Hitze im Landkreis: Mensch und Tier brauchen Schutz und Wasser
Mensch und Tier leiden unter der Hitze. Achim Barteils von der IG BAU erinnert alle, die im Freien arbeiten, an die „WSS-Regel“: Wasser, Sonnencreme und Schatten. Darauf achten sollten auch alle, die Tiere halten. So mussten nach dem Hitze-Wochenende am 27. und 28. Juni 2026 rund dreimal so viele Kadaver aus den niedersächsischen Geflügelhaltungen entsorgt werden wie sonst, so das Landwirtschaftsministerium.
I. Arbeiten in der Sonne? IG BAU: „WSS – auf Wasser, Sonnencreme und Schatten kommt es an“
Mittelung von: IG BAU – Am 14.07.2026 – Online: https://hamburg.igbau.de/
Foto: IG BAU. Trinkpause. Bei schwerer Arbeit in großer Hitze gilt die Faustregel: „Alle 15 bis 20 Minuten ein volles Wasserglas. Ideal sind Wasser und kalte Tees“, sagt Achim Bartels, Vorsitzender der IG BAU Hamburg.
Der Arbeitsschutz aus der Tube – „Sonnencreme satt“ – das ist für alle, die im Landkreis Lüneburg unter freiem Himmel arbeiten, extrem wichtig. Darauf weist die IG BAU Hamburg jetzt hin. Die wichtigste Sommer-Regel dabei: „Eincremen, eincremen, eincremen. Wenn die Sonne kräftig scheint, heißt das: Lichtschutzfaktor 50. Und alle zwei Stunden nachcremen. Denn intensiver UV-Schutz ist das A und O gegen Hautkrebs“, rät Achim Bartels. „Es ist wichtig, sich im Job nicht verbrennen zu lassen.“
Wer unter freiem Himmel arbeitet: Haut vor Sonne schützen!
Darauf sollten Maurer, Straßenbauer und Dachdecker im Kreis Lüneburg genauso achten wie die Landschaftsgärtnerin oder der Erntehelfer. Übrigens: „Oben ohne ist bei der Arbeit unter praller Sonne alles andere als sexy. Im Gegenteil: Möglichst viel vom Körper sollte mit Stoff bedeckt sein. Auch ein luftdurchlässiger Bauarbeiterhelm mit Nackenschutz gehört zum Sommer-Outfit auf dem Bau“, macht Achim Bartels klar. Dafür habe der Arbeitgeber zu sorgen.
Bei schwerer Arbeit und großer Hitze: 3 bis 5 Liter täglich trinken
Genauso wie für reichlich Getränke: „Auch das Durstlöschen bei Sommerhitze ist Sache des Chefs“, sagt Achim Bartels. Der Bezirkschef der IG BAU Hamburg fordert alle Arbeitgeber im Landkreis Lüneburg auf, für eine „Getränke-Flatrate“ zu sorgen, wenn ihre Beschäftigten tagsüber draußen sind. Bei schwerer Arbeit in großer Hitze rät die Gewerkschaft, drei bis fünf Liter pro Tag zu trinken. „Es gilt die Faustregel: Alle 15 bis 20 Minuten ein volles Wasserglas. Ideal sind Wasser und kalte Tees“, sagt Achim Bartels.
„WSS-Regel“ beachten: Wasser, Sonnencreme und Schatten
Auch regelmäßige Pausen im Schatten – zum Beispiel unter einem Sonnensegel – seien wichtig. „Außerdem sollten Arbeitszeiten stärker in die frühen Morgen- oder Abendstunden gelegt werden“, rät Bartels. Es gelte die „WSS-Regel“: Wasser, Sonnencreme und Schatten – darauf komme es an. Außerdem empfiehlt die IG BAU einen regelmäßigen „Hautkrebs-Check“: Einmal pro Jahr sollten Menschen, die regelmäßig draußen arbeiten, zum Hautarzt gehen, so die Gewerkschaft.
Mehr Information
Für alle, die unter freiem Himmel arbeiten, hat die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) praktische Tipps zum effektiven Sonnen- und Hitzeschutz.
- BG BAU: Individueller Sonnen- und Hitzeschutz
- IG BAU Hamburg: https://hamburg.igbau.de
II. Hitzetage: Tierhalter sind zu besonderer Vorsicht aufgerufen
Mitteilung von: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – Am 13.07.2026 – Online: https://www.ml.niedersachsen.de/
Menschen leiden unter anhaltenden Hitzewellen, aber auch das Wohlergehen von Haus- und Nutztieren ist dadurch beeinträchtigt. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz warnt und ruft alle, die Tiere halten, auf, das Haltungsmanagement entsprechend anzupassen.
