AStA Lüneburg: Studierende brauchen gute Radwege – Verkehrswende-Bündnis: CDU, SPD und FDP sollen Blockade beenden
Blockade-Politik im Verkehr, und das schon länger – das konstatiert das Verkehrswende-Bündnis bei SPD, CDU und FDP. Den Verkehr insgesamt endlich angenehmer und sicherer zu machen, so die Forderung. Auch der AStA der Leuphana Universität weist hin: Studierende brauchen gute Radwege – was schließlich allen zugute kommt.
Mitteilung von: AStA der Universität Lüneburg – Am: 11.02.2026
Online: https://www.asta-lueneburg.de – Foto: Symbolfoto, Pixabay.
AStA der Leuphana Universität: Studierende brauchen gute, sichere Radwege – CDU soll Antrag zurückziehen
Foto: Icsilviu, Pixabay. Seniorin auf einem Radweg. Sichere Radwege kommen allen zugute – jung und alt. Für die zehntausend Studierenden in Lüneburg sind sie ein besonders wichtiges Anliegen.
Der AStA der Leuphana Universität erinnert: Im Mai 2022 stimmte eine große Mehrheit im Rat der Hansestadt Lüneburg für den Beitritt zum Radentscheid. Damit machte sich der Rat eine Liste von Forderungen zur Verbesserung für den Fahrradverkehr zu eigen. 2026, vier Jahre später, wurde nur ein Bruchteil dieser Maßnahmen umgesetzt. Der Grund: Parteipolitischer Streit. Jetzt geht die Lüneburger CDU noch einen Schritt weiter: Sie will den Beitritt zum Radentscheid wieder rückgängig machen und stellte einen entsprechenden Antrag im Lüneburger Stadtrat.
Fatale Entwicklung für Studierende
Aus Sicht der Studierenden ist das eine fatale Entwicklung. Es gibt in Lüneburger sehr viele Menschen, die sich eine deutliche Verbesserung der Bedingungen für das Fahrradfahren wünschen. Mehr als 7.000 Menschen unterschrieben für diese Ziele:
- Neubau oder Ausbau von 3 Kilometer Radverkehrsanlagen pro Jahr ab 2023
- Die Sicherheit einer Kreuzung pro Jahr ab 2023 verbessern
- Planung eines flächendeckenden Radroutennetzes bis Ende 2023
- Unebenes Natursteinpflaster auf Radrouten erneuern oder sanieren
- Fahrradstraßenring bis Ende 2024 umsetzen, Fahrradstraßen und Fahrradzonen planen
- Installation von mindestens 100 öffentlichen Fahrradstellplätzen pro Jahr ab 2024.
10.000 Studierende – sichere Verkehrswege als Vorteil für alle
In Lüneburg gibt es rund 10.000 Studierende. Viele legen ihre Alltagswege hauptsächlich mit dem Fahrrad zurück – zur Uni, zum Einkaufen oder zum Sport. Von daher ist es den Studierenden ein wichtiges Anliegen, dass Radwege besser und sicherer werden. „Ich habe wie die meisten Studierenden kein Auto, auf das ich mal eben zurückgreifen kann“, so Leuphana-Studentin Zoë Rauch. Sie ist bei jedem Wetter per Rad unterwegs. „Daher wäre es wirklich wichtig, mehr Radwege, aber auch sicherere Kreuzungen in Lüneburg zu haben.“
Durch mehr Radverkehr kann Lüneburg seine Verkehrsprobleme lindern, für bessere Luft und weniger Verkehrslärm sorgen. Lüneburg wird lebenswerter und ermöglicht mehr Menschen Mobilität und damit Teilhabe an der Gesellschaft. Durch sichere Verkehrswege profitieren alle – bis hin zum Fußverkehr.
Langfristiges Ziel gemeinsam umsetzen: CDU soll Antrag zurückziehen
Umso wichtiger ist es, dass die Lüneburger Politik jetzt gemeinsam daran arbeitet. Auch wenn es unbefriedigend ist, dass die Umsetzung der Radverkehrs-Maßnahmen länger dauert als gedacht – die Fahrrad-Infrastruktur besser und sicherer zu machen, ist ein langfristiges Ziel. Wichtig ist, dass daran festgehalten und kontinuierlich weitergearbeitet wird.
Daher fordern wir die CDU auf, den Antrag für den Austritt aus dem Radentscheid Lüneburg zurückzuziehen. Wir fordern stattdessen, die Maßnahmen des Lüneburger Radentscheids endlich Stück für Stück umzusetzen!
- AStA Lüneburg: https://www.asta-lueneburg.de
- Lüne-Blog: Deutliches Votum im Rat: Lüneburg übernimmt das Bürgerbegehren Radentscheid – 13.05.2022
Mit großer Mehrheit stimmte der Rat bei der Sitzung am 12. Mai 2022 dafür, sich den Zielen des Bürgerbegehrens Radentscheid anzuschließen. Die geforderten Maßnahmen sind damit umzusetzen – wenn es finanzielle und personelle Ressourcen zulassen.
