Foto: Uwe Wenk, 26.04.2026. Einmündung der Lübecker Straße in die Marga-Jess-Straße. Hier ist der Gehsteig vollständig abgesenkt. Wer mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs ist, kann die Straße barrierefrei queren.

Hansestadt: Endausbau im Hanseviertel Ost – AG Lüneburg zu Fuß: Barrierefreiheit nicht gewährleistet

Der Endausbau der Straßen und Gehwege im Hanseviertel liegt im Zeitplan, so die Hansestadt. Der Bereich Lübecker Straße und Marie-Diederich-Straße wird demnächst für den Verkehr freigegeben. Die AG Lüneburg zu Fuß zeigte sich bei einer Begehung erstaunt über uneinheitliche Gestaltung und teilweise fehlende Barrierefreiheit der Gehwege und sucht dazu das Gespräch mit der Stadt.


Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg / AG Lüneburg zu Fuß – Am: 18./20.05.2026 
Online: https://www.hansestadt-lueneburg.de – Foto: Uwe Wenk 


I. Hansestadt: Endausbau der Straßen im Hanseviertel Ost im Zeitplan

Foto: Uwe Wenk, 26.04.2026. Einmündung der Marga-Jess-Straße in die Lübecker Straße. Hier ist der Gehsteig vollständig abgesenkt. Wer mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs ist, kann hier barrierefrei queren. Leider ist das an vielen Stellen nicht der Fall, so die AG Lüneburg zu Fuß.

Arbeiten Lübecker Straße und Marie-Diederich-Straße vor dem Abschluss

Der Endausbau der Verkehrsflächen und Gehwege im Hanseviertel Ost liegt voll im Zeitplan. Wie angekündigt, werden die Arbeiten im Quartier abschnittsweise umgesetzt: Derzeit stehen die Arbeiten in den Bereichen Lübecker Straße und Marie-Diederich-Straße kurz vor dem Abschluss. Voraussichtlich in der Woche nach Pfingsten sollen die Straßen für den Verkehr freigegeben werden.

Nächster Bauabschnitt: Carl-Gottlieb-Scharff-Straße und Ilse-Cartellieri-Straße

Im Anschluss beginnt der nächste Bauabschnitt in der Carl-Gottlieb-Scharff-Straße und der Ilse-Cartellieri-Straße. Die Anwohnenden der betroffenen Abschnitte werden über die bevorstehenden Straßensperrungen rechtzeitig per Postwurfsendung informiert. Die Arbeiten zum Endausbau waren im August 2025 gestartet. Die Sparkassen Hanse Immobilien als Erschließungsträger rechnet mit einer Gesamtbauzeit von rund zwei Jahren.

Stadt und Landkreis informieren: Die aktuellen Baumaßnahmen

II. AG Lüneburg zu Fuß: Gehwege und Übergänge sehr uneinheitlich gestaltet – teils nicht barrierefrei

Begehung im Hanseviertel am 11. Mai 2026

Am 11. Mai 2026 fand eine Begehung der AG Lüneburg zu Fuß im Hanseviertel im Bereich der Lübecker Straße statt. Die Gruppe zeigte sich überrascht über die Gestaltung der Gehwege und die Verkehrsführung im Fußverkehr. Beobachtet wurden fehlende Einheitlichkeit bei der Gestaltung der Querungen und fehlende Barrierefreiheit.

Wie das Foto ganz oben zeigt, sind die Gehwege teils plan abgesenkt mit Signalfeld für Sehbehinderte und damit komplett barrierefrei – sehr erfreulich! Aber: Um die nächste Ecke fehlen die Nullabsenkungen dann wieder, wie die Fotos unten dokumentieren. Das sorgt für Behinderungen – nicht nur für Menschen mit Rollstuhl und Rollator, sondern auch für Einkaufstrolley und Kinderwagen. Auch sonst sind Vorgaben zur Anlage von Gehwegen nicht eingehalten. Blinde und stark Sehbehinderte benötigen eine gerade Wegführung. Verschwenkungen des Gehwegs an Einmündungen sind für sie eine Gefahrenquelle.