Zahl der toten Tiere in Tierkörper-Beseitigungsanlagen verdreifacht
Hohe Außentemperaturen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit können zu erhöhten Tierverlusten führen. Betroffen sind insbesondere Geflügelbetriebe. So mussten nach dem Hitze-Wochenende am 27. und 28. Juni 2026 eine rund dreimal größere Menge an Kadavern aus den niedersächsischen Geflügelhaltungen abgeholt werden als nach dem deutlich kühleren Wochenende am 13. und 14. Juni 2026.
Schutzmaßnahmen auch bei Weidehaltung erforderlich
Auch andere Tiere wie zum Beispiel Rinder, Schafe und Pferde können durch starke Sonnenstrahlung gefährdet werden. Werden die Tiere auf der Weide gehalten, sollte immer ausreichender Witterungsschutz, Schatten und Zugang zu Wasser sichergestellt werden. Durch die Hitze kann die Futtergrundlage auf der Weide schwinden. Hier muss unter Umständen zugefüttert werden. Bei Schafen sollte gegebenenfalls der Schurtermin angepasst werden, um den Tieren die Abstrahlung der Körperwärme zu erleichtern.
Außerdem sollten Anstrengungen vermieden werden. Zum Beispiel sollten bei Hütehaltung keine großen Entfernungen zurückgelegt werden und Aktivitäten wie Umtreiben, Tierbehandlungen, Tiertransporte auf die kühleren Morgenstunden verschoben werden. Weidegang und/oder die Fütterung sollten früh am Morgen oder spät am Abend eingeplant werden.
Auch Haustiere brauchen Schutz vor Hitze
Auch die Haustiere wie Hunde, Meerschweinchen, Vögel und Co. müssen vor der Hitze geschützt werden. Das bedeutet vor allem ausreichend Zugang zu Flüssigkeit und Schutz vor der Sonne. Und: Tiere sollten niemals in einem parkenden Auto zurückgelassen werden. Weitere Informationen stellt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) online bereit.
- LAVES: Informationen für die Haltung von Haustieren
Von Vögeln über Meerschweinchen bis zu Hunden: Das ist bei Hitze zu beachten - LAVES: Hitzestress bei Geflügel vermeiden – Merkblätter
- Hansestadt Lüneburg: Hitze und Gesundheit
Die Stadt Lüneburg bietet hier verschiedene Hilfsmittel und Informationen für den Umgang mit Hitze, darunter auch einen Hitzestadtplan und einen Hitzeknigge.
Mehr bei Lüne-Blog
- Fridays for Future Lüneburg: „Hitze tötet! Reiche, es reicht!“ – Klimastreik am 17. Juli 2026 – 10.07.2026
5000 zusätzliche Hitzetote allein in der letzten Hitzeperiode. Und die nächste startet schon. Die Klimakrise bedroht Leib und Leben. „Eine Politik, die dieser Aufgabe gerecht wird“, fordern Fridays for Future Lüneburg und rufen auf, gemeinsam gegen die Politik, die Hitze vorantreibt, vorzugehen – beim Klimastreik am Freitag, 17. Juli 2026, im Clamart-Park in Lüneburg. - Hansestadt: Kühle Ort und Tipps für Hitzeschutz – Kostenloser Museumseintritt für Ältere ab 30 Grad – 01.07.2025
Die Hitze kommt. Das Museum Lüneburg startet eine besondere Aktion: An Tagen mit über 30 Grad Celsius sind Ältere ab 67 zum kostenlosen Museumsbesuch eingeladen. In den Räumen ist es klimatisiert und die schattige Terrasse bietet eine kühle Rückzugsmöglichkeit. Die Hansestadt weist auf den eigens erstellten Hitzestadtplan und den Hitzeknigge hin.

Foto: Martin Bäuml Fotodesign. Die Museumsterrasse zur Ilmenau hin ist auch bei Hitze ein angenehmer, schattiger Ort. An Tagen mit über 30 Grad Celsius sind Ältere ab 67 zum kostenlosen Museumsbesuch eingeladen. In den Räumen ist es klimatisiert.
![]()
Ergänzung oder Korrektur? Bitte Mail an redaktion@luene-blog.de – danke!
Lüne-Blog veröffentlicht Pressemitteilungen, Berichte und Veranstaltungshinweise von Parteien, Verbänden und Zusammenschlüssen: https://luene-blog.de/ueber-uns/
Lüne-Blog kannst du auch lesen bei:
![]() |
![]() |
![]() |


