Katze auf der Heizung. Foto: Ulrike Görgl, Pixabay.

Stadt und Landkreis: Der Winter kommt – wir sparen Energie! Tipps, Fördermittel und Energiespar-Pakete zum Ausleihen

Energie sparen heißt das Gebot der Stunde: Die Hansestadt geht mit gutem Beispiel voran. Kostenlos ausleihen kann man “Energiespar-Pakete” mit wassersparenden Duschköpfen, Wärmebildkamera und programmierbaren Thermostatventilen zum Ausprobieren. Heizlüfter könnten das Stromnetz überlasten und gehen ins Geld, warnt Niedersachsens Energieminister Olaf Lies. Er verspricht: Private Haushalte werden auch bei Knappheit mit Gas versorgt.


Von: Hansestadt Lüneburg – Am: 26.08.2022

1. Lüneburg: Stadtverwaltung spart künftig noch mehr Gas und Strom

Schon lange sucht und nutzt die Hansestadt Lüneburg Stellschrauben, um Energie zu sparen: zum Einsparen von CO2 und Steuergeld. Die aktuelle Energiekrise ist ein massiver Grund mehr. Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch und ihre Verwaltung haben inzwischen ein noch kritischeres Auge auf die Verbräuche.

Die Oberbürgermeisterin hat im Rathaus eine Arbeitsgruppe zum Thema Energiesparen eingesetzt. „Diese prüft mit Hochdruck Einsparungen auf allen Ebenen. Dazu gehört auch, bisherige Verhaltensweisen in Frage zu stellen. Es darf keine Denkverbote geben“, stellt sie fest.

Dies gelte auch für die städtischen Töchter. Dazu ist die Hansestadt im Gespräch mit deren Geschäftsführer:innen. „Es gilt gemeinsam herauszufinden, was machbar ist, ohne zugleich ungewollten Schaden anzurichten. An manchen Stellen ist es eine Gratwanderung.“ Aber: „Jede Kilowattstunde, die wir jetzt sparen, hilft uns länger durch den Winter!“

Was die Stadtverwaltung macht und plant – einige Beispiele:

  • Heizung: Für das Rathaus, die weiteren Verwaltungsgebäude und die Stadtteilhäuser wird es eine fest definierte Heizperiode geben (1. Oktober 2022 bis 31. März 2023) sowie feste Heizzeiten (7 bis 18 Uhr bzw. bis 15 Uhr am Freitag). Bei der maximalen Raumtemperatur richtet sich die Hansestadt nach den Vorgaben des Bundes, d.h. maximal 19 Grad für Büroräume. Nicht beheizt werden Kopierräume, Flure und Ähnliches.
  • Warmwasser: Warmes Wasser fließt ausschließlich in Teeküchen, Wasserentnahmestellen für Reinigungskräfte sowie behindertengerechten WC-Anlagen.
  • Beleuchtung: Flure, Teeküchen, Sanitäranlagen und Kopierräume werden – soweit nicht bereits umgesetzt – mit energieeffizienten Beleuchtungssystemen ausgestattet.
  • Außenbeleuchtung: Die Außenbeleuchtung der Verwaltungsgebäude wird abgeschaltet. (Ausnahme: Sicherheitsgründe).
  • Die städtischen Sporthallen werden mit Beginn der Heizperiode auf maximal 18 Grad geheizt. Auch die Temperatur für warmes Wasser wird gedrosselt.
  • Alle öffentlichen Brunnen gehen zum 31. August, einen Monat früher als üblich, in die Winterpause. (Zwei Brunnen sind bereits abgeschaltet: der Kurparkbrunnen, bei dem aufgrund von eingetragenen Scherben das Wasser kürzlich abgelassen werden musste, sowie der Springbrunnen am Bahnhof, Grund: defekte Pumpe.)
  • Seit Mitte August 2022 hat die Hansestadt Lüneburg ihr Parkleitsystem nachts von 23 bis 5 Uhr abgestellt. Die Zählungen laufen im Hintergrund weiter, so dass morgens weiterhin die aktuelle Zahl verfügbarer Stellplätze angezeigt wird. Das spart etwa ein Viertel des üblichen Stromverbrauchs.
  • Auch die städtische Tochter Hafen GmbH spart. So bleibt es im Hafen schon seit Juli 2022 abends und nachts dunkel. Eine Notbeleuchtung ist gewährleistet.
  • Derzeit wird sorgsam geprüft, wo die Straßenbeleuchtung nachts an unkritischen Stellen abgeschaltet werden kann. Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch betont: „So ein Schritt macht Sinn, nur nicht zulasten der Sicherheit.“
  • Von insgesamt 79 Ampelanlagen in der Stadt – übrigens 77 davon bereits auf energiesparende LED-Technik umgestellt – werden aktuell 27 Fußgängerampeln nachts zwischen 23 und 5 Uhr ausgeschaltet, ebenso wie weitere neun Kreuzungs-Ampelanlagen. Mehr geht aus Sicht von Stadt und Polizei aus Sicherheitsgründen nicht.

Von: Hansestadt Lüneburg – Am: 26.08.2022

2. Private Heizanlage optimieren: Hansestadt fördert hydraulischen Abgleich mit bis zu 500 Euro

Wenn es aktuell um das Thema Energiesparen geht, dann ist immer auch von dem sogenannten hydraulischen Abgleich die Rede. Gemeint ist damit die optimale Einstellung der Widerstände innerhalb eines Heizsystems und damit ein ausgeglichenes Fließverhalten des Heizungswassers.

