Kinder. Foto: Hof Schlüter.

Hof Schlüter und Hansestadt: Feste Bleibe für Ukraine-Kinder gefunden

Eine größere Gruppe von Kindern und ihren Betreuer:innen aus dem Kinderheim Slagoda hatte Andre Novotny vor einigen Wochen aus dem damals umkämpften Bila Zerkwa nach Lüneburg geholt. Nun hat die Gruppe mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt Lüneburg eine feste Bleibe gefunden.


Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg / Stiftung Hof Schlüter
Am: 03.06.2022
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Stadt und Stiftung Hof Schlüter begleiten Kindergruppe aus der Ukraine ins selbstständige Wohnen

Foto: Stiftung Hof Schlüter. Bis Kinder in “Slagoda” eine neue Heimat gefunden haben, haben sie oft Grausames auf der Straße oder in ihren Familien erlebt. Viele machten sich alleine auf den Weg, um im Kinderheim “Slagoda” Schutz zu suchen.

HANSESTADT LÜNEBURG. – Über mehrere Wochen fand eine Gruppe aus ukrainischen Heimkindern und ihre Betreuer:innen ein gutes Zuhause auf Zeit in der Lüneburger Jugendherberge. Nun gehen sie, weiterhin unterstützt von der hiesigen Stiftung Hof Schlüter und dem Jugendamt der Hansestadt Lüneburg, einen Schritt in Richtung Selbstständigkeit.

Unterkunft für 37 Heimkinder und ihre Betreuer:innen gefunden

Die insgesamt 37 Köpfe zählende Gruppe konnte eine Immobilie im Lüneburger Stadtgebiet mieten, wo sie nun gemeinsam wohnen. Das Einleben in der neuen Umgebung soll möglichst ohne öffentliche Aufmerksamkeit vonstatten gehen, so der Wunsch aller Beteiligten.

Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch und Landrat Jens Böther hatten sich persönlich um das Wohl der Gruppe bemüht. Beide sind froh, dass jetzt eine gute Lösung gefunden wurde.

Feste Bleibe statt Jugendherberge bietet mehr Ruhe

Regina Schallar, Bereichsleiterin des städtischen Jugendamtes, weiß: “Natürlich ist der größte Wunsch der Kinder und ihrer Begleitpersonen so schnell wie möglich wieder nach Bila Zerkwa zurückkehren zu können. Aber wir wissen alle nicht, wann das möglich sein wird. Und so lange ist es für die Kinder, aber auch für die Erwachsenen hilfreich, hier weitestgehend Normalität weiterzuleben, die Erlebnisse in Ruhe verarbeiten zu können.”

Sich nicht länger zu Gast zu fühlen, sondern sich den eigenen Alltag einzurichten, sei da ein wichtiger Schritt. Zudem bietet die neue Unterkunft mehr Ruhe als die mit wechselnden Gruppen voll gebuchte Jugendherberge.

Alle Schul- und Kita-Kinder sind in passenden Einrichtungen untergebracht

Jugendamt und Sozialamt der Hansestadt haben bei der Auswahl von Möbeln, Küchen- und anderen Utensilien des täglichen Bedarfs geholfen. Die Stadt leistet Unterstützung, damit rechtzeitig die Leistungen für Miete und Unterhalt fließen.

Schallar freut sich, dass es gelungen ist, mittlerweile allen Schulkindern und Kita-Kindern der Gruppe einen Ganztags-Platz in passenden Einrichtungen zu vermitteln. “Das entlastet die erwachsenen Begleitpersonen der Gruppe.” Zusätzliche Sozialarbeiter:innen und eine Hauswirtschaftskraft helfen, den Alltag gut zu bewältigen.

Hof Schlüter: Dankbar für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung

André Novotny vom Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Hof Schlüter ist dankbar über die gute Zusammenarbeit mit den Behörden und der Jugendherberge. Er sagt: “Wir sind im März ja doch recht spontan mit unserer großen Gruppe in Lüneburg aufgetaucht, um sie in Sicherheit zu bringen. Das Team der Jugendherberge war enorm hilfsbereit und hat die Aufnahme und Unterbringung mit der nötigen Sensibilität gemanagt.”

In Kooperation mit den Behörden vom Landkreis und vom Land Niedersachsen habe das Lüneburger Jugendamt die nötigen rechtlichen und finanziellen Fragen “zugewandt und mit viel Fingerspitzengefühl” geklärt.

Hintergrund: Hof Schlüter und die Kinder aus Bila Zerkwa

Seit mehr als 20 Jahren leistet die Lüneburger Stiftung Hof Schlüter unter anderem humanitäre Hilfe in der Ukraine. Der Fokus liegt auf der 230.000-Einwohner-Stadt Bila Zerkwa, rund 80 Kilometer westlich von Kiew. Hier unterstützt die Stiftung Krankenhäuser, soziale Einrichtungen und besonders arme Familien.

Kinderheim Slagoda

Ein Projekt, dass Stiftungsvorstand Andre Novotny und seiner Mutter Helga Novotny ganz besonders am Herzen liegt, ist das Kinderheim “Slagoda” in der ukrainischen Stadt. Die Stiftung transportiert seit vielen Jahren Lebensmittel, Kleidung, Spielzeug und Schulsachen für die rund 30 bis 40 Kinder (Kleinkinder bis 18-jährige Jugendliche). Auch an den Sanierungsarbeiten in dem völlig maroden Gebäude hat sich die Stiftung bereits beteiligt.

Video: Schutz vor Raketenangriffen im Keller

Kurz nach Kriegsbeginn erhielt die Stiftung von ukrainischen Freunden ein kurzes Video, das alle zutiefst erschütterte. Das von den Betreuern aufgenommene Video zeigte die Kinder während massiver Raketenangriffe durch die russische Armee im Keller des Heimes. Die Betreuerinnen hatten die Kinder dort in Sicherheit gebracht. Die Kinder sangen, um ihre Angst zu vertreiben.

Aufgerüttelt durch dieses kurze Video entschloss sich Andre Novotny sofort, die Kinder aus der zu dem Zeitpunkt sehr umkämpften Stadt Bila Zerkwa herauszuholen – mit einem Teil der Betreuerinnen.


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