AG Lüneburg zu Fuß: Forderungen 

Angesichts dieser Beobachtungen fordert die AG Lüneburg zu Fuß eine einheitliche und barrierefreie Gestaltung der Infrastruktur bei Bauvorhaben – zumal in einem neuen Viertel, in dem die Stadt den Endausbau selbst gestaltet. Zu beachten ist dabei:

  • Die Standardbreite von Gehwegen ist 2,5 Meter. Die Standardmaße sollten eingehalten werden. Wertstoff- und Müllcontainer sollten nicht auf den Gehwegen platziert werden.
  • Bei Kreuzungen sollten alle vier Querungen möglich und barrierefrei ausgestaltet sein.
  • Auch an einmündenden Nebenstraßen sollten Fußverkehrsquerungen eingerichtet werden. Nach Möglichkeit sollte hier aufgepflastert sein.
  • Verschwenkungen der Gehwege an Einmündungen sollten vermieden werden.

Nächste Schritte: AG sucht Gespräch mit der Stadt

Eine erste gemeinsame Begehung mit Verantwortliche bei der Abteilung Tiefbau und Grün der Hansestadt kam leider nicht zustande. Als nächsten Schritt möchte die Arbeitsgemeinschaft dringend mit den Zuständigen ins Gespräch kommen. 

Zur AG Lüneburg zu Fuß gehören über zehn Lüneburger Vereine und Initiativen, darunter ADFC, Behindertenbeirat, Blinden- und Sehbehindertenverband, Lebenshilfe, SoVD und VCD Elbe-Heide. Ihr Ziel: Dem Fußverkehr in Lüneburg mehr Aufmerksamkeit und Geltung verschaffen. 

Begehung Hans-Heinrich-Stelljes-Straße – Lübecker Straße

Am 11. Mai 2026 fand eine Begehung der AG Lüneburg zu Fuß im Hanseviertel im Bereich Lübecker Straße statt. Leider kam ein gemeinsamer Termin mit Zuständigen der Hansestadt nicht zustande. Einige Fotos dokumentieren die Beobachtungen. 

Foto: Uwe Wenk, 26.04.2026. Einmündung von der Lübecker Straße in die Marie-Diederich-Straße. Die Querung ist aufwändig gestaltet mit Signalfeldern. 
Aber: Die deutliche Stufe hier dürfte Menschen mit Rollstuhl oder Rollator erhebliche Probleme beim Queren machen.

1. Foto: Uwe Wenk, 26.04.2026. Einmündung von der Lübecker Straße in die Marie-Diederich-Straße. Die Querung ist aufwändig gestaltet mit Signalfeldern für Menschen mit Sehbehinderung. Aber: Die deutliche Stufe hier macht Menschen mit Rollstuhl oder Rollator erhebliche Probleme beim Queren.

Foto: Uwe Wenk, 26.04.2026. Im Vordergrund ist der Gehweg beim Signalfeld plan abgesenkt. Es folgt darauf allerdings ein erhöhte Kante. Auf der gegenüberliegenden Seite fehlt die Nullabsenkung wieder.

2. Foto: Uwe Wenk, 11.05.2026. Positiv: Im Vordergrund weist ein Signalfeld auf den Übergang hin. Der Gehweg ist plan abgesenkt.
Negativ: Die Straßenrinne hat einen 1-2 Zentimeter hohen Absatz. Das ist ein Hindernis und gefährlich: Wenn hier die Vorderräder des Rollstuhls verkanten, besteht Sturzgefahr. Und: Auf der gegenüberliegenden Seite fehlt die Nullabsenkung wieder.

Foto: Uwe Wenk, 11.05.2026. Ort: Lübecker Straße. Links geht es in die Marga-Jess-Straße, rechts in die Hans-Heinricht-Stelljes-Straße. Positiv: Signalfelder in der Längsrichtung zur Straße weisen auf  die Querung hin. Der Gehweg ist hier auch plan abgesenkt. Die sog. Sinussteine und die Aufpflasterung signalisieren dem Kfz-Verkehr: Vorsicht, Querungstelle!
Negativ: Warum gibt es hier keine Querungsmöglichkeit für Fußgänger, die von rechts nach links über die Straße gehen wollen?

