Verkehr, Klimaanpassung und Klimaschutz: Klimaentscheid berichtet über Podium mit OB-Kandidierenden
Es ist das Jahr 2031 und 40 Grad heiß – warum kommt man in Lüneburg trotzdem gut durch den Tag? Alle acht OB-Kandidierenden hatte die Landeszeitung am 3. September 2026 zum „LZ-Wahlforum“ eingeladen. Wie wollen sie dafür sorgen, dass man in Lüneburg künftig gut leben kann – trotz Klimawandel? Der Klimaentscheid Lüneburg berichtet. Wie aktuell die Frage ist, zeigt der Zeitstrahl von Parents for Future, der die Erhitzung der Erde anschaulich macht.
Mitteilung von: Klimaentscheid Lüneburg – Am: 05.09.2026
Online: https://klimaentscheid-lueneburg.de/ – Foto: Malte Hübner.
Verkehr, Klimaanpassung und Klimaschutz: Wie soll es weitergehen in Lüneburg?
Wahlforum der Landeszeitung am 3. September 2026 zur kommenden OB-Wahl
Foto: Malte Hübner. „LZ-Wahlforum“ mit den OB-Kandidierenden am 3. September 2026. Von links: Thorben Peters, Michèl Pauly, Claudia Kalisch, Manuel Becker (LZ), Laura Treffenfeld (LZ), Frank Soldan, Andrea Schröder-Ehlers, Heiko Meyer und Patrick Pietruck.
In der Veranstaltungsreihe „LZ-Wahlforum“ hatte die Landeszeitung am 3. September 2026 die OB-Kandidierenden in die Ritterakademie eingeladen. Etwa 200 Gäste konnten hier erfahren, welche Ideen und Visionen die Kandidierenden zu den Themenblöcken Wohnen, Verkehr, Sicherheit in der Innenstadt, Klimaschutz und (Industrie-)Arbeitsplätze haben. Hier der Bericht des Klimaentscheids Lüneburg über die Veranstaltung.
Auf dem Podium vertreten waren sieben der acht Kandidierenden: Claudia Kalisch als amtierende Oberbürgermeisterin, die von den Grünen unterstützt wird, Heiko Meyer (parteilos), Michèl Pauly (Volt), Torben Peters (Linke), Patrick Pietruck (CDU), Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Frank Soldan (FDP). Mats Dedow (Die Partei) war aus beruflichen Gründen verhindert. Moderiert wurde die Veranstaltung von LZ-Redakteurin Laura Treffenfeld und LZ-Chefredakteur Manuel Becker.
Thema Verkehr: „Autos haben in der Innenstadt nichts zu suchen“ – Oder doch?
Thema Verkehr: „Autos haben in der Innenstadt nichts zu suchen.“ Stimmt, sagte der überwiegende Teil des Publikums. So strebt Hannover bis 2030 eine autofreie Innenstadt an, in Monheim am Rhein können Einwohnende kostenlos den ÖPNV nutzen. Mit Hinweis auf solche Städte wurden die Kandidierenden auf dem Podium gefragt: Was ist ihre Vision für den Verkehr der Zukunft?
- Die Vision von Claudia Kalisch ist eine gerechte Neuaufteilung des Verkehrsraums für alle Verkehrsteilnehmenden.
- Torben Peters nennt den bereits vorliegenden NUMP, man solle die enthaltenen Maßnahmen nun einfach umsetzen.
- Michèl Pauly will einen Verkehr, der so organisiert ist, dass Kinder sicher und angstfrei unterwegs sein können – wie z. B. Utrecht es vormacht. In der Innenstadt soll nur noch unvermeidbarer Autoverkehr zugelassen sein.
- Andrea Schröder-Ehlers nennt als Zielvorstellung eine „Mobilität für alle“ mit günstigem ÖPNV und Ausbau des Radverkehrs. Außerdem soll die Autobelastung in den Wohnquartieren reduziert werden.
- Heiko Meyer wünscht sich vier Großparkplätze, jeweils im Norden, Süden, Osten und Westen der Stadt, von denen aus ein Shuttle-Verkehr Menschen in die Stadt bringt.
