Foto: Arolsen Archives. #StolenMemory – Effekten von Neonella Doboitschina.

AStA Lüneburg: #StolenMemory – Besitztümer von KZ-Häftlingen – Ausstellung und Begleitprogramm

Auf dem Campus der Leuphana Universität ist die nationalsozialistische Vergangenheit heute nicht mehr sichtbar. Um daran zu erinnern, ist dort im Mai/Juni 2026 die Ausstellung #StolenMemory zu sehen, begleitet von einem Veranstaltungsprogramm mit Führungen, Vorträgen, Theater und Film. Interessierte aus der Stadtgesellschaft und Universität sind herzlich eingeladen. 


Mitteilung von: AStA Universität Lüneburg – Am: 13.05.2026
Online: https://www.asta-lueneburg.de/archiv/gedenkmonat/ – Foto: Arolsen Archives.


I. Ausstellung #StolenMemory in der Leuphana Universität

Foto: Arolsen Archives. #StolenMemory – Diese persönlichen Gegenstände, so genannte Effekten, wurden Neonella Doboitschina bei ihrer Ankunft im Lager abgenommen. Ihre Angehörigen werden noch gesucht, um ihnen die Erinnerungsstücke zurückzugeben. 

18. Mai bis 9. Juni 2026, Montag-Freitag, 10:00-18:00 Uhr – Übersee-Container, Campus der Leuphana Universität (Nähe Mensa), Scharnhorststr. 1, 21335 Lüneburg

Bei ihrer Ankunft in den Konzentrationslagern wurden den Häftlingen ihre persönlichen Gegenstände – bezeichnet als „Effekte“ – abgenommen: Eheringe, Uhren, Füller oder Brieftaschen mit Fotos. Diese wurden dann in so genannten Effektenkammern verwahrt und teilweise bei der Freilassung zurückgegeben.

Über verschiedene Zwischenstationen kamen knapp 5000 Umschläge mit solchen persönlichen Gegenständen 1963 schließlich nach Bad Arolsen – zur Aufbewahrung und Rückgabe. Sie stammen vor allem aus dem KZ Neuengamme, teils auch aus dem KZ Dachau, kleinere Bestände u. a. aus dem KZ Bergen-Belsen und von der Hamburger Gestapo.

Kampagne #StolenMemory – Internetseite und Ausstellung

Mit Hilfe der 2016 gestarteten Kampagne #StolenMemory – bestehend aus einem Internetauftritt und einer begleitenden Ausstellung – konnten bereits über 1000 Familien solche Erinnerungsstücke übergeben werden. „Einige von ihnen erfahren neue Informationen über diesen Lebensabschnitt ihrer verfolgten Familienmitglieder“, erklärt Charlotte Meiwes, Projektleiterin für #StolenMemory bei den Arolsen Archives. Deshalb sei es so wichtig, die Familien zu finden und ihnen die Gegenstände zu übergeben. Derzeit befindet sich noch rund die Hälfte der Umschläge in den Arolsen Archives. „Helfen Sie uns bei der Suche!“, appellieren die Verantwortlichen. 

Ausstellung vom 18. Mai bis 9. Juni 2026 auf dem Gelände der Leuphana Universität

Zu sehen ist die Ausstellung in einem aufklappbaren Übersee-Container auf dem Campus der Leuphana Universität. Sie zeigt Bilder solcher „Effekten“ und erzählt vom Schicksal von zehn NS-Verfolgten. Über QR-Codes können die Besuchenden Videoportraits aufrufen, in denen die Angehörigen selbst zu Wort kommen.

