Autos auf dem Parkplatz. Foto: Manfred Richter, Pixabay.

Verkehr in Lüneburg: Modal Split und Klimabilanz fordern zum Handeln auf

Rad, Füße oder Bus? Die meisten Verkehrswege werden in Lüneburg nach wie vor mit dem Pkw zurückgelegt. Deutlichen Handlungsbedarf im Bereich Mobilität bescheinigt das Dienstleistungsunternehmen beks der Hansestadt in der Klimabilanz. Anlässlich der aktuellen Veranstaltungsreihe “Lüneburg mobil 2030” sind hier die Ergebnisse zusammengestellt.


Von: Lüneburg mobil 2030
Am: 15.11.2022
Online: https://luene-blog.de/tag/mobil-2030/


1. Modal Split: Anteile der verschiedenen Verkehrsmittel in Lüneburg

Zu Fuß, mit dem Rad, mit Bus oder Auto? Menschen nutzen unterschiedliche Verkehrsmittel für ihre Wege. Der Anteil der jeweiligen Verkehrsmittel wird als Modal Split bezeichnet.

Die Untersuchung des Modal Split ist wichtig für Verkehrsplanung und Politik: Daran lässt sich ablesen, welche Verkehrsmittel vor Ort vielleicht überrepräsentiert sind und welche mehr gefördert werden müssen.

Um Klimaneutralität zu erreichen, haben sich viele Städte* einen Modal Split von 4 x 25 Prozent als Ziel gesetzt. Das bedeutet: Künftig sollen hier jeweils ein Viertel der Verkehrswege auf Öffis, Räder, Füße und Pkw entfallen.

Welche Verkehrsmittel werden in Lüneburg genutzt?

Ergebnisse der Untersuchungen zum Modal-Split, Mobilitätsausschuss, 29.08.2022 – Präsentation S. 34-78 – Bürgerinformationssystem: mehr

Im Mobilitätsausschuss der Hansestadt Lüneburg wurden am 29. August 2022 (Bürgerinformationssystem: mehr) zwei Untersuchungen dazu vorgestellt. Die eine Untersuchung war eine Online-Befragung, für die andere wurden Zählungen am Stadtring durchgeführt.

Beide Untersuchungen sind ergänzend zu sehen. Wenn die Untersuchungen regelmäßig, z.B. jährlich, zu den gleichen Bedingungen durchgeführt werden, machen sie die Auswirkungen der Verkehrspolitik deutlich.

Die wichtigsten Ergebnisse: Obwohl der Ortskern von Lüneburg überschaubar ist und alles recht nah beieinander liegt, wird nur ein kleiner Teil der Wege zu Fuß erledigt. Hauptverkehrsmittel ist der Pkw. Mit Bus oder Bahn sind nur sehr wenige unterwegs.

Studie für Lüneburg zum Modal Split auf Grundlage einer manuellen Verkehrszählung an Zählpunkten entlang bzw. in der Nähe des Stadtringes durch Studierende der Leuphana Universität unter Leitung von Prof. Dr. Peter Pez.

Verkehrszählung im Juni 2021: Modal Split auf Grundlage einer manuellen Verkehrszählung an Zählpunkten entlang bzw. in der Nähe des Stadtringes durch Studierende der Leuphana Universität unter Leitung von Prof. Dr. Peter Pez.

Online-Befragung vom 18.06.-20.07.2021 durch Mobility Lab traxventure research gGmbH. Ca. 1% der Lüneburger Einwohner:innen antworteten zu ihrem Verkehrsverhalten. Auf dieser Grundlage kann ein Gesamtverkehrsvolumen für Lüneburg errechnet und der Modal Split abgeleitet werden. Projektleiter: Andreas Thinius (traxventure). 


(*) Vgl. z.B. https://www.essen.de/leben/mobilitaet/mobilitaetswerkstadt.de.html

2. Treibhausgas-Bilanz der Hansestadt Lüneburg (beks)

Grafiken und Zitate aus: Energie- und THG-Bilanz 2017 bis 2019. Potenziale & Szenarien. Hansestadt Lüneburg. beks EnergieEffizienz, Mai 2022. PDF-Datei – mehr

Die Treibhausgas-Bilanz berechnet die Treibhausgase, die durch den Energieverbrauch und den Verkehr vor Ort verursacht werden.

