„Es führt kein Weg daran vorbei“: Kirchenkreis Lüneburg verabschiedet Klimaschutz-Konzept
„Für die Erde, die uns nicht gehört, uns aber anvertraut ist, wollen wir uns hier vor Ort stark machen“, so Superintendent Christian Stasch. Bei der Kirchenkreis-Synode am 22. Juni 2026 haben sich die Mitglieder aus allen 26 Gemeinden im Kirchenkreis Lüneburg auf Klimaneutralität bis 2040 verpflichtet – in den Bereichen Energie, Mobilität, Land und Strom.
Mitteilung von: Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg – Am: 10.07.2026
Online: https://www.kirchenkreis-lueneburg.de/ – Foto: Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg.
Klimaschutz-Konzept für den Kirchenkreis Lüneburg verabschiedet
Bewahrung der Schöpfung in allen Entscheidungen mitdenken
Foto: Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg. Titelseite des beschlossenen Klimaschutz-Konzepts.
Bei der Synode, dem „Kirchenparlament“ am 22. Juni 2026 in Lüneburg, hat sich der Kirchenkreis Lüneburg zu einem Klimaschutz-Konzept verpflichtet. Darin bekennt sich der Kirchenkreis klar zu Verzicht und zur Verantwortung für ein nachhaltiges Leben. „Gott hat die Erde dem Menschen zur Pflege anvertraut, mit dem Auftrag, sie zu bebauen und zu bewahren. Die Nutzung und Bewahrung der Schöpfung gehören somit zusammen. Dieses Gleichgewicht ist heute gestört“, heißt es in der Präambel.

Grafik: Kirchenkreis Lüneburg. Klimaneutral bis 2040.
Klimaneutral bis 2040
Die Mitglieder aus allen 26 Gemeinden haben das Konzept mehrheitlich verabschiedet. Ziel ist es, Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen. Das Konzept gliedert sich in die Bereiche Energie, Mobilität, Land und Strom. Klimaschutz soll künftig bei allen Entscheidungen des Kirchenkreises als übergeordnetes Ziel mitgedacht werden. „Das Klimaschutzkonzept ist sehr wichtig für unseren Kirchenkreis, weil es auf den Punkt bringt, was zu tun ist, wo wir wirklich stehen und hinwollen“, macht Leitender Superintendent Christian Stasch deutlich.
Nachfragen gab es von den Synodalen, was das Arbeitsaufkommen für Ehrenamtliche betrifft. Auch nachhaltige Mobilität scheint bei weiten Wegen in immer großflächigeren Kirchengemeinden schwierig. Frank Hensel, Klimaschutzmanager im Kirchenkreis, betont: „Wir schauen, wie wir alle mitnehmen und den Prozess gut steuern können. Wir wollen Erfahrungen sammeln und haben Themen und Beteiligte im Blick.“ Manches könne durchaus neu gedacht werden, manches müsse kompensiert werden.
Ausschuss erarbeitet Maßnahmen und berichtet – „Es führt kein Weg daran vorbei“

Grafik: Landeskirche Hannovers. Herzeerde – Klimaschutz-Symbol.
Begleitend wurde in der Synode der Ausschuss für Klimaschutz gegründet. Die Ehrenamtlichen bringen Fachwissen aus verschiedenen Berufszweigen mit und viel Motivation. Der Ausschuss hat die Aufgabe, das Klimaschutzkonzept umzusetzen und dafür Maßnahmen und Beschlussvorlagen zu erarbeiten. Jährlich geht ein Bericht an die Kirchenkreis-Synode, wie weit die Ziele erreicht wurden.
„Für die Erde, die uns nicht gehört, uns aber anvertraut ist, wollen wir uns hier vor Ort stark machen – und das wird sich auf viele Bereiche unserer kirchlichen Arbeit auswirken“, sagt Superintendent Christian Stasch. Er leitet den Kirchenkreis Lüneburg in Doppelspitze mit Superintendent Christian Cordes. „Das kann auch mal anstrengend sein oder nerven, aber es wird auch Spaß machen. Klimaschutz ist lohnend und es führt kein Weg daran vorbei.“
Wie kann die Treibhausgas-Neutralität bis 2040 gelingen?
Wie lässt sich nun im Kirchenkreis bis 2040 Klimaneutralität erreichen? „Bis zu 80 Prozent Energie können wir allein schon durch Maßnahmen an Gebäuden einsparen“, so Gretel Schulte vom Ausschuss für Gebäudemanagement im Kirchenkreis. Synodenmitglied Dieter Haupt findet es selbstverständlich, dass Kirche etwas für den Klimaschutz tun muss: „Das geht los bei Solaranlagen auf Kirchendächern, das geht weiter bei einer vernünftigen Wärmedämmung.“
Manfred Bollow von der Kirchengemeinde Reppenstedt hat die Finanzlage im Blick: „Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen und nicht hinterherhinken. Allerdings haben die Kirchen zunehmend das Problem der schlechteren Finanzlage und wir müssen gucken: Was können wir mit den geringer werdenden Mitteln leisten und wo stoßen wir an unsere Grenzen.“
Mehr Information und Kontakt
Das Klimaschutz-Konzept folgt dem Klimaschutz-Gesetz der Landeskirche Hannovers von 2023. Es trägt dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2021 Rechnung, wonach Klimaschutz von überragendem gesellschaftlichem Interesse ist. Auf Basis des Konzepts werden jetzt im Ausschuss für Klimaschutz konkrete Maßnahmen erarbeitet.
- Kirchenkreis Lüneburg: Klimaschutzkonzept für unseren Kirchenkreis
Hintergrund: Die Kirchenkreissynode
Die Kirchenkreissynode ist das Parlament des Kirchenkreises. Die Mitglieder kommen aus den Kirchenvorständen der einzelnen Kirchengemeinden, weitere werden vom Kirchenkreisvorstand berufen. Sie haben geistliche Berufen oder sind haupt- und ehrenamtlich im Kirchenkreis tätig. Die Kirchenkreissynode tagt mindestens zweimal im Jahr und fasst alle wichtigen Beschlüsse im Kirchenkreis.
- Ev.-luth. Kirchenkreis Lüneburg: Kirchenkreissynode
- Sprengel Lüneburg: „Warum ein Tempolimit christliche Verantwortung ist“
„Wir müssen etwas tun. Raushalten geht nicht. Wir sind bisher zu leise“, so Dieter Haupt, Mitglied der Synode des Kirchenkreises. Die Synode des evangelischen Kirchenkreises fordert deshalb künftig alle zuständigen Personen, Gremien und Institutionen auf, sofort die gesetzlichen Grundlagen für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 110 km/h auf Autobahnen zu schaffen und diese danach auch umzusetzen. Der Antrag wurde am 31. August 2024 im Kirchenparlament beschlossen. - Lüne-Blog: 23. Mai 2026: Tag des Grundgesetzes – Aufruf der Kirchen: Für Demokratie und Menschenwürde – 23.05.2025
Zum Ehrentag und Mitmachtag hat Bundespräsident Steinmeier den 23. Mai, den „Geburtstag des Grundgesetzes“, ausgerufen. Marianne Gorka, Regionalbischöfin im Sprengel Lüneburg, ruft auf zum Einsatz für Demokratie und Frieden, zu widersprechen, wenn andere herabgewürdigt werden, und für die Würde aller einzutreten.

Grafik: Evangelische Kirchen in Niedersachsen und Bremen. Banner zur Kampagne „Demokratie stärken“ mit der Aufschrift: „Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt“.
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