Equal Pay Day am 27. Februar 2026: Zeit für mehr Lohngerechtigkeit
„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, steht in unserem Grundgesetz. Doch gleichen Lohn für gleiche Arbeit gibt es noch nicht. Die Lohnlücke bei Frauen liegt in Deutschland bei 16 Prozent. Im europäischen Vergleich sind wir damit auf einem der letzten Plätze. Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Harburg, informiert dazu am 27. Februar 2026 in Winsen. In Lüneburg lädt eine Veranstaltungsreihe im Frühjahr 2026 ein, sich mit dem Thema Gleichheit – und Ungleichheit – auseinanderzusetzen.
Mitteilung von: Landkreis Harburg – Am: 24.02.2026
Online: https://www.landkreis-harburg.de/ – Foto: Landkreis Harburg.
Equal Pay Day: Zeit für mehr Lohngerechtigkeit
Foto: Landkreis Harburg. Schon die Mütter des Grundgesetzes kämpften für gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Darauf weist Gleichstellungsbeauftragte Andrea Schrag zum Equal Pay Day 2026 hin.
Erst ab dem 27. Februar werden Frauen für ihre Arbeit auch bezahlt – zumindest rechnerisch. Der 27. Februar ist Equal Pay Day und macht symbolisch auf die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern bei gleicher Arbeit aufmerksam. Um das gleiche Einkommen zu erzielen, das Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres hatten, müssen Frauen bis zum Equal Pay Day arbeiten.
Info-Stand in Winsen am 27. Februar 2026
„Es ist höchste Zeit für mehr Lohngerechtigkeit“, betont Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg. „Das ist auch Grundvoraussetzung für die grundgesetzlich festgeschriebene Gleichstellung. Denn ohne wirtschaftliche Unabhängigkeit bleiben Teilhabe und Gleichstellung eine Illusion.“ In der Winsener Innenstadt will Andrea Schrag am Freitag, 27. Februar 2026, für das Thema sensibilisieren.
Seit 1949: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“
Seit 1949 steht im Grundgesetz: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Dieser Satz wurde auf Initiative der Mütter des Grundgesetzes in unsere Verfassung aufgenommen – ein historisches Versprechen und ein klarer Verfassungsauftrag zugleich. „Doch gleichwertige Arbeit wird bis heute nicht selbstverständlich gleich bezahlt“, so Andrea Schrag. „Das Versprechen von 1949 darf kein historischer Satz bleiben. Lohngleichheit ist keine Forderung, sondern ein verfassungsrechtlicher Anspruch.“
Über 4 Euro weniger pro Stunde – Deutschland unter Schlusslichtern in Europa
Die Lücke zwischen den durchschnittlichen Brutto-Stundenlöhnen von Frauen und Männern beträgt in Deutschland offiziell 16 Prozent, das sind 4,24 Euro oder bei einer 40-Stunden Woche immerhin 169,60 Euro. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes kommen Frauen auf 22,81 Euro brutto je Stunde, Männer auf 27,05 Euro.
„Selbst zwischen Frauen und Männer mit einer gleichen Ausbildung und ähnlichen Position bleibt eine Lohnkluft von sechs Prozent, der sogenannte bereinigte Gender Pay Gap“, sagt Andrea Schrag. „Damit gehören wir im europäischen Vergleich nach wie vor zu den Schlusslichtern.“ Und bei etwa 20 Prozent der abhängig beschäftigten Frauen im Haupterwerbsalter liegt das Monatseinkommen sogar unterhalb des Existenzminimums für eine erwachsene Person.
Folge: Frauen im Alter auch öfter von Armut betroffen
Diese Situation hat Folgen, die das ganze Leben nachwirken: „Das ist nicht nur heute ungerecht, sondern wirkt sich später auch im Rentenbezug aus und führt dazu, dass der Frauenanteil bei den von Altersarmut betroffenen Menschen deutlich höher ist“, so Andrea Schrag.