„In einem Heizsystem mit hydraulischem Abgleich erhält jeder Heizkörper nur so viel Heizungswasser, wie er benötigt, dadurch kann der Energieverbrauch um bis zu 25 Prozent reduziert werden“, erklärt Lüneburgs Klimaschutzmanagerin Dr. Karina Hellmann.

Förderung bis zu 500 Euro

Die Hansestadt Lüneburg fördert den hydraulischen Abgleich im Rahmen des Förderprogramms zur energetischen Sanierung von privatem Wohneigentum mit bis zu 500 Euro.


Von: Landkreis Lüneburg – Am: 26.08.2022

3. Energiepakete für zu Hause ausleihen – Energie und Geld sparen

Geld und Energie sparen und gleichzeitig die Umwelt schonen – mit den Energiepaketen von Landkreis und Hansestadt Lüneburg. In 19 Bibliotheken in Stadt und Landkreis Lüneburg kann man mit dem Bibliotheksausweis ein Energiepaket ausleihen.

Darin sind Dinge, die das Leben komfortabel, aber sparsamer machen: Zum Beispiel ein wassersparender Duschkopf, eine Wärmebildkamera, die Schwachstellen in der eigenen Wohnung auslotet, ein alarmgesichertes Fahrradschloss oder LED-Leuchten.

Beispiel: Mit der Wärmebildkamera nach Wärmelecks fahnden

Mit Hilfe der Kamera kann man zum Beispiel überprüfen, ob es im eigenen Zuhause zum Beispiel Wärmelecks oder Schäden durch Feuchtigkeit gibt. Andere Sachen, wie zum Beispiel voreinstellbare Thermostatventile und LED-Leuchtmittel, kann man so einfach einmal ausprobieren.

Matthias Ruths, Klimaschutzmanager der Hansestadt Lüneburg, erklärt: „Sie entscheiden dann aufgrund eigener Erfahrung: Ist das was für mich, finde ich das praktikabel?“

Verschiedene Pakete in den Bibliotheken bereit

Ausleihbar sind grundsätzlich folgende Energiepakete: Stromspar-Box, LED-Box, Heiz-Box, Richtig-Lüften-Box, Dusch-Box, Infrarot-Box, Mobilitäts-Box.

Weitere öffentliche Einrichtungen, die ein Energiepaket in ihr Angebot nehmen möchten, melden sich beim Fachdienst Klimaschutz, Rebecca Soffert unter rebecca.soffert@landkreis-lueneburg.de

Landkreis Lüneburg:

  • Infos zu den Energiepaketen und Ausleihstellenmehr
  • Tipps zum Energie und Wasser sparenmehr

Von: Nds. Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz – Am. 26.08.2022

4. Energieminister Lies warnt vor Stromausfall durch elektrische Heizlüfter

„Die Sorge, dass es im Winter kalt werden könnte, treibt nachvollziehbarerweise die Menschen in unserem Land gerade um. Da klingt manche Lösung so einfach und naheliegend”, sagt Energieminister Olaf Lies. „Aber was passiert eigentlich, wenn im Winter 2022 in einem Mehrfamilienhaus gleichzeitig viele sogenannte elektrische Heizlüfter eingeschaltet werden?”

Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz berichtet, wurden im ersten Halbjahr 2022 bundesweit bereits 600.000 Direktheizungen verkauft, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einer Steigerung von 35 Prozent entspricht. Dazu kommt eine Vielzahl bereits vorhandener Geräte.

Zu viele Geräte in einer Straße oder einem Haus können zu Stromausfall führen

Wenn aber zu viele Geräte gleichzeitig in einer Straße oder in einem Mehrfamilienhaus eingeschaltet werden, wird das Verteilnetz stark belastet. Insbesondere die lokalen Stromnetze sind nicht auf die bei hoher Gleichzeitigkeit auftretenden Lastspitzen ausgelegt. Sollte dabei sogar als Folge der Überlastschutz ansprechen, kann es sogar zu Stromausfällen in einzelnen Straßenzügen kommen.

Deshalb warnt Niedersachsens Umwelt- und Energieminister schon jetzt vor dem unbedachten Kauf der Heizlüfter.

Private Haushalte gehören zu geschützten Kunden und werden bis zuletzt versorgt

„Die Angst vor einer kalten Wohnung im Winter”, so Lies, “ist unberechtigt. Wer privat eine Gasheizung hat oder Fernwärme aus einem Gaskraftwerk bezieht, gehört zu den geschützten Kunden. Auch in der Notfallstufe des Notfallplans Gas werden Haushalte und Gaskraftwerke zur Fernwärmeversorgung bis zuletzt mit Gas versorgt.

Warnung: Heizen mit dem Heizlüfter kann bis zu 10 Euro täglich kosten

Aktuell, so Lies, kostet eine kWh Strom ca. 40 Cent, die Preise steigen aber immer noch. Lies warnt: “Mit einem typischen Heizlüfter mit 2 kW lässt sich jedoch maximal ein mittelgroßes Zimmer erwärmen. Selbst wenn damit nur tagsüber, also 12 Stunden lang geheizt wird, entstehen Kosten von fast 10 Euro. Das zeigt, dass eine solche Lösung die Menschen noch stärker finanziell belastet.”


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