Wohnungsschlüssel. Foto: IG BAU.

IG BAU: Mehr Wohnungen durch Umbau und Dachaufstockung – Verzicht auf Mieterhöhungen

Über 90.000 Wohnungen gibt es im Landkreis Lüneburg – und trotzdem viele Wohnungssuchende. Weil Neubau aktuell vor Hürden steht, schlägt die IG Bau vor, stattdessen auf deutlich günstigere Dachaufstockung und den Umbau, z.B. von nicht mehr benötigten Büros, zu setzen. Von den Vermietern fordert sie, verantwortlich zu handeln und auf Mieterhöhungen verzichten.


Mitteilung von: Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Bezirksverband Hamburg
Am: 21.09.2022
Foto: IG BAU


IG BAU warnt vor Drehen an der Mietschraube – mehr Wohnungen durch Umbau und Dachaufstockung

Der Landkreis Lüneburg wohnt auf insgesamt rund 9 Millionen Quadratmetern. Die verteilen sich im Landkreis auf 91.070 Wohnungen. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit. Die IG BAU beruft sich dabei auf aktuelle Daten zum Wohnungsbestand vom Statistischen Bundesamt, die vom Pestel-Institut (Hannover) für die IG BAU analysiert wurden.

Achim Bartels, Vorsitzender der IG BAU Hamburg, warnt die Immobilienwirtschaft gleichzeitig davor, die Mietenspirale weiter nach oben zu drehen und damit die Inflation zusätzlich anzuheizen.

Vermieter sollen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen

Bartels fordert Privatvermieter genauso wie Wohnungsgesellschaften auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen. Dies bedeute, bei den Mieten Maß zu halten und auf Steigerungen weitgehend zu verzichten.

„Gerade jetzt geht es darum, eines für den Wohnungsmarkt klar auszusprechen: Ein Großteil der Haushalte wird durch die Kostenexplosion bei den Heizkosten ohnehin schon finanziell in die Knie gezwungen. Da darf nicht auch noch die ‚Mietenkeule‘ hinterherkommen“, so Bartels.

Wohnraum schaffen weiterhin wichtig

Darüber hinaus warnt die IG BAU vor einer „Lähmungsphase beim Wohnungsbau“. Angesichts der aktuell schwierigeren Neubaubedingungen – hier vor allem Materialengpässe, steigende Materialpreise, hohe Baulandpreise und anziehende Bauzinsen – sei es dringend nötig, nach alternativen Wegen zu suchen.

„Was wir jetzt brauchen, ist Flexibilität: Die Schaffung von neuem Wohnraum muss der Situation angepasst werden“, sagt der IG BAU-Bezirksvorsitzende Bartels.

Umbau kostengünstiger als Neubau

Vor allem Wohnungsbaugesellschaften seien jetzt gefordert, Bauvorhaben zu switchen: „Wenn der Neubau nicht realisierbar erscheint, bietet gerade das Umbauen von vorhandenen Nicht-Wohngebäuden zu Wohnungen große Chancen. Der Umbau braucht deutlich weniger Material – und ist schon deshalb der passende Weg zu mehr Wohnungen in der Krise.

Allein durch den Umbau von Büros, die durch das Etablieren vom Homeoffice nicht mehr gebraucht werden, können viele neue Wohnungen entstehen. Und das deutlich kostengünstiger als im Neubau“, so der IG BAU-Bezirksvorsitzende.

Dachaufstockung mit großem Potenzial

Darüber hinaus biete die Dachaufstockung bei Wohnhäusern, die in der Nachkriegszeit bis zum Ende der 90er-Jahre gebaut wurden, ein enormes Potential: „Viele neue Wohnungen sind allein hier durch On-Top-Etagen möglich – und ebenfalls günstiger als jeder Neubau“, sagt Achim Bartels. Es lohne sich, eine „Dachaufstockungs- und Umbau-Offensive“ zu starten.


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