Der Gender Pay Day richtet den Blick auf die Gründe dafür. So sind Frauen überproportional in den sozialen Bereichen, den sogenannten Care-Berufen, tätig, die schlechter bezahlt werden. „Daher muss es darum gehen, nicht nur den gesellschaftlichen Wert zu erhöhen, sondern auch die Bezahlung dieser Berufe zu stärken“, sagt Andrea Schrag.
Bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege
Hinzu kommt: Frauen arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs. Ein Grund dafür: Frauen tragen bei der häuslichen Sorgearbeit, der Pflege von Angehörigen und der häuslichen Sorgearbeit die meiste Verantwortung. „Umso wichtiger ist daher eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege, die es Frauen und Männern gleichermaßen ermöglicht, berufstätig zu sein und gemeinsam für ihre Kinder oder Angehörigen zu sorgen.“
„Fun Facts“ zum Equal Pay Day
- Bei den Verlierern im europäischen Vergleich: Die geschlechterspezifische Lohnlücke liegt in Deutschland bei 16 Prozent (Statistisches Bundesamt, 2025, Pressemitteilung Nr. 056). Deutschland ist damit im europäischen Vergleich auf einem der letzten Plätze – der europäische Gender Pay Gap beträgt rund 12 Prozent
(Statistisches Bundesamt, 2025). - Frauen im Osten sind besser dran: Die Unterschiede fallen in Westdeutschland mit 17 Prozent deutlich höher aus als im Osten mit 5 Prozent (Statistisches Bundesamt, 2025, Pressemitteilung Nr. 056).
- Frauen mit ein Viertel niedrigeren Alterseinkünften: Auch bei den Alterseinkünften gibt es ein Gefälle zwischen Männern und Frauen, Gender Pension Gap genannt. Die Alterseinkünfte von Frauen sind durchschnittlich etwa ein Viertel niedriger (25,8 Prozent) als die von Männern. Werden Hinterbliebenenrenten und -pensionen ausgeklammert, sind es sogar 36,9 Prozent (Statistisches Bundesamt, 2025, Pressemitteilung Nr. 054).
Mehr Information
- Business and Professional Women Germany e.V.: https://www.equalpayday.de
- VdK: Unbezahlte Sorgearbeit ist Grund für Lohnlücke – 25.02.2026
„Es darf nicht länger selbstverständlich sein, dass der Mann Vollzeit arbeitet und die Frau nur hinzuverdient, weil sie hauptverantwortlich ist für Kinder und pflegebedürftige Angehörige“, moniert Gunda Menkens, Landesfrauenvertreterin des Sozialverbands VdK Niedersachsen-Bremen. Dazu sei ein gesellschaftliches Umdenken nötig: „Wir brauchen flächendeckend zuverlässige Betreuungsstrukturen für Kinder und Pflegebedürftige, eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige und mehr Anreize, um die Sorgearbeit gerecht aufzuteilen.“ - Lüne-Blog: Geld, Pflege, Wut und mehr: Rund um den Frauentag in Landkreis und Hansestadt – Frühjahr 2026 – 18.02.2026
Equal Pay, Pflege, Sexismus, Wechseljahre, Wut und demokratisches Engagement – darum geht es in den Veranstaltungen der Gleichstellungsbeauftragten in Stadt und Landkreis Lüneburg rund um den Frauentag von Februar bis April 2026. Das Ziel: Teilhabe und ein gleichberechtigtes Leben ohne Diskriminierungserfahrungen – für alle im Landkreis. - Landesamt für Statistik Niedersachsen: Equal Pay Day – Verdienstungleichheit in Niedersachsen weiterhin auf hohem Niveau – 26.02.2026
Seit 2022 gab es kaum Verbesserungen bei den Verdienstunterschieden zwischen Frauen und Männern. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des Gender Gaps Arbeitsmarkt hervor.
Mehr bei Lüne-Blog
- „Let’s go, girl!“ – Internationaler Frauentag 8. März 2026: Veranstaltungen in Lüneburg – 22.02.2026

Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 16 Prozent weniger als Männer. Bis zum Equal Pay Day 2026 am 27. Februar 2026 arbeiten sie praktisch umsonst. Grafik: BPW Germany e.V.
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