Gegen das Vergessen: Lesung aus „Jeder stirbt für sich allein“ – 24. Juli 2026 in Bleckede
„Gegen das Vergessen“, so der Titel eines Kultur-Projektes in Bleckede, das mit drei Literaturlesungen an die Nazi-Diktatur erinnert. Zum Abschluss der Reihe liest Schauspieler Martin Skoda am 24. Juli 2026 aus Hans Falladas berühmtem Roman „Jeder stirbt für sich allein“.
Mitteilung von: Erinnerungs-Kultur Bleckede – Am: 09.07.2026
Kontakt: heidi-petermann@freenet.de – Grafik: Erinnerungs-Kultur Bleckede.
Denkanstoß, Weckruf, Warnung – Gegen das Vergessen: Literaturlesung am 24. Juli 2026
Freitag, 24. Juli 2026, 18:30 Uhr – Großer Saal, Schloss Bleckede – Eintritt: 12 Euro, bis 18 Jahren frei
„Gegen das Vergessen“ heißt der Titel eines Kultur-Projektes in Bleckede, das mit drei Literaturlesungen an Deutschland unter der Nazi-Diktatur erinnert. Zur dritten Lesung und zum Abschluss der Reihe liest nun Schauspieler Martin Skoda aus Hans Falladas berühmtem Roman „Jeder stirbt für sich allein“. Die Lesung findet statt am Freitag, 24. Juli 2026, 18:30 Uhr im Großen Saal im Schloss Bleckede. Der Termin ist bewusst gewählt: Er erinnert an den 20. Juli 1944 – das Stauffenberg-Attentat und den Versuch, das NS-Regime zu stürzen.
Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein“
Hans Fallada schrieb seinen letzten Roman im Herbst 1946 in weniger als vier Wochen und wie im Fieber: Ein Berliner Ehepaar, zwei alte Leute einfacher Herkunft, planen im Berlin der Nazi-Zeit ihren persönlichen Widerstand.
Nachdem ihr Sohn im Krieg gefallen ist, wollen sie ein Zeichen setzen: Zwischen 1940 und 1942 schreiben Anna und Otto Quangel Postkarten, die sie in den Treppenhäusern großer Mietshäuser in ihrem Viertel auslegen. Darauf Texte wie z. B. „Der gemeine Soldat Hitler und seine Bande stürzen uns in der Abgrund …“. Jede neue Aktion bedeutete größte Gefahr, denn längst hat die Gestapo die Quangels und ihr Umfeld im Visier. Die Schlinge zieht sich zu …
Ein wahres Schicksal als Hintergrund
Falladas Roman beruht auf dem wahren Schicksal von Otto und Elise Hampel, aufgezeichnet in einer Gestapo-Akte. Beide wurden in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Fallada hatte per Zufall Einsicht in die Akte nehmen können und übernahm ihre Geschichte als literarische Vorlage. Aus diesem bewegenden, erschütternden Roman – 700 Seiten in der ungekürzten Originalfassung – liest Martin Skoda drei zusammenhängende Kapitel.
Der Schriftsteller Hans Fallada
Hans Fallada, geboren 1893, zählt zu den Erfolgsautoren in der Zeit des Nationalsozialismus. Von den nationalsozialistischen Machthabern wurden seine Bücher unterschiedlich beurteilt. Er musste von zeitkritischen Stoffen auf das Gebiet der leichten Unterhaltungsliteratur ausweichen. Im Dezember 1946 wurde Fallada in die Nervenklinik der Berliner Charité eingewiesen. Innerhalb eines Monats schrieb er dort in schlechtem körperlichen Zustand den Roman „Jeder stirbt für sich allein“. In seinem Vorwort vermerkte der Schriftsteller: „… es hat mir auch nicht gefallen, ein so düsteres Gemälde zu entwerfen, aber mehr Helligkeit hätte Lüge bedeutet.“ 1947 starb der Schriftsteller.
- Wikipedia: Hans Fallada
Mehr Information und Kontakt
Die beiden Initiatoren der Lesereihe „Gegen das Vergessen“, Heidi Petermann und Ekkehard Nau, beide Bleckede, sehen ihre Auswahl zur Erinnerungs-Kultur als einen persönlichen Weckruf. Die Lesung wird begleitet von der Bürgerstiftung Stadt und Schloss Bleckede und unterstützt von der Gosselk Stiftung.
- Kontakt: Heidi Petermann – heidi-petermann@freenet.de

Biosphaerium Elbtalaue im Bleckeder Schloss – Innenhof. Foto: Lüne-Blog.
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