Mobilität, Wohnen, Pflege: Seniorenbeirat Lüneburg mit Zwischenbilanz und künftigen Schwerpunkten
Im März 2024 wurde der Lüneburger Seniorenbeirat für fünf Jahre gewählt. Nach zwei Jahren ziehen die fünf Verantwortlichen eine Zwischenbilanz: Vieles wurde angesprochen, an vielem wurde mitgewirkt. Die größten Herausforderungen, so die neue Vorsitzende Barbara Schmidt, sind die Bereiche Mobilität, Wohnen und Pflege.
Mitteilung von: Seniorenbeirat Lüneburg – Am: 30.03.2026
Online: https://seniorenbeirat-lueneburg.de/ – Foto: Seniorenbeirat Lüneburg.
Ü60 – Eine Lebensphase voller Möglichkeiten
Der Lüneburger Beirat für Seniorinnen und Senioren zieht Zwischenbilanz und setzt künftige Schwerpunkte
Foto: Seniorenbeirat Lüneburg. Der aktuelle Seniorenbeirat, August 2025. Von links: Heyner Heyen, Barbara Schmidt, Sibylle Bollgöhn, Petra Sarnes und Ulrich Mädge.
Seit zwei Jahren engagiert sich der Beirat der Seniorinnen und Senioren der Hansestadt Lüneburg (SBR) tatkräftig für die Belange älterer Menschen. Eine wichtige Aufgabe. Denn: Rund ein Viertel der Lüneburger sind Ü60.* Ältere leben heute so vielfältig wie nie zuvor. Sie bereichern das Leben in der Stadt mit ihrer Lebenserfahrung, ihrem Wissen und ihrem Engagement – und sind eine demografische Herausforderung. „Uns ist es wichtig, dass Seniorinnen und Senioren in Lüneburg selbstbestimmt, aktiv und gut unterstützt leben können“, betont die neue Vorsitzende Barbara Schmidt in ihrer Zwischenbilanz.
Gutes Altern will vorbereitet sein: Von den einzelnen und von der Stadtgesellschaft
„Gutes Altern beginnt früh und ist ja ein lebenslanger Prozess. Also sollte ich nicht erst mit 60 anfangen, darüber nachzudenken, wie, wo und mit wem ich in der 3. Lebensphase leben möchte – das liegt im Bereich der Selbstverantwortung. Ich erlebe uns da in vieler Hinsicht ziemlich unvorbereitet.“ Gleichzeitig ist auch die kommunale Seniorenpolitik gefragt: Sie fordert und fördert die Potenziale der Älteren und nimmt die Risiken des Alters in den Blick. Sie sorgt Altersarmut, Pflegebedürftigkeit und gesundheitlichen Einschränkungen vor.
Schmidt sieht den Seniorenbeirat hier als Impulsgeber im Netzwerk der Stadt: „Wir machen die seniorenrelevanten Themen in den verschiedenen Lebensbereichen sichtbar und orientieren uns dabei am ganzheitlichen Modell der altersfreundlichen Stadt der WHO, der Weltgesundheitsorganisation.“
I. Zwei Jahre Seniorenbeirat: Eine Zwischenbilanz
In den vergangenen Jahren hat der Seniorenbeirat zahlreiche Projekte angestoßen und die Interessen der Älteren erfolgreich vertreten:
- Öffentlicher Verkehr: Mit konstruktiver Kritik und einer Stellungnahme zum Konzept der MOIN haben wir uns eingebracht und sind Ansprechpartner für die vielfältigen Probleme und Schwierigkeiten beim MOIN-Start.
- Pflege und Gesundheitsdienstleistungen: Hier haben wir kritische Punkte in die Ratsausschüsse getragen. Eine würdevolle Pflege muss in allen Bereichen gewährleistet sein. Dabei setzen wir uns auch für die Entlastung der pflegenden Angehörigen ein. Wir brachten den Pflegebericht des Landkreises in die öffentliche Diskussion und haben Sitz und Stimme bei der Regionalen Pflegekonferenz REKAP im Landkreis.
- Wohnen im Alter: Das große Interesse an unseren diversen Veranstaltungen zeigt, wie sehr dieses Thema viele ältere Lüneburger:innen beschäftigt. Es besteht Bedarf an kleinen, bezahlbaren, barrierearmen Wohnungen.
- Internetseite und Newsletter: Es gibt in Lüneburg vielfältige Angebote und Möglichkeiten sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen – wir helfen, sie bekannt zu machen. Unsere neue Internetseite zeigt gebündelt, wo es für die unterschiedlichen Lebenslagen im Alter Ansprechpartner und Hilfen gibt. Mit unserem kostenlosen Newsletter informieren wir und weisen wir auf Veranstaltungen hin.
- Lüneburgs Stadtteilhäuser sind wichtige soziale Treffpunkte und über kurze Wege erreichbar – für Ältere besonders wichtig. Wir arbeiten gerne mit den StadtteilmanagerInnen zusammen, berichten bei Seniorentreffen von unserer Arbeit, nehmen aber auch Themen von dort mit, um sie in die Verwaltung zu tragen.
- Teilhabe bedeutet für uns auch, ältere Menschen zu befähigen, sich mit der Digitalisierung der Gesellschaft auseinanderzusetzen und in der digitalen Welt klarzukommen. Zusammen mit der VHS und anderen Institutionen entwickeln wir altersgerechte Angebote mit.
- Generationengerechte Stadtentwicklung: Der Seniorenbeirat engagiert sich für eine resiliente, nachhaltige und generationengerechte Stadtentwicklung. Dazu gehören konsumfreie Sitzplätze, inklusive Trinkbrunnen, gepflegte WC-Anlagen und Aufenthaltsorte bei hoher Hitzebelastung.