- Frank Soldan nennt den Ausbau des ÖPNV.
- Patrick Pietrucks Vision ist ein digitales Parkleitsystem.
„Ich mache mir Sorgen wegen dem Klimawandel“
„Ich mache mir Sorgen wegen dem Klimawandel“ – so der Übergang zum Themenblock Klima. Wieder stimmte das Publikum überwiegend zu. Wie viele Hitzetote gab es wohl in diesem Sommer in Niedersachsen? Die Kandidierenden auf dem Podium wurden um eine Schätzung gebeten. Michèl Pauly kam der Antwort am nächsten: Es waren rund 530 Hitzetote, wie das Robert Koch-Institut angibt.
Alle reden über Klimaanpassung – nur Claudia Kalisch hat auch Klimaschutz im Blick
Die nächste Runde auf dem Podium wurde eingeleitet mit der Frage: „Wir schreiben das Jahr 2031 und es ist 40 °C heiß – warum werden Lüneburger*innen trotzdem gut durch den Tag kommen?“ Die Antworten waren größtenteils ähnlich: Hitzeschutz durch Sonnensegel und Fassadenbegrünung, Entsiegelung und Baumpflanzungen. Dabei blieb unklar, wo im Stadtgebiet das denn in nennenswertem Umfang stattfinden könnte.
- Einen konkreten Vorschlag nannte Michèl Pauly: Zu viel Raum wird von Straßen und Autos eingenommen. Durch Einbahnstraßen würde viel Platz frei für Entsiegelung und Bäume.
- Torben Peters schlug ähnlich vor, Hitzeschutz mit Verbesserung der Aufenthaltsqualität zu verbinden.
- Claudia Kalisch will den Hitzeaktionsplan umsetzen, den Grüngürtel West sichern und Lüneburg zu einer Schwammstadt weiterentwickeln, um künftige Hitzewellen erträglicher machen. Dabei kritisierte sie, dass nur über Klimaanpassung geredet würde, das sei jedoch Symptombehandlung. Notwendig sei, die Ursachen zu bekämpfen und Klimaschutz-Maßnahmen stärker voran zu bringen.
Klimaentscheid Lüneburg: „Wir wollen hier auch künftig gut leben“
Das Fazit des Klimaentscheids am Ende der Veranstaltung: „Selbst Tausende Hitzetote in diesem Sommer in Deutschland führen nicht dazu, dass über die Klimakrise und dringend notwendige Klimaschutzmaßnahmen ausführlich debattiert wird. Stattdessen fehlt es vielen Parteien an zukunftsfähigen Ideen für nachhaltige Mobilität.“
Zudem hätten SPD, CDU und FDP Möglichkeiten zur Entsiegelung und Baumpflanzung in der Innenstadt zuletzt im Rat immer wieder blockiert. „Wie soll so die Vision einer klimaresilienten Stadt Lüneburg in den nächsten Jahren Wirklichkeit werden? Denn wir wollen auch 2031 in Lüneburg gut leben können!“
Mehr Information und Kontakt
- Klimaentscheid Lüneburg: https://klimaentscheid-lueneburg.de
- Local Zero/Klimaentscheid Lüneburg: Wahlcheck für die OB-Wahl in Lüneburg
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Parents for Future Lüneburg: Zeitstrahl am Zaun der Gartenkirche zeigt den Klimawandel
Menschenleben retten: Klima- und Hitzeschutz konsequent umsetzen
Mitteilung von: Parents for Future Lüneburg – Am: 02.09.2026 – Online: https://wechange.de/project/parents-for-future-lueneburg
Seit Ende August 2026 hängt am Zaun der zu St. Michaelis gehörenden Gartenkirche ein Klima-Zeitstrahl. Der Zeitstrahl stellt dar, wie sich das Klima von 1850 bis heute entwickelt hat. Der Klima-Zeitstrahl zeigt die durchschnittliche Temperatur auf der Erde als blaue und rote Jahresstreifen, die sogenannten „warming stripes“, die der britische Klimawissenschaftler Ed Hawkins entwickelt hat. Das macht die zunehmende Erderhitzung anschaulich.