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Leuphana Universität Lüneburg freut sich, die Container-Ausstellung der Arolsen Archives auf dem Universitätscampus willkommen zu heißen. „Diese Ausstellung ist eine Einladung an die ganze Stadt“, sagt Philipp Näser, Sprecher des AStA. „Wir wollen, dass der Campus der Universität Lüneburg ein offener Raum für alle Lüneburgerinnen und Lüneburger ist, die sich mit Geschichte auseinandersetzen wollen.“

Ausstellungseröffnung am Montag, 18. Mai 2026

Eröffnet wird die Ausstellung direkt vor Ort am 18. Mai 2026 um 18:30 Uhr. Vorbereitet sind kurze Redebeiträge von Verantwortlichen der Stadt, Universität und den Arolsen Archives, musikalisch begleitet durch das Cantorum der Leuphana Universität. Anschließend findet eine Kritische Campustour statt. Alle Interessierten aus Universität und Stadtgesellschaft sind herzlich willkommen. Der Campus ist hier Begegnungsort zwischen Universität und Stadtleben. 

Hintergrund: #StolenMemory – Ausstellung und begleitende Internetseite

Seit August 2020 reist die #StolenMemory-Ausstellung in mehreren Containern durch Deutschland, aktuell auch durch Polen und Frankreich. Begleitend zur Ausstellung bietet die Website stolenmemory.org interessante Einblicke: Kurze, animierte Filme mit ergänzenden Informationen erzählen von individuellen Schick­salen. Diese Materialien wurden speziell für Jugendliche entwickelt. Auf der Internetseite steht umfangreiches pädagogisches Material zum kostenlosen Download zur Verfügung, das von Schulen und Bildungs­einrichtungen auf allen Stationen der Wanderausstellung genutzt werden kann.

II. Veranstaltungsprogramm zum Gedenkmonat Mai/Juni 2026

Vom 18. Mai bis 10. Juni 2026 findet auf dem Campus der Universität Lüneburg, dem Standort der ehemaligen Scharnhorst-Kaserne, ein Gedenkmonat statt zum Thema „Anfang der sichtbaren Campusgeschichte, kein Ende der Erinnerungskultur“. 

Der Hintergrund: Die Scharnhorst-Kaserne, die 1936 errichtet wurde, beherbergte das Infanterie-Regiment 47 und Teile der Infanterie-Division 110 der Wehrmacht. Diese waren von Lüneburg und der Region aus in Südosteuropa, in Nordafrika sowie in Russland im Rahmen des sog. „Unternehmens Barbarossa“ – dem Codewort für den Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion – im Einsatz und an verschiedensten Kriegsverbrechen beteiligt.

Diese Vergangenheit ist am heutigen Campus der Universität Lüneburg nicht sichtbar. Im Mai/Juni 2026 ist daher der Ausstellungscontainer #StolenMemory der Arolsen Archives auf dem Campus zu Gast. Begleitend finden einen Monat lang Veranstaltungen, Begegnungen und Erinnerung statt, organisiert vom Arbeitskreis Campusgeschichte.

AStA der Leuphana Universität: Veranstaltungsreihe zum Gedenkmonat “Anfang der sichtbaren Campusgeschichte, kein Ende der Erinnerungskultur”. Zu den Veranstaltungen sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

AStA der Leuphana Universität: Veranstaltungsreihe zum Gedenkmonat „Anfang der sichtbaren Campusgeschichte, kein Ende der Erinnerungskultur“. Zu den Veranstaltungen sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Wikipedia: Arolsen Archives

Die Arolsen Archives – International Center on Nazi Persecution sind das internationale Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit größten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Organisation hat ihren Sitz in der nordhessischen Stadt Bad Arolsen. Bis zum 20. Mai 2019 waren die Arolsen Archives unter dem Namen Internationaler Suchdienst (englisch: International Tracing Service; ITS) bekannt. Gegründet wurde die Einrichtung 1948 von den Alliierten.

Der Bestand der Arolsen Archives ist mit rund 30 Millionen Dokumenten eine der weltweit größten Sammlungen von Unterlagen über zivile Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft. In der Zentralen Namenkartei befinden sich Hinweise zu etwa 17,5 Millionen Menschen. Die Klärung von Schicksalen und die Suche nach Vermissten war über Jahrzehnte die zentrale Aufgabe. Die Arolsen Archives beantworten bis heute jährlich Anfragen zu rund 20.000 NS-Verfolgten. Das Archiv ist zugleich die Grundlage für Forschung und Bildung.

Weiterlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Arolsen_Archives

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