3. Foto: Uwe Wenk, 11.05.2026. Ort: Lübecker Straße. Links geht es in die Marga-Jess-Straße, rechts in die Hans-Heinrich-Stelljes-Straße. Positiv: Wer in Längsrichtung geht, wird durch Signalfelder auf Straßenquerungen hingewiesen. Der Gehweg ist hier auch plan abgesenkt. Die sog. Sinussteine und die Aufpflasterung signalisieren dem Kfz-Verkehr: Vorsicht, Querungstelle!
Negativ: Aber warum gibt es hier keine Querungsmöglichkeit für Fußgänger, die von rechts nach links über die Straße gehen wollen? Wie das Foto zeigt, müssen sie über den Grünstreifen – oder quer über die Kreuzung gehen.

Foto: Uwe Wenk, 11.05.2026. Gehweg an der Lübecker Straße. 
Positiv: Eine angenehm begeh- und befahrbare Oberfläche für Gehhilfen.
Aber: Die Standard-Gehwegbreite beträgt 2,50 Meter. Dann können zwei Menschen bequem nebeneinander und aneinander vorbei gehen. Obwohl hier genügend Platz nach links wäre, ist der Gehweg hier aber nur 2 Meter breit. Zudem ist er zugestellt mit Müllcontainern. Für Fußgänger bleiben nur noch etwa 1,20 Meter - für den Rollstuhl zu knapp.

4. Foto: Uwe Wenk, 11.05.2026. Gehweg an der Lübecker Straße. Positiv: Eine angenehm begeh- und befahrbare Oberfläche für Gehhilfen.
Aber: Die Standard-Gehwegbreite beträgt 2,50 Meter. Dann können zwei Menschen bequem nebeneinander und aneinander vorbei gehen. Obwohl hier genügend Platz nach links wäre, ist der Gehweg hier aber nur 2 Meter breit. Zudem ist er zugestellt mit Müllcontainern. Für Fußgänger bleiben nur noch etwa 1,20 Meter – für den Rollstuhl kann es eng werden.

Foto: Uwe Wenk, 11.05.2026. Ort: Lübecker Straße / Einmündung Wismarer Straße. Eigentlich sollte der Gehweg hier geradeaus in Pfeilrichtung weiterführen. Aber er ist nach rechts verschwenkt. Das ist schwierig für Blinde, denn sie rechnen nicht damit, so die Rückmeldung der Vertreterin des Blinden- und Sehbehindertenverbands.

5. Foto: Uwe Wenk, 11.05.2026. Ort: Lübecker Straße / Einmündung Wismarer Straße. Eigentlich sollte der Gehweg hier geradeaus in Pfeilrichtung weiterführen. Aber er ist nach rechts verschwenkt. Das ist schwierig für Blinde, denn sie rechnen nicht damit, so die Rückmeldung der Vertreterin des Blinden- und Sehbehindertenverbands: Sturzgefahr, wenn plötzlich die Stufe kommt!

Foto: Erwin Habisch, 21. Mai 2026. Lübecker Straße, direkt rechts ist der Eingang zum REWE-Markt mit Briefkasten und Packstation - sicher ein wichtiges Ziel im Viertel. Doch wer von links aus der Alfred-Trebchen-Straße kommt, hat schlechte Karten: Es gibt hier keine Querungsmöglichkeit.

Foto: Erwin Habisch, 21. Mai 2026. Lübecker Straße, direkt rechts ist der Eingang zum REWE-Markt mit Briefkasten und Packstation – sicher ein wichtiges Ziel im Viertel. Doch wer von links aus der Alfred-Trebchen-Straße kommt, hat schlechte Karten: Auch hier gibt es von der linken auf die rechte Seite wieder keine Querungsmöglichkeit – nur über Grünstreifen oder Parkplätze.

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