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Verkehrswende-Bündnis: Blockade-Politik im Rat der Hansestadt verhindert Verbesserungen im Verkehr
Mitteilung von: Verkehrswende-Bündnis – Am: 01.02.2026
Online: https://www.luenepedia.de/wiki/Verkehrswende-B%C3%BCndnis
Auch das Lüneburger Verkehrswende-Bündnis weist kritisch auf die aktuelle Diskussion hin. Das Bündnis, an dem verschiedenste Vereine für Klimaschutz, Fuß- und Radverkehr vertreten sind, beschreibt eine Blockadehaltung im Rat der Hansestadt: Gemeinsam sorgten CDU, SPD und FDP dafür, dass Beschlüsse für angenehmere und sicherere Mobilität insbesondere in Fuß- und Radverkehr nicht umgesetzt werden, so die Pressemitteilung.
Gelebte Mobilität in Lüneburg: Auch Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr neben dem Autoverkehr
Der Nachhaltige Urbane Mobilitätsplan (NUMP) ist gedacht als Instrument, mit dem Städte die Mobilität an die heutige Wirklichkeit anpassen können. Wie sieht diese Wirklichkeit in Lüneburg aus? Viele Menschen sind zu Fuß, per Rad oder Bus unterwegs. Eltern begleiten ihre Kinder mit dem Rad zur Schule oder bringen sie mit dem Lastenrad in die KITA. Pendelnde fahren mit dem Bus zum Bahnhof. Und: Jeder Mensch zu Fuß, auf dem Rad und im Bus führt auch zu weniger Stau für alle, die auf das Auto angewiesen sind.
NUMP: Umfassender Entwicklungsprozess – alle Gruppen beteiligt
In Lüneburg wurde der Mobilitätsplan NUMP am 26. November 2020 unter OB Ulrich Mädge mit einer Mehrheit des bis November 2021 amtierenden Rats in Auftrag gegeben. 2024 wurden die Ergebnisse der umfangreichen Planungs- und Beteiligungsprozesse präsentiert. Zahlreiche Gruppen, die einen Querschnitt der Stadtgesellschaft abbildeten, hatten den NUMP-Prozess begleitet. Auch IHK und Handwerkskammer brachten ihre Anforderungen ein.
Aber: SPD und CDU verweigern Umsetzung – zum Nachteil aller
Einige der gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Lüneburger Stadtgesellschaft verweigern nun die Umsetzung. Im Mobilitätsausschuss am 4. Februar 2026 votierten SPD und CDU gegen die Vorhaben aus dem NUMP – und damit gegen sichere Schulumfelder, gegen Verbesserungen für Fußverkehr, Knotenpunkte und Querungen und gegen die Schaffung einer zuverlässigen Datenbasis zur Planung des Kfz-Verkehrs (Maßnahmen S5, S4, F1 und M2).
Komplettstillstand bis in den Spätherbst 2026? – Blockade-Politik beenden!
Diese Blockaden sind für alle am NUMP beteiligten Akteure ein Affront. Sie widersprechen den politisch gesetzten Zielen der Stadt. „Es ist zu hoffen, dass mehr als 31 Wochen bis zur Kommunalwahl kein Komplettstillstand herrscht“, so Jonas Korn, Vorstand des VCD Elbe-Heide. „Denn gewählt sind die Mitglieder des Stadtrats für eine volle Wahlperiode.“
Das Verkehrswende-Bündnis fordert die Fraktionen von SPD, CDU und FDP dringend auf, ihre Blockadepolitik im Bereich Verkehr zu beenden. „Gemeinsames Ziel muss es sein, dass alle – von jung bis alt, mit allen Verkehrsmitteln, mit und ohne Behinderung – in Lüneburg gut und sicher unterwegs sein können“, so Korn. „Das lässt sich nur gemeinsam erreichen – und es wird langsam Zeit, das anzugehen.“
- Verkehrswende-Bündnis Lüneburg: https://www.luenepedia.de/wiki/Verkehrswende-Bündnis
- Hansestadt Lüneburg: NUMP-Maßnahmenstreckbriefe (PDF-Datei)
Blockade: Mobilität und Politik in Lüneburg im Rückblick
Ratsbeschluss 2020 – Rat: „Ergebnisse des NUMP abwarten“
Ende 2020 wurde der Mobilitätsplan NUMP in Auftrag gegeben. Längst überfällige Maßnahmen zur Verkehrssicherheit und für bessere Infrastrukturen für den Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr wurden daraufhin ausgesetzt – es müsse „erst der NUMP abgewartet werden“. Das ist ein durchaus nachvollziehbares Argument. Schließlich sind rund 330.000 Euro für diesen Fachplan aufgewendet worden.
