Grafik: Sprengel Lüneburg. Fachtag "Kirche in Zeiten von Rechtsextremismus und politischer Polarisierung" - 26.09.2026 in Hitzacker.

Kirchensprengel Lüneburg: Mit Rechtsextremismus und Polarisierung umgehen – Fachtag am 26. September 2026

Was tun, wenn in einem kirchlichen Gremium AfD-Positionen vertreten werden? Wie können Kirchen vorbereitet sein, wenn sich politische Mehrheiten und gesellschaftliche Realitäten verändern? „Haltung zeigen, Konflikte aushalten, Grenzen klar markieren und zugleich ansprechbar bleiben“, so Regionalbischöfin Marianne Gorka. Was das in der Praxis bedeuten kann, sich dafür zu vernetzen und Bündnisse zu stärken, darum geht es beim Fachtag des Sprengels Lüneburg am 26. September 2026 in Hitzacker.


Mitteilung von: Sprengel Lüneburg – Am: 31.08.2026
Online: https://haltung-zeigen.wir-e.de/ – Grafik: Sprengel Lüneburg.


Zwischen Polarisierung und Rechtsextremismus: Fachtag des Sprengels Lüneburg am 26. September 2026

Samstag, 26. September 2026, 11:30-18:00 Uhr – VERDO Kultur- und Tagungszentrum, Dr.-Helmut-Meyer-Weg 1, 29456 Hitzacker (Elbe)

Grafik: Sprengel Lüneburg, Flyer (angepasst). Fachtag „Kirche in Zeiten von Rechtsextremismus und politischer Polarisierung“ – 26.09.2026.

Was tun, wenn in einem kirchlichen Gremium AfD-Positionen vertreten werden? Wie reagieren, wenn in einem Dorf völkische Siedler*innen präsent sind? Wie lässt sich eine klare Haltung für Menschenwürde, Zusammenhalt und Nächstenliebe zeigen – ohne Konflikte vorschnell abzubrechen oder aus Angst vor Spannungen zu schweigen?

Darum geht es beim Fachtag „Haltung zeigen. Bündnisse stärken. Kirche in Zeiten von Rechtsextremismus und politischer Polarisierung“ am Samstag, 26. September 2026, im VERDO Kultur- und Tagungszentrum in Hitzacker. Eingeladen sind Haupt- und Ehrenamtliche aus Kirche, Engagierte aus Zivilgesellschaft und Politik und Interessierte, die in ihrem Alltag mit rechtsextremen, demokratiefeindlichen oder menschenfeindlichen Haltungen konfrontiert sind. Die Teilnahme ist kostenlos.

Mut finden und gemeinsam Verantwortung übernehmen

Der Fachtag lädt ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen zu teilen und Orientierung zu gewinnen: Für den Umgang mit Spannungen, für klare Grenzen gegenüber rechtsextremen Positionen und für tragfähige Bündnisse vor Ort. Mit Blick auf kommende Kommunal- und Landtagswahlen geht es auch darum, vorbereitet zu sein: Wie können Kirchen vorbereitet sein, wenn sich politische Mehrheiten und gesellschaftliche Realitäten verändern – in Gremien, Teams, Nachbarschaften und Gemeinden?

„Als Kirche stehen wir klar für die Würde jedes Menschen und für unsere Demokratie“, erklärt Regionalbischöfin Marianne Gorka. Das bedeutet, „dass wir genau hinsehen, menschenfeindlichen Positionen widersprechen und zugleich ansprechbar bleiben. Haltung zu zeigen, heißt für mich deshalb auch, Bündnisse zu stärken: Wir müssen uns miteinander vernetzen, voneinander lernen und den Mut finden, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.“ Beim Fachtag erhalten die Teilnehmenden Informationen, Anregungen für Leitlinien und Praxisinstrumente. 

