Schlieffen-Sporthallen im Hanseviertel. Foto: Hansestadt Lüneburg.

Ukraine-Krieg: Weitere Notunterkünfte in Lüneburg und Reppenstedt

Krieg, Annexion, kommender Winter – viele Menschen flüchten jetzt aus der Ukraine und suchen Schutz. Ein Verteilerschlüssel in Niedersachsen sorgt für die gleichmäßige Aufteilung. In Lüneburg wird nun eine weitere Turnhalle als Notquartier eingerichtet. In Reppenstedt werden Wohncontainer aufgestellt.


Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg
Am: 29.09.2022
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Foto: Hansestadt Lüneburg


Notunterkunft im Hanseviertel: Stadt richtet ab den Herbstferien weitere Sporthallen für Geflüchtete ein

Foto: Hansestadt Lüneburg. Die Schlieffen-Sporthallen im Hanseviertel

Nach dem neuen Gesamtverteilkontingent des Landes muss die Hansestadt Lüneburg bis März 2023 rund 1000 Geflüchtete neu aufnehmen und unterbringen.

„Damit ist die dezentrale Unterbringung kaum noch möglich, weshalb nun weitere Sporthallen als Notunterkünfte eingerichtet werden müssen”, sagt Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. „Lüneburg steht wie andere Oberzentren auch vor der besonderen Herausforderung, dass Wohnraum und Flächen für Container-Wohnanlagen knapp sind.”

Lüneburg: Gemeinschaftsunterkünfte und Fläche für Wohncontainer vorbereiten

Eine Abfrage des Niedersächsischen Städtetages habe ergeben, dass die Situation aktuell in vielen Städten ähnlich sei.

In der Hansestadt arbeitet die Verwaltung mit Hochdruck daran, die bestehenden Gemeinschaftsunterkünfte zu verdichten und auszuweiten. Zusätzlich wird aktuell eine Fläche für Wohn-Container Am Bargenturm/Ecke Am Weißen Turm vorbereitet.

Sporthallen der Schlieffen-Kaserne als Notunterkünfte

Zusätzlich werden nach der Sporthalle im Grimm nun auch die Sporthallen der ehemaligen Schlieffen-Kaserne, im Hanseviertel gelegen, in Kürze als Notunterkunft für Geflüchtete hergerichtet.

Über diesen Schritt informierte am Mittwoch, 28. September 2022, Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch Vertreter:innen vom Kreissportbund Lüneburg e.V., Sportbeirat Lüneburg und städtischem Sport-Ausschuss bei einem Gespräch im Rathaus. Die Vereine und die Leitungen der Schulen, die dort Sport treiben, wurden durch die Verwaltung informiert.

Die erste Halle wird ab Mitte Oktober eingerichtet

Das ehemalige Kasernen-Gebäude im Hanseviertel umfasst zwei Zweifeld-Hallen. Die erste Halle wird ab voraussichtlich Mitte Oktober 2022 eingerichtet und etwa vier Wochen später bezogen.

Die Vorbereitungen in der zweiten Halle starten etwas später. So müssen sich die Vereine erst mit Beginn der Wintersaison umstellen.

Voraussichtlich ab Mitte November 2022 könnten die ersten Geflüchteten, vor allem aus der Ukraine, dort ein Dach über dem Kopf finden. Insgesamt sind voraussichtlich 300 Plätze geplant.

OB Kalisch: Leider keine anderen Optionen

„Ich bedaure die Folgen dieser Entscheidung für den Schul- und Vereinssport“, sagt Oberbürgermeisterin Kalisch. „Leider haben wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine anderen Optionen.“

Und in Richtung Land gewandt betont sie: „Die angekündigte Schaffung von zusätzlich 1.400 Plätzen in der Landesaufnahmeeinrichtung des Innenministeriums begrüße ich als ersten Schritt ausdrücklich. Dies wird aber nicht reichen, um Städte wie Lüneburg signifikant zu entlasten. Hier erwarte ich vom Land deutlich mehr Unterstützung.“

Infoveranstaltung in Vorbereitung

Aktuell nutzen etwa zehn Vereine und vor allem die Kinder der Igel-Schule die Schlieffen-Hallen für Sport. Über etwaige Ausweichmöglichkeiten verständigen sich Sport- bzw. Schulverwaltung aktuell direkt mit den Schulen und Vereinen.

