Bahnunterführung bei Starkregen. Foto: Hansestadt Lüneburg.

Extremwetter: Lüneburg bereitet sich auf Starkregen-Ereignisse vor

Eine Folge des Klimawandels sind Starkregen-Ereignisse, die teils heftige Überflutungen mit sich bringen. Welche Gebiete in Lüneburg gefährdet sind, ist einer Gefahrenkarte zu entnehmen, die im Umweltausschuss am 17. Mai 2022 vorgestellt wurde. Sie soll demnächst öffentlich zugänglich gemacht werden und in den städtischen Gefahrenabwehrplan aufgenommen werden.


Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg
Am: 18.05.2022
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Foto: Hansestadt Lüneburg. Überflutete Bahnunterführung. 


Vorbereitung auf Extremwetter-Ereignisse: Hansestadt setzt bei Starkregen auf Gefahrenkarte

Extrem viel Niederschlag innerhalb sehr kurzer Zeit: Diese sogenannten Starkregenereignisse häufen sich im Zuge des Klimawandels – auch in Lüneburg. Damit sich die Bevölkerung und die städtische Infrastruktur in besonders betroffenen Bereichen bestmöglich darauf einstellen kann, hat die Hansestadt Lüneburg eine Starkregengefahrenkarte berechnen lassen, die Risikogebiete lokalisiert.

Karte entwickelt für Folgen eines Starkregens von 70mm in einer Stunde

Diese Karte und die nächsten Schritte hin zu einem Starkregenmanagement stellte Volker Schulz, Leiter des Bereichs Umwelt, am 17. Mai 2022 im  Ausschuss für Umwelt, Klima, Grünflächen und Forsten der Hansestadt vor. „Die Karte geht von einem Jahrhundertereignis aus“, erläutert Schulz das computergestützte Verfahren. Sprich: Es wurde ein Regenereignis angenommen, das statistisch alle 100 Jahre eintreten könnte.

Die Regenmenge, die der Deutsche Wetterdienst für die Region Lüneburg vorgibt, beträgt 46 mm Regen innerhalb einer Stunde. „Da diese prognostizierte Menge bereits an sehr vielen Orten in Deutschland übertroffen wurde, hat die Verwaltung auch noch die Erstellung einer Karte mit einem Regenereignis von 70 mm in einer Stunde beauftragt.

Kritische Tiefpunkte: Bahnunterführungen und östlicher Teil des Senkungsgebietes

Die so errechnete Starkregengefahrenkarte zeigt an, welche Gebiete infolge eines Starkregens besonders stark von Überflutungen betroffen wären und welche Wege das oberflächig abfließende Wasser nehmen würde. „Kritische Tiefpunkte befinden sich erwartungsgemäß unter anderem bei den Bahnunterführungen und im östlichen Teil des Senkungsgebietes“, so Schulz.

Gefahrenkarte im Geoportal demnächst offen einsehbar

Die Starkregengefahrenkarte ist die Grundlage für zwei wesentliche Aspekte: die Information für die Bürger:innen in Lüneburg sowie die vorsorgende Gefahrenabwehr der Kommune. „Die Bürger:innen sollen in die Lage versetzt werden, rechtzeitig Vorkehrungen zum Schutz ihrer Person und ihres Eigentums zu treffen“, so Schulz.

Die Gefahrenkarte soll im Geoportal des Landkreises veröffentlicht und für jeden einsehbar sein. „So wollen wir informieren und für das Thema sensibilisieren“, erklärt Schulz. Darüber hinaus arbeite der Bereich Umwelt an einer Checkliste, entlang derer Bürgerinnen und Bürger ihr Umfeld in Bezug auf Starkregen überprüfen können.

Aufnahme in den städtischen Gefahrenabwehrplan

Darüber hinaus wird die neue Starkregengefahrenkarte zentraler Bestandteil vom städtischen Gefahrenabwehrplan. „Ziel ist es, im Falle eines Starkregenereignisses die Problemstellen zu kennen und schnell und koordiniert handeln zu können“, erläutert Schulz. Dazu plant die Hansestadt als nächstes Gespräche zum Beispiel mit der Feuerwehr.

Eines aber müsse bei allen Vorbereitungen klar sein, betont Schulz: „Wir können eine mögliche Sturzflut nicht bekämpfen oder gar verhindern, wir können lediglich dafür sorgen, gefährdete Personen oder Infrastruktur bestmöglich zu schützen.“

Vorhersage etwa zwei bis drei Tage vorher möglich – bei Gewitterzellen vor Ort maximal zwei Stunden

Wie rechtzeitig Starkregenereignisse vorhergesagt werden können, ist sehr unterschiedlich. Tiefdruckgebiete kündigen sich meist zwei bis drei Tage vorher an. Sie dauern eine längere Zeit an und betreffen flächig eine größere Region, ähnlich wie beim katastrophalen Unwetter in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Juli 2021.

Zum anderen gibt es kleinräumige Ereignisse, sogenannte Gewitterzellen mit einer Vorhersagbarkeit von maximal zwei Stunden, meistens weniger. „Eine derartige Gewitterzelle mit einer Regenmenge von 28 mm pro Stunde entlud sich beispielsweise im September 2021 schwerpunktmäßig über dem Nordosten Lüneburgs und Adendorf“, weiß Schulz. Damals gab es erhebliche Sachschäden. Zuvor gab es das letzte Starkregenereignis in Lüneburg im Sommer 2019.

Information: Umweltkarten Niedersachsen

Starkregenereignisse und Überschwemmungen nehmen infolge des Klimawandels zu. Über mögliche Überschwemmungsgebiete informiert “Umweltkarten Niedersachsen” des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz unter umweltkarten-niedersachsen.de/Umweltkarten/.

Mit ein wenig Ausprobieren findet man sich zurecht:

  • Im linken Menü auf “Basisdaten” > “Thema wechseln” klicken.
  • Dann ein Thema auswählen, z.B. “Klima”, “Luft und Lärm” oder “Hochwasserschutz”.
  • Dann im linken Menü auswählen “Überschwemmungsgebiete” und in der Suchleiste oben z.B. “Lüneburg” eingeben und klicken.
  • Nun kann man auswählen, welche Überschwemmungsgebiete angezeigt werden sollen – am besten drei:
    – noch nicht festgelegte Überschwemmungsgebiete (“vorläufig gesicherte Überschwemmungsgebiete”)
    – Gebiete, in denen ein Hochwasserereignis statistisch einmal in 100 Jahren (Bemessungshochwasser) zu erwarten ist (“Überschwemmungsgebiete Verordnungsflächen Niedersachsen”)
    – weitere Risikogebiete (“
  • Mit + und – am rechten Rand kann man die Ansicht vergrößern und verkleinern – mehr

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