalsozialismus: Wie hätte die Polizei damals gehandelt? Welche Folgen hätte das für den obdachlosen Menschen gehabt?

Heute: Polizeiliches Handeln und staatliche Macht an Grundgesetz und Menschenrechte gebunden

Der Perspektivwechsel zeigt den entscheidenden Unterschied: Heute sind polizeiliches Handeln und staatliche Macht an Recht, Grundgesetz und Menschenrechte gebunden. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zeigte eindrücklich, wie wichtig diese rechtsstaatlichen Grenzen für den Schutz jedes einzelnen Menschen sind.

Künftig: Welche Werte sollen unsere Gesellschaft bestimmen?

Im dritten und letzten Schritt richteten die Jugendlichen den Blick in die Zukunft: Welche Werte sind ihnen persönlich wichtig? Wie soll unsere Gesellschaft künftig miteinander umgehen? Und was brauchen wir für ein gerechtes Zusammenleben? Auf Karten hielten die Jugendlichen ihre persönlichen Wünsche, Werte und Hoffnungen fest. Daraus entstand ein Plakat, das die unterschiedlichen Ziele und Aspekte sichtbar macht. Dies „Mosaik“ soll nun an das niedersächsische Justizministerium geschickt werden. Damit möchten die Schülerinnen und Schüler ihre Gedanken und Wünsche zur „Woche der Gerechtigkeit“ einbringen.

Gerechtigkeit geht uns alle an

„Ich wünsche mir einen fairen Staat in einer gerechten Welt, der moralische Werte wahrt und für ein gesundes Miteinander sorgt“, fasste ein Schüler als Ergebnis für sich zusammen. „Die Gerechtigkeitswerkstatt verdeutlicht, wie wichtig es ist, junge Menschen zum Nachdenken über Recht, Demokratie und gesellschaftliche Verantwortung anzuregen“, erklärt Kathrin Schuol, Polizeipräsidentin der Polizeidirektion Lüneburg. „Die Diskussionen haben gezeigt, dass junge Menschen sehr konkrete Vorstellungen davon haben, was Gerechtigkeit für sie bedeutet und wie sie sich ein gutes gesellschaftliches Miteinander vorstellen.“

Hintergrund: Gerechtigkeits-Werkstatt der Polizeidirektion Lüneburg

Wie eine gerechte Gesellschaft aussehen soll, darauf gibt es verschiedene Antworten. Die Gerechtigkeits-Werkstatt hat gezeigt, wie wichtig es ist, darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Polizeidirektion Lüneburg hat die Gerechtigkeits-Werkstatt gemeinsam entwickelt mit der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte der Polizeiakademie Niedersachsen, unterstützt vom Regionalen Landesamt für Schule und Bildung Lüneburg. Durchgeführt wurde sie anlässlich der vom Justizministerium ausgerufene landesweite „Woche der Gerechtigkeit“ 2026.

Foto: Polizeidirektion Lüneburg. Mosaik der Schülerinnen und Schülerinnen in der "Gerechtigkeitswerkstatt" im September 2026. Es macht die unterschiedlichen Vorstellungen von Gerechtigkeit sichtbar.

Foto: Polizeidirektion Lüneburg. Welche Werte sollen unsere Gesellschaft bestimmen? Das ganze Mosaik der Schülerinnen und Schülerinnen mit dem Ergebnis der „Gerechtigkeitswerkstatt“ im September 2026. Es verdeutlicht die unterschiedlichen Aspekte von Gerechtigkeit.

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