Die Hansestadt wird auch hier wieder eine Infoveranstaltung vor allem für Anwohner:innen und Nutzer:innen der Hallen anbieten, sobald weitere Details für die Nutzung feststehen. Den Termin macht die Verwaltung über ihre Internetseite, die städtischen Social-Media-Kanäle und Mitteilungen an die örtlichen Medien bekannt.

Von: Samtgemeinde Gellersen – Am: 28.09.2022

Aktionsplan zur Unterbringung von Geflüchteten in der Samtgemeinde Gellersen

Bisherige Unterkünfte weitgehend belegt

In den kommenden Monaten soll die Samtgemeinde Gellersen mehr Geflüchtete unter anderem aus der Ukraine aufnehmen. Doch die Unterkünfte in Reppenstedt, Kirchgellersen und Südergellersen sind nahezu belegt.

Über 100 Personen, darunter auch Obdachlose, leben zurzeit in den Unterkünften der Samtgemeinde Gellersen. Weitere Personen kommen in privaten Wohnungen unter. Laut Zuweisungsquote des Landes soll die Samtgemeinde Gellersen noch 140 weitere Personen unterbringen.

Wohnmöglichkeiten schaffen durch Anmietung und Ankauf

Schon länger bereitet sich die Samtgemeinde Gellersen auf weitere Geflüchtete vor. Samtgemeindebürgermeister Steffen Gärtner erläutert: „Wir haben das Thema Unterbringung von Geflüchteten über den Sommer nicht aus dem Blick verloren. Mit dem Beschluss eines Nachtragshaushaltsplans haben wir die finanzielle Grundlage für den Ankauf und die Anmietung weiteren Wohnraums frühzeitig geschaffen.“

Damit sei die Samtgemeinde in den nächsten Monaten in der Lage, zusätzliche 80 Plätze in eigenen Unterkünften einzurichten.

Unterstützung bei der Wohnungssuche

Außerdem macht die Samtgemeinde Gellersen Kapazitäten in den schon bestehenden Unterkünften frei. Dazu unterstützt sie Geflüchtete und Obdachlose, die schon länger in den Unterkünften leben, bei der Wohnungssuche und schafft bezahlbaren Wohnraum wie zum Beispiel in Heiligenthal. Weitere Projekte sollen zum Beispiel in Reppenstedt folgen.

Wohncontainer auf der Wiese Ecke Kantstraße/Ostlandstraße in Reppenstedt

Dennoch werden die Unterkünfte womöglich nicht ausreichen. Deshalb handelt die Samtgemeinde Gellersen jetzt: Auf der etwa 4000 Quadratmeter großen Wiese an der Ecke Kantstraße/Ostlandstraße stellt sie Wohncontainer für bis zu 60 Personen auf, um die Kapazitäten rechtzeitig anzuheben. Im Dezember 2022 sollen die Container einzugsbereit sein.

Ziel: Möglichst keine Turnhallen zur Unterbringung nutzen

Gärtner macht deutlich: „Wir wollen mit unserem Aktionsplan unbedingt vermeiden, Turnhallen für die Unterbringung von Geflüchteten schließen zu müssen.“

Er ist sich sicher: „Das ist für niemanden eine gute Lösung – weder für die Geflüchteten, die in Turnhallen kaum Rückzugsmöglichkeiten finden, noch für die Schülerinnen und Schüler, denen Sport nach zwei Jahren Pandemie auch wieder möglich sein soll.“


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