Es startete ein umfassender Beteiligungsprozess, wie es das bis dahin noch nicht in Lüneburg gab: Eine großangelegte Online-Beteiligung, Workshops in Schulen, in verschiedenen Stadtvierteln, Beteiligung unterschiedlichster Gruppen usw. In den Plan flossen so zahlreiche Ideen und Vorschläge „aus der Mobilitätspraxis“ ein.
November 2024: Ergebnisse des NUMP liegen vor
Der NUMP besteht aus 30 Maßnahmenpaketen in den Bereichen Fußverkehr, Radverkehr, motorisierter Verkehr, öffentlicher Verkehr, Kommunikation und Straßenraumgestaltung. Die Maßnahmen stellen Konzepte zur weiteren Stadtentwicklung der nächsten 15 Jahre, also bis 2040, vor.
Rat: Beschlussvorschlag abgelehnt – „die Wirtschaft“ beteiligen
Doch die Ratsmehrheit – mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP, die den Prozess in Auftrag gegeben hatte, lehnte in der Ratssitzung am 28. November 2024 den Beschlussvorschlag der Verwaltung und die vorgeschlagenen Maßnahmen ab. Die Ergebnisse sollen lediglich „zur Kenntnis genommen“ werden. Gefordert wurde, „die Wirtschaft“ und weitere Akteur:innen einzubinden. Und das, obwohl diese bereits im NUMP-Beirat und in einem eigenen Format vertreten waren. Daraufhin wurde noch einmal ein Beteiligungsverfahren gestartet, der aktuelle „NUMP-Umsetzungsdialog“.
2026 im Mobilitätsausschuss: Umsetzung von Maßnahmen abgelehnt – „Neuer Rat soll entscheiden“
Am 4. Februar 2026 stellte die Verwaltung nun Umsetzungsvorschläge für die ersten Maßnahmen vor, in die die Ergebnisse des „NUMP-Umsetzungsdialogs“ eingeflossen waren. Wieder votierte eine Mehrheit aus SPD und CDU dagegen. Ihre Begründung diesmal: Da im September dieses Jahres Kommunalwahlen stattfinden, solle der neue Rat über die NUMP-Maßnahmen entscheiden. Damit werden erneut Veränderungen blockiert – seit mittlerweile über fünf Jahren.
Blockade-Politik von SPD und CDU auch in anderen Bereichen
So verhält es sich nicht nur beim NUMP. Weitere Beispiele für diese Blockade-Politik sind die Verzögerungen beim Marienplatz. Auch hier wurden nach der Öffentlichkeitsbeteiligung die Umgestaltungsvorschläge abgelehnt. Ebenso wurden in der llmenaustraße alle Kompromisslösungen abgelehnt.
Information: Verkehrswende-Bündnis
Das Verkehrswende-Bündnis Lüneburg besteht aus folgenden Lüneburger Gruppen: ADFC, Radentscheid, Fridays for Future, VCD Elbe-Heide, Klimaentscheid, Parents for Future, Fuss e.V., Lüneburg Barrierefrei, JANUN Lüneburg, KlimaKollektiv und Lastenräder für Lüneburg.
Mehr Information und Kontakt
- VCD Elbe-Heide: Verweigerung von Stadtentwicklung und Ignoranz gegenüber Bürgerwünschen (PDF-Datei) – 10.02.2026
- Verkehrswende-Bündnis Lüneburg: https://www.luenepedia.de/wiki/Verkehrswende-Bündnis
- Hansestadt Lüneburg: Informationsseite zum Nachhaltigen Urbanen Mobilitätsplan (NUMP)
Hier stehen auch die 30 Maßnahmensteckbriefe zum Herunterladen bereit. Sie enthalten Zielbeschreibungen für die verschiedenen Verkehrsarten: Fuß-, Rad-, motorisierter und öffentlicher Verkehr. Ergänzend zugefügt sind Empfehlungen zur Gestaltung des Straßenraums und der Öffentlichkeitsarbeit.

Foto: Hansestadt Lüneburg. Erste Sitzung des NUMP-Beirats am 06.09.2023. In dem vierzigköpfigen Gremium waren verschiedenste Gruppierungen und Verbände vertreten, darunter IHK und Handwerkskammer, LCM, Polizei und Verkehrswacht, AStA und Stadtjugendring bis hin zu ADFC und KVG.
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Lünepedia: Verkehrswende-Bündnis
Das Verkehrswende-Bündnis Lüneburg ist ein Zusammenschluss Lüneburger Gruppen, die sich gemeinsam für eine Verkehrswende einsetzen. Es hat sich 2022 bei der gemeinsamen Zusammenarbeit zur Europäischen Woche der Mobilität gegründet. Zu erreichen ist das Verkehrswende-Bündnis über die einzelnen Mitgliedsgruppen.
Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Verkehrswende-B%C3%BCndnis
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