Praxis, Austausch und Vernetzung: Blick ins Programm

  • Nach der Begrüßung durch Regionalbischöfin Marianne Gorka und den Verantwortlichen der beteiligten Kirchenkreise spricht Prof. Dr. Christoph Goos, Vizepräsident des Landeskirchenamtes und Leiter der Rechtsabteilung, zum Thema: „Wo betrifft uns das AfD-Thema, und welche Werkzeuge haben wir?“
  • Am Nachmittag folgt das Podiumsgespräch „Gemeinsam gegen politische Polarisierung“. Daran nehmen teil: Martin Raabe von der Gruppe beherzt, Dominique Haas, Rechtsextremismus-Beauftragter im Landkreis Lüneburg, Ingrid Bergschmidt von den Omas gegen Rechts, Karl-Georg Ohse von „Kirche stärkt Demokratie“, Ruth Hoffmann, Journalistin und Autorin des Buchs „Raubzug von rechts. Familie, Freiheit, Widerstand: Wie die Rechte unsere Werte kapert und für ihre Zwecke missbraucht“ und Felix Paul vom Team Demokratie und Frieden der Evangelischen Agentur. Moderiert wird das Gespräch von Wiebke Vielhauer, Pröpstin des Kirchenkreises Uelzen.
  • Zum Thema „Gemeinsam fürs Viertel“ aus ostdeutscher Perspektive spricht Jana Huster, Quartiersentwicklerin bei der OTEGAU Gera, und Autorin des Buchs „Flüchtige Begegnungen“.
  • In einer Marktphase können die Teilnehmenden anschließend mit verschiedenen Initiativen und Organisationen ins Gespräch kommen und Kontakte für die eigene Arbeit knüpfen.
  • Im Anschluss findet der Workshop „Hands on: Kurve Wustrow“ statt. Er nimmt rechtsextreme Aussagen im Alltag in den Blick. „Bei der Arbeit, an der Bushaltestelle, bei Familienfeiern. In vielen Momenten gilt es, Gesprächsgelegenheiten zu erkennen und zu nutzen – und manchmal braucht es eine schnelle Reaktion. In diesem Workshop schauen wir uns Situationen und unsere Rollen darin an und üben den Umgang mit dem Überraschungsmoment einer unerwarteten Aussage“, sagt Joel Campe von „Kurve Wustrow“.

Für starke Bündnisse: Viele Partner*innen beteiligt

Mit Informationsständen und Gesprächen beteiligen sich eine Vielzahl von Initiativen, Einrichtungen und Vereinen, darunter Omas gegen Rechts, das Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus, die Evangelische Erwachsenenbildung (EEB), die Gruppe beherzt, Kirche stärkt Demokratie, das Bündnis gegen Rechts Wendland, Bündnis Wagemut, der Rechtsextremismusbeauftragte im Landkreis Lüneburg, Bleckede blüht und sowie die Polizeiinspektionen Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen mit ihrem Team Aus- und Fortbildung und den Demokratiepat*innen.

Mehr Information und Anmeldung

Die Teilnahme am Fachtag ist kostenlos. Um Anmeldung bis zum 10. September 2026 wird gebeten.

Hintergrund: Sprengel Lüneburg

Zum Sprengel (Kirchenbezirk) Lüneburg gehören zehn Kirchenkreise. In den 220 Kirchengemeinden mit rund 470.000 Gemeindegliedern sind 350 Pastorinnen und Pastoren tätig. Die geistliche Leitung und den bischöflichen Dienst im Sprengel nimmt seit Februar 2024 Regionalbischöfin Marianne Gorka wahr. Sie vertritt den Sprengel in der Öffentlichkeit und ist über den Bischofsrat beteiligt an der gesamtkirchlichen Leitung der Landeskirche Hannovers. Regelmäßige Predigtstätte der Regionalbischöfin ist die Lüneburger St.-Johannis-Kirche.

Foto: Sprengel Lüneburg. Die Kirchenleitenden der drei fusionierenden Kirchenkreise - von links: Christian Stasch (lt. Superintendent Kirchenkreis Lüneburg), Anna Kempe (Pastorin Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg), Christian Cordes (Superintendent Kirchenkreis Lüneburg), und Wiebke Vielhauer (Pröpstin Kirchenkreis Uelzen) unterstützen die gemeinsame Erklärung „Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt. Wir stehen dazu!“ der leitenden Geistlichen der evangelischen Kirchen in Niedersachsen und Bremen zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai 2026.

Foto: Sprengel Lüneburg. Die Kirchenleitenden der drei fusionierenden Kirchenkreise unterstützen die gemeinsame Erklärung „Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt. Wir stehen dazu!“ der leitenden Geistlichen der evangelischen Kirchen in Niedersachsen und Bremen zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai 2026. Von links: Christian Stasch (lt. Superintendent Kirchenkreis Lüneburg), Anna Kempe (Pastorin Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg), Christian Cordes (Superintendent Kirchenkreis Lüneburg) und Wiebke Vielhauer (Pröpstin Kirchenkreis Uelzen).

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