Der Verlauf von blauen hin zu roten Streifen zeigt auf, wie schnell die Temperaturen besonders in den letzten drei Jahrzehnten angestiegen sind. Der Sommer 2026 verzeichnet die höchste Hitzesterblichkeit in Deutschland seit Beginn der Erfassung. Das Robert-Koch-Institut zählt inzwischen über 16.000 Hitzetote. Parents for Future Deutschland fordern die konsequente Umsetzung von Klimaschutz und Hitzeschutz, um Menschenleben zu retten.
Zeitstrahl macht Erhitzung der Erde anschaulich – Klimaschutz als Lebensfrage
Beim Nachhaltigkeits-Gottesdienst im August 2026 in St. Johannis hatte Pastorin Silke Ideker Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung in den Mittelpunkt gestellt – mit der Frage „Wie können wir heute verantwortungsvoll leben?“ Verschiedene Initiativen waren eingeladen, um ihre Aktivitäten vorzustellen. Parents for Future brachten den Klima-Zeitstrahl mit und legten ihn als 25 Meter langes Bodenbanner im Mittelgang der Kirche aus.
„Ich fand es beeindruckend, als im Nachhaltigkeits-Gottesdienst das Banner mit dem Klima-Zeitstrahl im Mittelgang bis hin zum Altar lag“, stellte Stephan Jacob, Pastor an St. Michaelis, fest. „Was für ein Bild, als ein kleines Kind barfuß darauf nach vorne ging“, so der Pfarrer. Er regte an, den Zeitstrahl am Zaun zur Gartenkirche aufzuhängen. „Hier kommen viele Kinder, Jugendliche und Eltern zu Fuß und mit dem Rad vorbei.“ Dort hängt der Zeitstrahl nun und zeigt auf, dass Klimaschutz immer mehr zur Lebensfrage wird.
Information: Klima-Zeitstrahl
Ideen und Layout des Klima-Zeitstrahls stammen von Reiner Oberbeck und Teachers for Future. Vom Deutschen Wetterdienst wurde der Zeitstrahl um wissenswerte Daten, Ereignisse und Persönlichkeiten der Klimaforschung ergänzt. Parents for Future bietet an, den Klima-Zeitstrahl an andere Organisationen für Aktionen und Veranstaltungen zu verleihen.
- Parents for Future Lüneburg – https://wechange.de/project/parents-for-future-lueneburg/
- Reiner Oberbeck / Teachers for Future: Infos zum Klima-Zeitstrahl
Zeitstrahl als PDF-Datei herunterladen: Spalte 1, Kachel C - Zeitstrahl ausleihen: E-Mail lueneburg@parentsforfuture.de

Foto: PFF Lüneburg. Klima-Zeitstrahl am Zaun der Gartenkirche Lüneburg. August/September 2026. Die Grafik zeigt die steigenden Durchschnittstemperaturen auf der Erde – von 1850 (links) bis heute (rechts).

Foto: PFF Lüneburg. Der Klima-Zeitstrahl im Mittelgang von St. Michaelis beim Gottesdienst zum Thema „Nachhaltigkeit“ am 16. August 2026.
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Lünepedia: Klimaentscheid
Die Initiative Klimaentscheid Lüneburg wurde 2020 gegründet. 2021 organisierte sie ein erfolgreiches Bürgerbegehren mit dem Ziel, dass Lüneburg bis 2030 klimaneutral wird. Der Klimaentscheid vertritt damit die Forderungen von weit mehr als 8.000 Lüneburger*innen. Der Stadtrat trat 2021 dem Klimaentscheid bei, sodass es keinen Bürgerentscheid gab. Rund 50 regionale Unternehmen, Institutionen und Gruppen hatten die Initiative unterstützt, z. B. Voelkel GmbH, NABU Lüneburg und der Arbeitskreis „Laudato si“ der Kirchengemeinde St. Marien.
Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Klimaentscheid
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