- Netzwerk Demenz: Hier wirkt der Seniorenbeirat mit, unterstützt die Idee einer demenzfreundlichen Stadtgesellschaft und bringt Vorschläge für eine inklusive Infrastruktur ein.
II. Die größten Herausforderungen: Mobilität, Wohnen und Pflege
Die größten Herausforderungen sehen wir aktuell bei den Themen Mobilität, Wohnen und Pflege. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, hier nachhaltige Verbesserungen zu erreichen. Fragen hierzu werden wir auch den Kandidatinnen und Kandidaten mit unseren Prüffragen zur Kommunalwahl stellen. Folgende Anliegen stehen für uns hier im Vordergrund:
Mobilität:
- Der ÖPNV muss einfach klappen. Uns erreichen viele Klagen, dass die neuen z. T. sehr langen Wege zu MOIN-Haltestellen nicht zu leisten sind, dass die Haltestellen nicht barrierefrei und ohne Sitzgelegenheiten sind.
- Stadtteile werden aufgrund von Baustellen für Wochen vom ÖPNV abgeschnitten. Wie sollen sich die Menschen da versorgen?
Die Innenstadt muss für alte Menschen erreichbarer und auch begehbarer werden. - Erreichbar bedeutet auch bezahlbar: Ein Hin- und Zurückticket in die Stadt kostet 5,80 Euro. Ältere, die Grundsicherung empfangen – es sind überwiegend Frauen -, können sich das kaum leisten, um Ärzte aufzusuchen, einzukaufen oder einfach mal unter Leuten zu sein. Wir schlagen vor, diese überschaubare Gruppe gezielt mit einem Zuschuss zum Deutschlandticket von monatlich 30,00 Euro zu unterstützen.
- Wir wünschen uns einen Innenstadt-Shuttle wie zur Weihnachtszeit und einen Ringverkehr um den Stadtkern sowie Straßenquerungen. Die Fußwege sollen mit Rollatoren und Rollstühlen zu bewältigen sein.
Wohnen:
- Altersgerechtes Wohnen mit bezahlbaren Mieten ist wichtig für die, die kein Wohngeld erhalten, aber mit ihrer Rente keine großen Sprünge machen können. Beratung und Unterstützung zum Wohnungswechsel ist gefragt.
Pflege:
- Wir drängen darauf, in der Stadt und / oder im Landkreis Lüneburg die Errichtung einer Einrichtung für die Kurzzeit- bzw. Verhinderungspflege zu schaffen. Das empfiehlt auch der Pflegebericht.
- Nützlich wäre eine strategische Vernetzung und Kooperation der Einrichtungen, Anbieter und Ausbildungseinrichtungen.
- Wir begrüßen das Beratungsangebot des Pflegestützpunktes in den Stadtteilen.
- Die verlässliche Koordination der vielen Ehrenamtlichen bei der Arbeit von und mit Seniorinnen und Senioren wird noch an Bedeutung gewinnen.
III. Barbara Schmidt als neue Vorsitzende
Nach zwei Jahren gab es im Vorstand des Seniorenbeirats nun einen Tausch: Die bisherige Vorsitzende Sibylle Bollgöhn wechselte in die Rolle der stellvertretenden Vorsitzenden, die frühere Stellvertreterin Barbara Schmidt wurde im März 2026 zur neuen Vorsitzenden gewählt. Die bewährte, enge Zusammenarbeit setzt sich also fort.
Gemeinsam mit den anderen Beiratsmitgliedern Ulrich Mädge, Heyner Heyen und Petra Sarnes arbeiten sie daran, dass Lüneburg sich weiter zu einer altersfreundlichen Stadt entwickelt. Denn: Seniorinnen und Senioren wollen in dieser Stadt selbstbestimmt, als Teil der Stadtgesellschaft und in Würde ihr Leben leben können. Zum Vorteile für alle: Eine altersfreundliche Stadt stärkt nicht nur das Leben älterer Menschen, sondern fördert Lebensqualität für jung und alt und das Miteinander der Generationen.
*Citypopulation.de: Bevölkerung in Lüneburg – Statistische Daten
Mehr Information und Kontakt
- Hansestadt Lüneburg: Seniorenbeirat
- Seniorenbeirat Lüneburg: https://seniorenbeirat-lueneburg.de/
Auf seiner Internetseite informiert der Seniorenbeirat über Veranstaltungen und gibt Tipps und Hinweise für ältere Menschen in Lüneburg.

Foto: Hansestadt Lüneburg. Im März 2024 wurde der Seniorenbeirat der Hansestadt Lüneburg neu gewählt. Von links: OB Claudia Kalisch, Dr. Claus Jahnke, Sibylle Bollgöhn, Britta Stegmann, Barbara Schmidt und Ulrich Mädge. Die aktuelle Zusammensetzung ist ganz oben zu finden.
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Lünepedia: Seniorenbeirat
Der Beirat für Seniorinnen und Senioren in der Hansestadt Lüneburg (SBR) ist ein alle fünf Jahre per Wahl neu besetztes Gremium zur Interessenvertretung der Senior*innen der Hansestadt Lüneburg. Er besteht seit 1978, ist ehrenamtlich, selbstständig und überparteilich. Der Seniorenbeirat setzt sich für die Belange älterer Menschen in der Stadtgesellschaft ein, berät bei Fragen, Wünschen oder Beschwerden. Er vertritt die Anliegen der Älteren in Planungen der Lüneburger Verwaltung und ist unter anderem in mehreren Gremien vertreten.
Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Seniorenbeirat
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