Windrad im Wald. Foto: Wilfried Wende, Pixabay.

BUND und NABU Lüneburg fordern: Keine Windkraftanlagen im Wald

Um die Ausbauziele der Erneuerbaren Energien zu erreichen, sollen im Landkreis Lüneburg Wälder für Windkraftanlagen geöffnet werden. Die Umweltverbände BUND Regionalverband Elbe-Heide und NABU Kreisgruppe Lüneburg lehnen dies strikt ab. Der Wald wird dadurch zerschnitten und geöffnet. Der Waldboden und die angrenzenden Bestände sind dann ungeschützt gegenüber Austrocknung. Bevor Windenergieanlagen im Wald installiert werden, müssten erst alle Möglichkeiten des Baus im Offenland geprüft werden, so die beiden Umweltverbände.


Mitteilung von: BUND Regionalverband Elbe-Heide, NABU Kreisgruppe Lüneburg – Am: 22.03.2024
Online: https://www.bund-elbe-heide.de/ – Foto: Beispielfoto, Pixabay.


BUND und NABU Lüneburg fordern: Keine Windkraft im Wald!

Der Schaden ist größer als der Nutzen

Um die Ausbauziele der Erneuerbaren Energien zu erreichen, sollen im Landkreis Lüneburg Wälder für Windkraftanlagen geöffnet werden. Die Umweltverbände BUND Regionalverband Elbe-Heide und Nabu Kreisgruppe Lüneburg lehnen dies strikt ab.

Wir wissen und stehen dazu, dass die Windkraft ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende ist. Aber: Windkraftanlagen gehören nicht in den Wald, einem der wichtigsten Räume für den Natürlichen Klimaschutz. Die Natur bietet uns viele Möglichkeiten, auf natürliche Weise Kohlenstoff zu speichern. Eine wichtige Rolle spielen dabei Moore und Wälder, die mit ihren Böden eine hohe Kohlenstoffspeicherfähigkeit besitzen. In diese Lebensräume gehören keine Windkraftanlagen!

Probleme durch Zulieferung und Aufbau und Bodenverdichtung

Ihre Fundamente, die breiten Zuwegungsstraßen und Kabeltrassen stellen massive Eingriffe in Wälder und Waldböden dar. Schon der Aufbau und die Anlieferung der Windkraftanlagen erfolgen über breite Waldwege mit riesigen Kurvenradien, es gibt große Lager- und Kranplätze.

Problematisch sind starke Bodenverdichtungen durch die Schaffung von zusätzlichen Schneisen und Offenflächen. Der Wald wird dadurch zerschnitten und geöffnet. Der Waldboden und die angrenzenden Bestände sind dann ungeschützt gegenüber Austrocknung. Das ist in lang anhaltenden Trockenphasen fatal und führt zu großflächigen Waldschäden. Solche Waldböden sind dann auch keine CO2-Speicher mehr, sondern geben CO2 ab. Und sie verlieren die Kraft, andere Waldfunktionen auszuüben.

Erst Alternativen im Offenland prüfen

Bevor Windenergieanlagen im Wald installiert werden, müssen ALLE Möglichkeiten des Baus im Offenland geprüft werden. Dabei sind vorrangig bereits vorbelastete und weniger sensible Flächen auszuwählen, insbesondere Ackerflächen und intensiv genutzte Grünlandflächen, aber auch große Gewerbebrachen.

Wälder sind sauerstoffproduzierende „Klimaanlagen“, die es nicht nur im Amazonasgebiet, sondern auch bei uns nach wie vor zu schützen gilt. Eingriffe in Wald und Moore dürfen erst an allerletzter Stelle angedacht werden.

Schutz von Leben und Klima darf nicht zu Schädigung eines Ökosystems führen

Zu welchem Zweck fordern und fördern wir die erneuerbare Energiegewinnung? Für den Schutz des Lebens und des Klimas. Es erscheint weltfremd, in dieser kritischen Lage, in der wir uns befinden, mit Energiegewinnung auch noch die letzten wertvollen Ökosysteme wie den Wald anzugreifen. Wer dies fordert, begeht einen gesamtökologischen Fehler. Es wird das geschädigt, das es aktuell an erster Stelle zu schützen gilt.

BUND Regionalverband Elbe-Heide und NABU Kreisgruppe Lüneburg

Mehr Information und Kontakt

Mehr zum Thema

  • NDR: Gegen Windpark im Wald: Lüneburger demonstrieren vor Rathaus – 10.04.2024
    Etwa 120 Umweltschützer haben am Dienstagabend vor dem Lüneburger Rathaus gegen einen geplanten Windpark bei Deutsch Evern (Landkreis Lüneburg) demonstriert. Die Stadt Lüneburg plant, Windkraftanlagen in einem Wald zu bauen. Dafür müsste Wald gerodet werden, den in Teilen Bürger einmal angepflanzt haben.
  • Lüne-Blog: Windenergie im Landkreis Lüneburg: Bis 2032 vier Prozent der Fläche bereitstellen – 16.03.2024
    Auf großes Interesse stieß der Ausschuss für Raumordnung des Landkreises Lüneburg am 29. Februar 2024 im Hotel Bergström in Lüneburg. Bei der Sitzung wurden Szenarien vorgestellt, wie Windkraft im Regionalen Raumordnungsprogramm verankert werden kann. Es steht die Entscheidung an, ob zunächst nur die ab 2027 verpflichtenden 3,09 Prozent Flächen ausgewiesen werden oder gleich 4 Prozent, wie es ab 2032 Pflicht ist.

Ergänzung oder Korrektur? Bitte Mail an redaktion@luene-blog.de – danke!
Lüne-Blog veröffentlicht Pressemitteilungen, Berichte und Veranstaltungshinweise von Verbänden und Zusammenschlüssen. Nachricht an: redaktion@luene-blog.de

Lüne-Blog kannst du auch lesen bei:

Facebook X - twitter-Logo neu.Twitter/X Instagram Lüne-Blog bei TelegramTelegram MastodonMastodon

Ein Kommentar

  • Es wäre schön wenn sich tatsächlich geeignete Flächen finden würden, aber lehre Behauptungen schüren nur zweifel und falsche Hoffnungen. Das Spiel gegen die Zeit ist ein fataler Fehler, die Klimakrise wird scheinbar aus den Augen verloren..
    Zumindest können lokaler BUND und NABU bei der Gelegenheit nach neuen Mitgliedern fischen, leider auf kosten des Gemeinwohls..

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Im Rahmen der DSGVO notwendige Bedingungen - bitte lesen und akzeptieren:
Wenn du das Formular abschickst, werden Name, E-Mail-Adresse und der eingegebene Text in der Datenbank gespeichert. Für weitere Informationen wirf bitte einen Blick in die Datenschutzerklärung: mehr

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.