Die Treibhausgas-Bilanz für Lüneburg wurde vom Unternehmen beks EnergieEffizienz (https://beks-online.de/) erarbeitet und im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung der Hansestadt am 27. Juni 2022 vorgestellt.

Fazit der Studie: Aktuelle Bemühungen reichen nicht aus – besonders im Verkehr mehr Einsatz nötig

Kurzes Fazit der Studie: “Die aktuellen Klimaschutzbemühungen reichen nicht aus!” (S. 42).

Um das Ziel der Klimaneutralität bis 2030 zu erreichen, muss der Endenergieverbrauch mindestens um 37 Prozent reduziert werden (S. 38) und die Energieträger müssen verlagert werden auf fossilfreie Energie.

Derzeit gibt es jedoch kaum Einsparungen im Verkehr, obwohl das Einsparpotenzial hier hoch ist. Um das Potenzial auszuschöpfen, sind hier sind vermehrte Anstrengungen nötig. (S. 48.)

Treibhausgasemissionen in Lüneburg 2019. Die größte Rolle spielen - in abnehmender Reihenfolge, Industrie, Verkehr, private Haushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen. Energie- und THG-Bilanz Hansestadt Lüneburg, S. 15. (Bildsymbole ergänzt).

Treibhausgasemissionen in Lüneburg 2019. Die größte Rolle spielen – in abnehmender Reihenfolge – Industrie, Verkehr, private Haushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen. Aus: Energie- und THG-Bilanz Hansestadt Lüneburg, S. 15. (Bildsymbole ergänzt).

Hinweis: Man schätzt, dass etwa ein Drittel der Treibhausgase durch diese Bilanz nicht erfasst werden, nämlich privater Konsum, Ernährung und Reisen.

Hohes Einsparpotenzial im Verkehr. Aus: Energie- und THG-Bilanz Hansestadt Lüneburg, S. 24.

Hohes Einsparpotenzial im Verkehr. Aus: Energie- und THG-Bilanz Hansestadt Lüneburg, S. 24.

Derzeit gibt es jedoch kaum Einsparungen im Verkehr. Hier sind vermehrte Anstrengungen nötig, um das Potenzial auszuschöpfen. Aus: Energie- und THG-Bilanz Hansestadt Lüneburg, S. 48. Derzeit gibt es jedoch kaum Einsparungen im Verkehr. Hier sind vermehrte Anstrengungen nötig, um das Potenzial auszuschöpfen. Aus: Energie- und THG-Bilanz Hansestadt Lüneburg, S. 48.

Veranstaltungsreihe “Lüneburg mobil 2030”

Lüneburg mobil 2030. Logo.Bis 2030 klimaneutral zu sein – das hat sich die Hansestadt Lüneburg zum Ziel gesetzt. Wie gelingt das im Bereich Mobilität? Damit beschäftigt sich die Veranstaltungsreihe “Lüneburg mobil 2030” des Initiativen-Bündnis Lüneburg im Herbst und Winter 2022/23.

Die Veranstaltungen stellen Beispiele aus anderen Städten vor, bieten Hintergrundinformation und laden zur Diskussion ein.

Die Vortragsreihe versteht sich als Vorläufer für den Bundesweiten Umwelt- und Verkehrskongress BUVKO, die Fachtagung für nachhaltigen Verkehr. Dieser findet vom 31. März – 2. April 2023 in der Universität Lüneburg statt.

LünepediaLünepedia: Verkehrswende

Bei der Verkehrswende geht es darum, eine Umstellung der Mobilitätsnutzungsformen weg von motorisiertem Individualverkehr hin zu nachhaltigeren Verkehrsformen (dem so genannten Umweltverbund, also öffentlicher Personenverkehr, Fahrräder und Fußverkehr) voranzutreiben.

Das Verkehrswende-Bündnis in Lüneburg setzt sich dafür ein, die Verkehrswende zu befördern. Die Verkehrswende erfordert, neben anderen individuellen Nutzungsformen verbunden mit einem Kulturwandel, insbesondere auch strukturelle Veränderungen hinsichtlich der Möglichkeiten nachhaltiger Mobilität.

Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Verkehrswende


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